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09.01.26 08:59 Uhr

KfW Research: Personen mit Einwanderungsgeschichte empfinden

Gründerimage in Deutschland häufig als problematisch

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Frankfurt am Main (ots) -

- Gesellschaftliches Ansehen der Selbstständigkeit ist insbesondere für Menschen

mit Einwanderungsgeschichte ein Gründungshindernis

- Grundsätzlich hat diese Bevölkerungsgruppe ein überproportional großes

Interesse daran, zu gründen

- 30 Prozent der Gründerinnen und Gründer hatten 2024 eine

Einwanderungsgeschichte

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Menschen mit Einwanderungsgeschichte haben im Vergleich zur Gesamtbevölkerung

häufiger das Gefühl, dass die Selbstständigkeit in Deutschland ein im Vergleich

zu einer Festanstellung geringeres Ansehen hat. Diese Wahrnehmung hält sie

entsprechend stärker davon ab, mit der Umsetzung ihres Gründungswunsches zu

beginnen.

Das ist ein zentrales Ergebnis einer neuen Kurzstudie von KfW Research. Demnach

haben Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Deutschland tendenziell eine

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höhere Präferenz für die Selbstständigkeit als die Restbevölkerung. Unter all

jenen Menschen in Deutschland, die noch nie selbständig waren und zuletzt auch

keine Gründungspläne hatten, können sich im langjährigen Durchschnitt 30 Prozent

vorstellen, sich selbstständig zu machen. Bei Menschen mit

Einwanderungsgeschichte sind es 44 Prozent. Dazu zählen alle Personen, die

selbst oder deren beide Elternteile seit 1950 nach Deutschland eingewandert

sind.

Viele andere Hürden, wie das finanzielle Risiko, die Bürokratiebelastung oder

die Arbeitsplatzsicherheit werden von Menschen mit wie ohne

Einwanderungsgeschichte zwar als gewichtigere Gründe gegen die Selbstständigkeit

angesehen. Das Gründerimage ist aber das Hemmnis, das bei Personen mit

Einwanderungsgeschichte im Vergleich zur Gesamtbevölkerung besonders häufig eine

Rolle spielt (37 Prozent im Vergleich zu 24 Prozent sehen das Gründerimage als

Hürde an).

"Das Gründerimage ist sicher nicht das entscheidende Hindernis, wieso Menschen

von einer Existenzgründung absehen. Es gibt für Personen mit wie ohne

Einwanderungsgeschichte viele andere wahrgenommene Gründungshemmnisse. Klar ist

aber, dass das Interesse zu gründen gerade bei Menschen mit

Einwanderungsgeschichte hoch ist und dieses Potential noch besser ausgeschöpft

werden kann", sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. "Es wäre wichtig,

das gesellschaftliche Ansehen von Selbstständigkeit zu verbessern. Schon in der

Schule sollte die berufliche Selbstständigkeit als gleichberechtige Erwerbsform

gegenüber der abhängigen Beschäftigung behandelt werden."

Laut KfW-Gründungsmonitor haben in der erwerbsfähigen Bevölkerung zwischen 18

und 64 Jahren in Deutschland etwa 27 Prozent eine Einwanderungsgeschichte in

erster oder zweiter Generation. Unter Gründerinnen und Gründern ist der Anteil

mit 30 Prozent im Jahr 2024 etwas höher, liegt damit aber nur knapp über dem

langjährigen Durchschnitt von 29 Prozent. Bei 585.000 Existenzgründungen im Jahr

2024 entspricht das rund 178.000 Gründerinnen und Gründern mit

Einwanderungsgeschichte.

Die Kurzstudie ist zu finden unter Fokus Volkswirtschaft | KfW (https://www.kfw.

de/%C3%9Cber-die-KfW/Service/Download-Center/Konzernthemen/Research/Fokus-Volksw

irtschaft/)

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