Suss MicroTec: Volles Orderbuch, gekappte Prognose
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Suss MicroTec senkt die Ziele für 2026 und verlagert die Produktion nach Taiwan und ins baden-württembergische Sternenfels. Ausgerechnet eine Kennzahl hat der Vorstand dabei unangetastet gelassen, und sie lässt die Senkung in einem anderen Licht erscheinen.
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Bei Suss MicroTec passen zwei Botschaften derzeit nur schwer zusammen. Einerseits meldete der Halbleiterausrüster für das dritte Quartal erneut einen hohen Auftragseingang und ein Orderbuch auf Rekordniveau. Andererseits nimmt der Vorstand die Prognose für 2026 spürbar zurück. Der Umsatz soll nun zwischen 405 und 425 Mio. Euro liegen, bisher waren 425 bis 485 Mio. Euro angepeilt. Bei der EBIT-Marge rechnet das Management nur noch mit 5 bis 7 Prozent statt 8 bis 10 Prozent. Das bisherige untere Ende der Umsatzspanne ist damit zum neuen oberen Ende geworden.
Garching gibt die Fertigung ab
Ein Teil der Senkung geht auf eine Standort-Entscheidung zurück. Suss konzentriert die Produktion auf die beiden bisher größten Standorte. Die Mask Aligner werden künftig schrittweise in Zhubei auf Taiwan gefertigt, die Modulfertigung wandert nach Sternenfels. Am Stammsitz Garching endet die Produktion, betroffen sind rund 70 Mitarbeiter. Forschung, Entwicklung und Konzernzentrale bleiben in Deutschland, zusätzlich entsteht ein Entwicklungs- und Applikationszentrum in Karlsruhe. Strategisch ist der Schritt nachvollziehbar, denn weniger Schnittstellen und mehr Kapazität nahe den asiatischen Kunden sollen die Lieferfähigkeit verbessern, solange die Nachfrage hoch bleibt.
Einmalkosten nur ein Teil der Erklärung
Die Kosten der Neuaufstellung beziffert Suss auf insgesamt rund 6,2 Mio. Euro, davon etwa 4,5 Mio. Euro im laufenden Jahr. Gemessen an der Mitte der neuen Umsatzspanne drückt das die Marge um gut einen Prozentpunkt. Gesenkt wurde die Margenprognose aber um drei Prozentpunkte. Der größere Teil der Lücke entfällt demnach auf Umsatzverschiebungen.
Die Verlagerung selbst bremst vorübergehend die Umsatzrealisierung, zudem sind einzelne Komponenten knapp, sodass Erlöse ins Jahr 2027 rutschen dürften. Weil die Fixkosten bleiben, schlägt jeder fehlende Euro Umsatz überproportional auf das Ergebnis durch. Rechnerisch ergibt sich aus der neuen Prognose ein operatives Ergebnis von grob 20 bis 30 Mio. Euro. 2025 hatte Suss bei 503,2 Mio. Euro Umsatz noch ein EBIT von 65,9 Mio. Euro erzielt.
Bruttomarge bleibt stabil
Bemerkenswert ist, dass die Prognose für die Bruttomarge mit 35 bis 37 Prozent unverändert bleibt. Das spricht dafür, dass Preise und Produktmix nicht unter Druck geraten sind, sondern Volumen, Timing und Sonderkosten das Ergebnis belasten. Genau hier liegt allerdings auch das Risiko. Ob die Umsätze tatsächlich nur verschoben und nicht verloren sind, hängt davon ab, wie schnell sich die Lieferketten entspannen und wie reibungslos der Produktionsumzug gelingt. Konkrete Zahlen zum Rekordorderbuch hat Suss bislang nicht genannt.
2027 wird zum Prüfstein
Die angepasste Prognose verschiebt die Erwartungen eher, als dass sie die Investmentstory grundsätzlich infrage stellt. Wer auf Suss setzt, setzt auf eine anhaltende Nachfrage nach Anlagen für Advanced Packaging im Umfeld von Hochleistungsrechnern und künstlicher Intelligenz. Kurzfristig haben Anleger jedoch erneut erlebt, dass Umsatz und Marge bei Suss schwer planbar sind.
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Erstellung am 27.10.26 um 14:48 Uhr.
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