MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:
===
+++++ TAGESTHEMA +++++
Henkel führt Gespräche über einen Erwerb des niederländischen Chemieunternehmens Stahl Holdings B.V., das sich auf Beschichtungen und Oberflächenbehandlungen für Materialien wie Leder, Kunststoffe und Textilien spezialisiert hat. Der DAX-Konzern teilte mit, er spreche mit dem Mehrheitseigentümer des Unternehmens, dem französischen Investor Wendel SE. Ob es zu einer Einigung mit Wendel bzw. einem entsprechenden Erwerb komme, sei derzeit offen. Auch müssten die Gremien von Henkel einem möglichen Erwerb zustimmen.
+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++
07:00 CH/Docmorris AG, Umsatz Gesamtjahr
08:00 FR/Totalenergies SE, Zwischenbericht 4Q
11:45 US/3M Co, Ergebnis 4Q
17:30 DE/Mercedes-Benz Group AG, Vorabinformation (Pre-Close-Call)
17:30 DE/Porsche AG, Vorabinformation (Pre-Close-Call)
22:00 US/Netflix Inc, Ergebnis 4Q
22:30 GB/Rio Tinto plc, Zwischenbericht 4Q
+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++
- DE
08:00 Erzeugerpreise Dezember
PROGNOSE: -0,3% gg Vm/-2,6% gg Vj
zuvor: 0,0% gg Vm/-2,3% gg Vj
11:00 ZEW-Index Konjunkturerwartungen Januar
PROGNOSE: 50,0
zuvor: 45,8
Konjunkturlage
PROGNOSE: -75,5
zuvor: -81,0
- GB
08:00 Arbeitsmarktdaten Dezember
Arbeitslosengeldbezieher
Arbeitslosenquote 3 Monate (ILO)
PROGNOSE: 5,0%
zuvor: 5,1%
+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++
Aktuell:
Index zuletzt +/- %
DAX Futures 24.905,00 -0,7%
E-Mini-Future S&P-500 6.903,00 -1,1%
E-Mini-Future Nasdaq-100 25.375,00 -1,2%
Nikkei-225 (Tokio) 53.073,26 -1,0%
Hang-Seng (Hongk.) 26.583,77 +0,1%
Shanghai-Comp. 4.107,59 -0,2%
Vortag:
DAX 24.959,06 -1,3%
DAX-Future 25.034,00 -0,2%
XDAX 24.958,92 -0,0%
MDAX 31.385,57 -1,6%
TecDAX 3.673,90 -2,1%
SDAX 18.010,89 -1,7%
Euro-Stoxx-50 5.925,82 -1,7%
Stoxx-50 5.062,34 -1,3%
Dow-Jones 49.359,33 -0,2% (Fr.)
S&P-500 6.940,01 -0,1% (Fr.)
Nasdaq Composite 23.515,39 -0,1% (Fr.)
+++++ FINANZMÄRKTE +++++
EUROPA
Ausblick: In einer weiter vorsichtigen Seitwärtsbewegung werden die Börsen erwartet. Der Finger liege zwar weiter auf der Verkaufstaste, heißt es, jedoch würden konkrete politische Entscheidungen der EU abgewartet. Gerade die persönliche Nähe der Politiker auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos erlaube kurze Entscheidungswege, um eine Eskalation wegen Trumps Grönland-Drohungen zu vermeiden. Solange diese Hoffnung noch bestehe, dürfte ein erneuter Abverkauf an den Börsen vermieden werden. Die Konjunkturdaten seien aktuell irrelevant, da sie die Eskalation um Grönland kaum einfangen können. Viele deutsche Unternehmensverbände wie der VCI hatten am Vortag über die Unberechenbarkeit der Lage geklagt. Weder Kosten, noch Aufträge und Einnahmen seien bei den unzuverlässigen Rahmenbedingungen kalkulierbar. Der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen dürfte diese Situation nicht einfangen. Dazu steht am Nachmittag ein Urteilstermin des US-Supreme-Court an. Er könnte sich dann zur Rechtmäßigkeit der US-Zölle äußern, muss es aber nicht.
Rückblick. Sehr schwach - Mit den neuen Zolldrohungen des US-Präsidenten gegen verschiedene europäische Staaten im Streit um Grönland gerieten vor allem die Aktien exportabhängiger Unternehmen unter Druck. Mit Blick auf die zu erwartenden Zölle gehörte der Sektor der Automobilwerte mit Minus 2,3 Prozent zu den größten Verlierern. Aber auch Bauwerte, Technologietitel wie auch Bankenpapiere wurden von Investoren gemieden. Der jüngste Zollvorstoß von Präsident Trump drohe das Umsatzwachstum und die Erträge im Luxussektor zu beeinträchtigen, meinte Marktstratege Neil Wilson bei der Saxo Bank. LVMH, Burberry, Hermes und Richemont tendierten leichter, da sich die Produktion vieler Juweliere und Modehäuser nur schwer an andere Standorte verlagern lasse. Auch die US-Umsätze seien schwer zu ersetzen, da viele der Marken in den vergangenen Jahren aufgrund des Erfolgs in den USA gut abgeschnitten hätten. Im Plus hielten sich dagegen Rüstungswerte sowie der Telekommunikationssektor.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Schwach - Defensive Sektoren wie Telekommunikation waren gesucht, vor allem die exportabhängigen Titel der Automobilhersteller wurden dagegen gegeben. So schlossen Deutsche Telekom knapp 2 Prozent im Plus, für BMW ging es dagegen um 3,4 Prozent nach unten. Größter Gewinner waren Bayer, die rund 7 Prozent höher schlossen. Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA vom Freitagabend, den Fall Durnell zu überprüfen, markiere einen Wendepunkt in den langwierigen Roundup-Rechtsstreitigkeiten von Bayer und beseitige die größte verfahrenstechnische Unsicherheit, hieß es von MWB. Etwas positiver für die Lufthansa (+0,7%) gestimmt waren die Analysten von Morgan Stanley. Bei der Fluggesellschaft dürften die Kosten weniger stark gestiegen sein als zunächst angenommen.
