MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa -2-

06.01.26 07:45 Uhr

Der Dollar profitierte nach den Ereignissen in Venezuela nur vorübergehend von seinem Ruf als sicherer Hafen. Im späten Handel lag der Dollarindex 0,1 Prozent im Minus. "Da Venezuelas globale wirtschaftliche Rolle gering ist und die Operation schnell ausgeführt wurde, gibt es kaum einen Grund für eine anhaltende Dollar-Stärke", kommentierte Lale Akoner von eToro.

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Der Dollar neigt am Morgen im asiatisch geprägten Geschäft weiter leicht zur Schwäche. Der Greenback könnte als Fluchtwährung profitieren, sollten die geopolitischen Spannungen anhalten, urteilt Rabobank-Analystin Jane Foley. Der Dollar-Rückgang 2025 sei größtenteils eine Folge der Auflösung von Long-Positionen gewesen - also Wetten auf einen Anstieg der Währung. "Es ist vernünftig anzunehmen, dass der Markt nicht länger auf einen steigenden Dollar positioniert ist." Der Dollar dürfte daher positiver auf zunehmende geopolitische Spannungen reagieren, wie er es anscheinend am Montag getan hat, fügte sie hinzu.

+++++ ROHSTOFFE +++++

METALLE

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold 4.459,80 4.445,75 +0,3% 14,05 +0,3%

Silber 78,85 76,48 +3,1% 2,38 +2,2%

Platin 1.987,26 1.942,34 +2,3% 44,92 +4,2%

Kupfer 6,00 5,92 +1,3% 0,08 +46,0%

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YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags

(Angaben ohne Gewähr)

Deutlicher nach oben ging es für den Goldpreis, der ebenfalls von der Suche der Investoren nach Sicherheit profitierte. Die Feinunze verteuerte sich um 2,5 Prozent auf 4.440 Dollar. Für den Silberpreis ging es um 4,5 Prozent aufwärts. Der Kuperpreis zog um 5 Prozent an und erreichte Rekordhoch.

ÖL

ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 58,13 58,32 -0,3% -0,19 -20,1%

Brent/ICE 61,88 61,92 -0,1% -0,04 -18,6%

Das militärische Eingreifen der USA in Venezuela und die Absetzung des lokalen Machthabers Maduro gab den Ölpreisen Auftrieb. Die US-Sorte WTI verteuerte sich um 1,7 Prozent. Ein Anstieg der venezolanischen Produktion nach der Absetzung von Maduro werde voraussichtlich einige Zeit in Anspruch nehmen, hieß es. "Die Absetzung Maduros dürfte längerfristig den Weg für ein höheres Ölangebot ebnen", erwartete jedoch Analyst Peter Cardillo von Spartan Capital.

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+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR +++++

VENEZUELA

hat die Vereinten Nationen am Montag aufgefordert, die aus seiner Sicht erfolgte Entführung seines Präsidenten durch die USA zu verurteilen. Zudem teilte das Land mit, dass die staatlichen Institutionen normal funktionierten. In einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates erklärte der venezolanische Vertreter Samuel R. Moncada, dass die USA mit der Festnahme von Präsident Nicolas Maduro gegen eine Reihe von UN-Resolutionen verstoßen hätten. Derweil erklärten sich sowohl Maduro als auch seine Ehefrau bei einer ersten Anhörung vor einem Gericht in Manhattan für nicht schuldig.

HHLA

Die Hauptaktionärin der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) will die Minderheitsaktionäre hinausdrängen. Wie die Port of Hamburg Beteiligungsgesellschaft SE (PoH) mitteilte, strebt sie die Übertragung der A-Aktien der HHLA-Minderheitsaktionäre auf die PoH "gegen eine angemessene Barabfindung" ("Squeeze Out") an. Die PoH, deren Anteile von der Freien und Hansestadt Hamburg und der MSC Group gehalten werden, hält den weiteren Angaben nach mehr als 95 Prozent der HHLA-Aktien.

