DroneShield-Aktie weiter im Bullenmodus: Was das neue Kursplus rechtfertigt

Die Aktie des Dronenabwehrspezialisten DroneShield hat einen starken Jahresstart erwischt. Auch am Montag geht es erneut nach oben.
Werte in diesem Artikel
• DroneShield-Kursanstieg getragen von Auftragserwartungen, nicht von Auftragsgarantien
• Aufnahme in Verteidigungs-Panel als strategische Chance
• Hohe Bewertung macht Aktie anfällig für Enttäuschungen
3,41 Prozent hat die DroneShield-Aktie zum Wochenstart an der Börse in Sydney zugelegt - und damit ihr Kursplus seit Jahresstart auf satte 47,73 Prozent ausgebaut.
Anhaltender Kurstreiber wirkt weiter als Kaufargument
Dabei profitiert der Anteilsschein weiter von den Erwartungen an eine Fortsetzung der starken Auftragslage, nachdem das Unternehmen in der vergangenen Woche für das "Dauerangebotspanel" des australischen Verteidigungsministeriums im Rahmen des Projekts LAND 156 Line of Effort 3 ausgewählt wurde. Diese Vereinbarung ermöglicht es dem Verteidigungsministerium, die Drohnenabwehrdienste von DroneShield im Rahmen einer selektiven und begrenzten Ausschreibung zu beschaffen. Das Panel steht dem Verteidigungsministerium zur Verfügung, um inländische Standortplanungs- und Unterstützungsleistungen in Anspruch zu nehmen, wie aus einer Pressemitteilung des Unternehmens hervorgeht.
Wetten auf weitere Aufträge laufen
Die Aufnahme in das Panel garantiere zwar keine Auftragsvergabe, wie DroneShield im Rahmen der Verkündung mitteilte. Die Vereinbarung ermögliche es dem Verteidigungsministerium jedoch, nach entsprechender Prüfung Drohnenabwehrlösungen für das Verteidigungsministerium und andere regierungsweite Einrichtungen als Dienstleistung zu beschaffen. Dadurch würden Vertragsabwehrverfahren vereinfacht und die Einsatzzeiten verkürzt.
Für Anleger ist dies offenbar Grund genug, sich weiter in die DroneShield-Aktie einzukaufen. Sie richten dabei ihren Blick insbesondere darauf, ob das Gremium künftig projektbezogene Ausschreibungen vergibt - und wie rasch daraus konkrete Aufträge und Mittelzuflüsse entstehen.
Potenzielle Risiken werden derzeit weitgehend ausgeblendet: Vergabeverfahren können sich verzögern, Wettbewerber könnten sich Aufträge teilen, und niedrige Servicepreise drücken unter Umständen bei hoher Nachfrage auf die Margen.
Bewertung der DroneShield-Aktie bleibt ambitioniert
Besonders im Blick behalten sollten Investoren der DroneShield-Aktie die ambitionierte Bewertung. In Analysen ist von Kurs-Gewinn-Verhältnissen im hohen dreistelligen Bereich und Umsatzmultiplikatoren weit über dem Branchenschnitt die Rede, was nur durch anhaltend sehr hohes Wachstum und eine nahezu "fehlerfreie" operative Umsetzung gerechtfertigt werden kann. Schon kleinere Enttäuschungen bei Auftragseingang, Margen oder Projektabwicklung können daher scharfe Kurskorrekturen auslösen, wie die starken Rücksetzer nach vorherigen Rallye-Phasen gezeigt haben.
Hinzu kommen klassische Risiken eines stark wachsenden, aber noch relativ kleinen Rüstungsunternehmens: hohe Abhängigkeit von einzelnen Großaufträgen, lange Verkaufszyklen bei staatlichen Kunden, politische und regulatorische Unsicherheiten sowie ein intensiver Wettbewerb mit größeren Rüstungskonzernen, die das Thema Drohnenabwehr ebenfalls für sich entdecken. Insiderverkäufe und Gewinnmitnahmen nach starken Kursanstiegen haben in der Vergangenheit zudem wiederholt zu Misstrauen und erhöhter Volatilität geführt, was zeigt, wie nervös der Markt auf Stimmungswechsel reagiert.
Auch technologisch besteht das Risiko, dass neue Angriffsarten oder konkurrierende Systeme DroneShield unter Druck setzen oder in Ausschreibungen verdrängen könnten. Scheitert das Unternehmen daran, seinen aktuellen Innovationsvorsprung zu halten oder rechtzeitig neue Lösungen zu liefern, kann das Wachstum deutlich hinter den derzeit eingepreisten Erwartungen zurückbleiben.
Redaktion finanzen.net
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Bildquellen: Droneshield
