Celesio-Aktie hebt ab - Übernahme durch US-Konzern McKesson?
Der Verkauf von Celesio durch den Familienkonzern Haniel nimmt konkrete Formen an und verhalf der Aktie des Pharmahändlers am Dienstag bis Börsenschluss zu einem Plus von rund 20 Prozent.
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Der US-Pharmahändler McKesson sei in fortgeschrittenen Gesprächen über eine Komplettübernahme, sagten mehrere mit der Sache vertraute Personen dem Wall Street Journal Deutschland. Dabei könnte Celesio - inklusive Schulden - mit mehr als 5 Milliarden Euro bewertet werden.
McKesson prüft offenbar seit Ende September die Bücher von Celesio. Allerdings sei der Deal noch nicht in trockenen Tüchern und könnte noch platzen, hieß es von mit der Sache vertrauten Personen. In Gesprächen mit dem Management und Celesio-Hauptaktionär Haniel sollen in der laufenden Woche weitere noch offene Punkte geklärt werden. Dazu zähle neben dem exakten Preis unter anderem auch die Finanzierung des Deals.
Läuft alles nach Plan, könnten die Amerikaner womöglich noch im Oktober eine Offerte ankündigen. Dabei sei eine Übernahmeprämie von bis zu 30 Prozent realistisch, berichten Sachkenner. Auf Basis des aktuellen Kurses entspreche dies einem Kaufpreis von rund 22 Euro je Aktie und einer Marktkapitalisierung von rund 3,74 Milliarden Euro. Inklusive Schulden steigt die Bewertung nach Berechnungen des Brokerhauses Market Securities damit insgesamt auf rund 5,38 Milliarden Euro. Unter der wahrscheinlichen Transaktionsstruktur legt McKesson ein freiwilliges Übernahmeangebot vor, wobei die Familie Haniel vorab zusichert, ihren 50,01-prozentigen Anteil zu tendern, sagte einer der Insider.
Haniel und Celesio wollten die Informationen nicht kommentieren. Bei McKesson war kurzfristig niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.
Über einen Verkauf des MDAX-Konzerns wird seit Jahren spekuliert. Richtig Fahrt nahm das Thema aber erst in diesem Sommer auf, als Haniel-Chef Stephan Gemkow in einem Interview sagte, der Pharmamarkt sei in Bewegung und das Celesio-Management lote aus, "was die beste Option für das Unternehmen ist - selbstständig zu bleiben, sich einen Bündnispartner zu suchen oder das Unternehmen zu verkaufen". Ein Verkauf von Celesio könnte rund 1,8 Milliarden Euro in die Familienkasse spülen - Geld, das Haniel zur Entschuldung und für Zukäufe gut gebrauchen könnte.
Celesio leidet in seinem Kerngeschäft Pharmahandel unter dem starken Wettbewerb und der zunehmenden Regulierung im Gesundheitswesen. Erst vor kurzem hatte Großaktionär Haniel Celesios Vorstandschef Markus Pinger geschasst, der eigens geholt worden war, um das Unternehmen wieder flott zu machen. Kurz darauf kassierte Celesio seine Gewinnprognose für 2013. Das Unternehmen erwartet nun einen bereinigten Betriebsgewinn (EBIT) von 405 bis 425 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr waren es noch 580 Millionen Euro gewesen.
Die neue Celesio-Chefin Marion Helmes äußerte sich in einem Interview mit der Börsen-Zeitung ausweichend zu einer möglichen Übernahme: Sie sehe "keine unmittelbare Notwendigkeit" für ein Bündnis mit einem amerikanischen Partner, "auch wenn es durchaus Chancen mit sich bringen könnte", sagte Helmes. "Unabhängig davon haben wir als Management natürlich die Aufgabe, zu jeder Zeit alle strategischen Optionen zur weiteren Entwicklung des Unternehmens auszuloten", fügte sie hinzu.
DJG/WSJ/jhe - Dow Jones Newswires
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