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23.11.2013 08:00
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Weihnachtsgeschäft: Deutsche in Kauflaune wie selten

Zum Jahresende drücken die Verbraucher noch einmal kräftig aufs Gas. Selbst die Berliner Politik kann das offenbar nicht mehr verhindern.
€uro am Sonntag
von Wolfgang Ehrensberger

Trotz einer leichten Konsumdelle im dritten Quartal und irritierender Signale aus Berlin wird die private Nachfrage bis zum Jahresende noch einmal kräftig anziehen. Experten sind sich nach einer Umfrage von €uro am Sonntag nahezu einig, dass vor allem im Weihnachtsgeschäft das Geld deutlich lockerer sitzen wird als in den Jahren zuvor — und dass dies auch 2014 so bleiben wird. Ifo-Konjunkturexperte Steffen Henzel macht dafür nicht nur gute Jobaussichten und Einkommenszuwächse oberhalb der Inflationsrate verantwortlich, sondern auch die niedrigen Zinsen auf Sparguthaben. „Wir rechnen in den nächsten Mo­naten mit überdurchschnittlichem Konsumwachstum.“

Störfaktoren gehen unter
Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater erwartet ein „Ausrufezeichen“ im Jahresschlussgeschäft. Störfak­toren gingen derzeit unter, da die ­großen Finanzkrisen erst einmal ­zurückgedrängt seien. Damit könne der Konsum weiter an Fahrt für 2014 aufnehmen. „Die Politik arbeitet zwar zurzeit kräftig an der Verschlechterung der deutschen Wettbewerbsfähigkeit, es wird aber Jahre dauern, bis sich das in den Zahlen widerspiegelt.“ Trotz hoher Energiepreise sei die Inflation immer noch so gering, dass die Einkommen real zulegten. Ebenso wie Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer erwartet Kater für das Schlussquartal einen Anstieg des privaten Verbrauchs von 0,4 Prozent und für 2014 von insgesamt 1,5 Prozent.

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) wird kommenden Mittwoch ihre Studie zum Konsumklima und zum Weihnachtsgeschäft vor­legen. Wie GfK-Experte Rolf Bürkl vorab erläuterte, sei das Konsumklima bereits in den vergangenen Monaten günstig gewesen, Einkommen und Anschaffungsneigung befänden sich auf einem hohen Niveau. „Die stabile Beschäftigung sorgt zusätzlich für Planungssicherheit — eine wichtige Voraussetzung bei größeren Anschaffungen“, so Bürkl.

Zoff um Fahrstuhlführer
Der Einzelhandelsverband HDE rechnet für dieses Jahr mit einem ­Zuwachs beim Weihnachtsgeschäft von 1,2 Prozent. Damit werde erstmals die Marke von 80 Milliarden Euro überschritten. Störfeuer befürchtet Einzelhandelsverbands-Präsident Josef Sanktjohanser allerdings durch mögliche Streiks im Weihnachtsgeschäft.

Der Einzelhandel streitet sich seit Monaten mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Während Verdi höhere Löhne verlangt, möchte der HDE den kompletten Manteltarif­vertrag modernisieren, der teilweise noch aus den 20er- und 50er-Jahren stammt und Berufsgruppen wie Fahrstuhlführer, Repassiererinnen (flicken Strümpfe mit Laufmaschen)­ und Kaffeebeleser (Kaffeebohnensortierer) enthält. Kurz vor dem Weihnachtsgeschäft stocken die Verhandlungen. „Wir werden uns keinen Millimeter bewegen“, sagte Sanktjohanser der „Welt“.

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