XETRA-NACHBÖRSE
Wenig Bewegung hat es gegeben. Da die US-Börsen wegen eines Feiertags geschlossen waren, fehlten die Impulse von der Wall Street. Unternehmensnachrichten, die Einzelwerte hätten bewegen können, waren ebenfalls Mangelware.
USA - AKTIEN (Fr.)
Knapp behauptet - Vorsicht dominierte unter den Anlegern vor dem Wochenende. Zudem hatten die jüngsten Aussagen von US-Präsident Trump die Zinssenkungshoffnungen gedämpft. Trump schürte Zweifel an Kevin Hassett als nächstem Fed-Chef, der Vorsitzende des Nationalen Wirtschaftsrats im Weißen Haus galt bisher als aussichtsreichster Kandidat. Im Zuge dessen hatten Anleger ihre Wetten auf Hassett für den Fed-Spitzenposten halbiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass der ehemalige Fed-Gouverneur Kevin Warsh nominiert wird, stieg auf 60 Prozent. Händler sehen Hassett als die marktfreundlichere Option als Nachfolger von Powell und glauben, dass er eher als Warsh bereit sein könnte, die Zinsen niedrig zu halten. Gesucht waren teilweise erneut Aktien mit Bezug zu TSMC oder KI, nachdem der taiwanische Chipauftragsfertiger mit starken Geschäftszahlen und einem optimistischen Ausblick die Furcht vor einer KI-Blase vorerst zerstreut hatte. AMD legten 1,7 Prozent zu und Broadcom um 2,5 Prozent. Micron verteuerten sich um 7,8 Prozent, nachdem TSMC-Co-CEO Mark Liu Aktien des Speicherchipherstellers gekauft hatte.
USA - ANLEIHEN (Fr.)
Die Renditen stiegen, was Marktteilnehmer mit nachlassender Zinssenkungsfantasie erklärten nach den jüngsten Aussagen von US-Präsident Trump zur Powell-Nachfolge. Die Zehnjahresrendite stieg um 7 Basispunkte auf 4,22 Prozent.
+++++ DEVISENMARKT +++++
Devisen zuletzt +/- % 0:00 Vortag Mo, 17:20 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1664 +0,2% 1,1646 1,1644 -1,4%
EUR/JPY 184,39 +0,1% 184,13 184,11 -0,7%
EUR/CHF 0,9289 +0,0% 0,9287 0,9281 -0,2%
EUR/GBP 0,8677 +0,0% 0,8674 0,8671 -0,6%
USD/JPY 158,09 -0,0% 158,11 158,12 +0,7%
GBP/USD 1,3443 +0,1% 1,3427 1,3428 -0,8%
USD/CNY 6,9958 -0,0% 6,9962 6,9964 -0,3%
USD/CNH 6,9541 -0,0% 6,9562 6,9561 -0,1%
AUS/USD 0,6737 +0,4% 0,6714 0,6714 +0,0%
Bitcoin/USD 91.582,50 -1,0% 92.529,70 93.049,90 +7,7%
Die jüngsten Zolldrohungen des US-Präsidenten gegen verschiedene europäische Länder belasteten am Montag die US-Währung. Mit seiner Ankündigung, Zölle von zusätzlichen 10 Prozent auf Importe aus mehreren europäischen Ländern zu erheben, will Trump den Druck auf Dänemark erhöhen, Grönland an die USA abzutreten. Der Dollarindex fiel um 0,3 Prozent.
Mit der erneuten Zolleskalation gerät der Dollar am Morgen im asiatisch geprägten Geschäft weiter unter Druck - der Dollar-Index büßt weitere 0,5 Prozent ein - der Euro zieht entsprechend an.
Die indonesische Rupiah fällt am Morgen auf Allzeittief zum US-Dollar, nachdem der indonesische Präsident Prabowo Subianto seinen Neffen, Thomas Djiwandono, zum stellvertretenden Gouverneur der Notenbank nominiert hat. Die Märkte sähen dies, als potenzielle Beeinträchtigung der Unabhängigkeit der Zentralbank, urteilt Analyst Michael Wan von der MUFG Bank.
+++++ ROHSTOFFE +++++
METALLE
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold 4.711,50 4.671,23 +0,9% 40,28 +6,4%
Silber 94,53 94,72 -0,2% -0,19 +26,4%
Platin 2.038,91 2.041,09 -0,1% -2,18 +15,2%
Kupfer 5,89 5,91 -0,3% 0,06 +2,4%
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
(Angaben ohne Gewähr)
Die jüngste Entwicklung des Streits um Grönland verschafften den Edelmetallen Zulauf. Die Feinunze Gold verteuerte sich um 1,5 Prozent auf 4.666 Dollar. Der Silberpreis legte um 3,9 Prozent zu.
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
January 20, 2026 01:31 ET (06:31 GMT)