12.05.2011 09:00

Hot Stock der Wall Street: Mediterranean Resources

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Nach jahrelangem Missmanagement haben die Großaktionäre des kanadischen Junior Explorers die Reißleine gezogen. Sie feuerten Vorstandschef Peter Guest.
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von Tim Schäfer, New York

So kassierte der Manager jährlich 312.000 Dollar. Kleine Explorer wie Mediterranean Resources zahlen erfahrungsgemäß selten derart fürstliche Gehälter. Trotz des schönen Salärs dümpelte der Aktienkurs seit Monaten vor sich hin. Es fehlte der Firma die Perspektive.

In den vergangenen Monaten sind nun etliche neue Führungskräfte an Bord gegangen, um die Firma in die nächste Phase zu bringen. So schnell wie möglich will das neue Team den Goldschatz, der sich im Nordosten der Türkei befindet, heben. Angesichts der hohen Rohstoffpreise leuchtet das ein.

Christopher Ecclestone, der frisch gebackene Vorstandschef, sagte mir am Rande einer Rohstoffkonferenz in New York, dass er sich vorstellen kann, bis zum Jahr 2013 mit der Produktion zu beginnen. Mit einem asiatischen Industriekonzern verhandelt Ecclestone bereits über ein Joint Venture. Ecclestone sucht einen Industrie-Partner, der die Mühle finanziert und baut. Im Gegenzug will der Vorstand Teile seiner dortigen Kupfer-, Blei- und Zink-Schätze an den potentiellen Partner abtreten. Rund 100 Millionen Dollar Kapital dürften notwendig sein, um die Infrastruktur für den Tagebau zu errichten. Weil die Firmenkasse das nicht hergibt, braucht Ecclestone unbedingt einen finanzkräftigen Partner. Eine Alternative wäre für ihn wohl mit den inländischen Minen einen Deal auszuhandeln. Wichtige Akteure in der Türkei sind Inmet, Eldorado Gold, Alamos Gold, Teck und Alacer (früher Anatolia Minerals).

1,9 Millionen Unzen Gold befinden sich in dem zwölf Kilometer langen und zwei Kilometer breiten Yusufeli-Areal nahe der türkischen Stadt Trabzond. Der Goldschatz ist durch ein Gutachten nachgewiesen worden, die Goldvorkommen können aber durchaus größer sein als bislang bekannt. Denn erst 20 Prozent des gebirgigen Landstreifens haben die Kanadier mit Bohrungen erkundet. Im kommenden Sommer sollen weitere Bohrungen vorgenommen werden, um mehr Gold zu finden. Im Juli wollen die Nordamerikaner eine umwelttechnische Lizenz in der Türkei beantragen. Ecclestone möchte jährlich um die 40.000 Feinunzen Gold abbauen. Hinzu kommen die Nebenprodukte Kupfer, Zink, Blei. Bei den derzeitigen Rohstoff-Taxen könnte im besten Fall ein Jahresumsatz von 70 bis 80 Millionen Dollar zusammen kommen. Demgegenüber steht ein Börsenwert von derzeit nur 19 Millionen Dollar. Das ist extrem wenig. Die Aktie kostet 0,17 Dollar.


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Gelingt es der Führungsspitze, die ehrgeizigen Pläne in die Tat umzusetzen, hat der Kurs beträchtliches Potential. Freilich bestehen gerade bei kleinen Gesellschaft hohe Risiken. Das Projekt kann sich verzögern oder das grüne Licht durch die türkischen Behörden kann länger dauern als erwartet. Auch kann es eine Herkulesaufgabe sein, einen Kooperationspartner zu finden. Insofern ist es empfehlenswert nur mit kleinen Geldbeträgen auf den Turnaround bei solchen Mini-Aktien zu setzen. Wer indes gute Aktien in dem Sektor herauspickt, kann glänzende Renditen verdienen.


Tim Schäfer, US-Aktienexperte für Euro am Sonntag, empfiehlt Mediterranean Resources
Hedgefondsmanager Eric Sprott hat sich beispielsweise auf kleine Minenwerte spezialisiert. Der kanadische Starinvestor erzielte im vergangenen Jahrzehnt eine Rendite von fast 25 Prozent jährlich. An Mediterranean ist Sprott allerdings nicht beteiligt. Mehr als 50 Prozent des Grundkapitals halten stattdessen Londoner Finanzadressen. Zehn Prozent befinden sich in Händen kanadischer Profianleger. Macquarie Bank, TD Bank und Teck Corporation halten jeweils ca. drei Prozent der Anteile. Seit dem Managementwechsel ist der Kurs schon angesprungen. Vielleicht geht die Rallye weiter. Kurzum: Es handelt sich um ein sehr spekulatives Papier mit Phantasie.

Tim Schäfer ist Journalist und schreibt seit 1998 über Börse, Aktien und Unternehmen. Seit 2006 lebt der studierte Diplom-Betriebswirt und DVFA-Aktienanalyst in New York und berichtet von dort über die Geschehnisse an der Wall Street, unter anderem für Euro am Sonntag. Bekannt ist Schäfer für seine Berichterstattungen über kleine Nebenwerte.

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