THYSSENKRUPP

Im Übernahmepoker um die Stahl-Tochter von Thyssenkrupp erhöht die IG Metall den Druck auf den indischen Bieter Jindal. "Wir glauben weiterhin, dass ein Einstieg von Jindal Steel im Sinne der Beschäftigen bei Thyssenkrupp Steel funktionieren kann. Dafür müssen den Worten jetzt aber Taten folgen", sagte Jürgen Kerner, Zweiter Vorsitzender IG Metall, der Rheinischen Post. "Jindal muss die zu Anfang gemachten unverbindlichen Zusagen nun konkretisieren und glaubwürdig weiterverfolgen, insbesondere was die Investitionen am Standort Duisburg angeht. Dafür braucht es ein transparentes Finanzierungskonzept. Grundlage dafür muss das vereinbarte Restrukturierungskonzept sein", sagte Kerner der Zeitung. Jindal hatte im September ein unverbindliches Angebot für Thyssenkrupp Steel abgegeben. (Rheinische Post)

VOLKSWAGEN

Die Händler von Volkswagen und Audi rechnen für 2026 mit steigenden Autopreisen. "Wir sehen zunehmenden Preisdruck, gleichzeitig steigen die Kosten", sagte Alexander Sauer-Wagner, Vorsitzender des VW- und Audi-Partnerverbands. Das mache die Spielräume der Hersteller und Händler kleiner. Für den Verkauf von Elektroautos sieht er dennoch Chancen. Maßgeblich sei hier weniger der Preis als die monatliche Leasingrate. Für 2026 hält er eine Annäherung der Leasingraten von Elektro- und Verbrennermodellen für möglich. (Handelsblatt)

PROSUS/JUST EAT - Der Chef von Prosus wirft der EU vor, seine Pläne für Investitionen in Höhe von bis zu 15 Milliarden US-Dollar in Europa zu behindern, nachdem der Technologiekonzern Just Eat Takeaway für 4,1 Milliarden Euro übernommen hatte. Fabrizio Bloisi sagte, er sei bereit, mehr in den Bereich der Lebensmittellieferung zu investieren, um einen europäischen Technologieriesen mit einem Wert von 100 Milliarden Dollar als Konkurrenz zu Doordash, das den britischen Just-Eat-Rivalen Deliveroo übernommen hat, zu schaffen. (Financial Times)

VINCI

hat mit einem nicht genannten Finanzdienstleister eine Vereinbarung über den Rückkauf eigener Aktien im Wert von bis zu 600 Millionen Euro unterzeichnet. Der Bau- und Infrastrukturkonzern teilte mit, die Vereinbarung gelte für einen Zeitraum vom 6. Januar bis spätestens zum 25. März 2026.

DEUTSCHE BAHN

Vor fast genau drei Jahren überraschte Evelyn Palla, damals noch Chefin des DB-Regionalverkehrs, mit einem ambitionierten Plan. Schon 2030, versprach die inzwischen an die Konzernspitze aufgestiegene Südtirolerin, werde die Deutsche Bahn rund 200 Millionen Reisende pro Jahr in eigenen On-Demand-Bussen befördern, die also nur "auf Bestellung" fahren. Mit der Initiative wolle sie den Umstieg vom Privatauto auf den öffentlichen Personennahverkehr erleichtern, besonders abseits der Städte. Nun fällt das Projekt der Ankündigung der neuen Bahn-Chefin, den Konzern "auf links zu drehen", zum Opfer. Unter der Ägide des neuen DB-Regio-Vorstands Harmen van Zijderveld verkauft der Staatskonzern das Geschäftsfeld an den Autozulieferer Benteler mit Hauptsitzen in Paderborn und Salzburg. (Handelsblatt)

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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January 06, 2026 01:45 ET (06:45 GMT)