23.09.2013 10:38

Die Mischung machts! Risiken richtig streuen

Vermögensverwalter-Kolumne: Die Mischung machts! Risiken richtig streuen | Nachricht | finanzen.net
Vermögensverwalter-Kolumne
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Nichts ist beständiger als der Wandel - dies wusste bereits Heraklit 500 vor Christus.
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von Susanne Woda, Portfoliomanagerin der MERITO Asset Management GmbH in Dreieich

Dass diese Erkenntnis auch für die heutigen Kapitalmärkte zutreffen würde, konnte er nicht ahnen. Immer wieder werden Anleger durch ungeahnte Entwicklungen überrascht – positiv wie negativ. Auch wenn zwischenzeitliche Kursverluste nie gänzlich vermieden werden können, wappnen sich Anleger am besten mit einer breiten Risikostreuung gegen die Willkür der Märkte. Eine bloße Aufteilung in Aktien und Anleihen reicht dafür heute nicht mehr aus. Um flexibel agieren zu können, sollten weitere Assetklassen, wie Währungen und Rohstoffe, berücksichtigt werden.

Derzeit steht der Wind an den Kapitalmärkten besonders für Aktienanleger günstig. Die weltweiten Aktienmärkte sind seit 2009 im Aufwind und insbesondere heimische Aktien profitieren vom Börsenboom. Wie lange das noch so bleibt und aus welcher Richtung der Wind in Zukunft wehen wird, kann niemand mit Bestimmtheit voraussagen. Sicher ist jedoch, dass auch wieder Zeiten kommen, in denen andere Anlageformen honoriert werden. Historisch betrachtet konnten einzelne Anlageklassen nie ununterbrochen outperformen. Vor diesem Hintergrund ist es langfristig sinnvoll, das Vermögen aufzuteilen.

Eine Risikostreuung lediglich in Aktien und Anleihen reicht an den globalisierten und geldpolitisch gesteuerten Finanzmärkten nicht mehr aus. In der Vergangenheit wirkten sich sinkende Zinsen in der Regel positiv auf Anleihen aus, waren aber eher schlechte Vorboten für Aktien, da sie als Zeichen verschlechterter wirtschaftlicher Entwicklung galten. Dass die Faustformel „Anleihen rauf, Aktien runter“ nicht mehr uneingeschränkt gelten muss, lässt sich anhand der letzten zwei Jahre nachvollziehen. Die offensive Liquiditätspolitik der Notenbanken hat dazu geführt, dass beide Anlageklassen gleichzeitig profitieren konnten. Daran wird deutlich, dass es weiterer Anlageklassen bedarf, um die Risikoverteilung weiter zu optimieren.

Hierfür bieten Währungen und Rohstoffe weiterführende Diversifizierungsmöglichkeiten. Besonders der Einfluss von geopolitischen Ereignissen, die für andere Anlageklassen eher schädlich sind, trägt zur Risikostreuung bei. Zu erkennen war die Bedeutung mit Verschärfung der Lage in Syrien, die die Ölpreise nach oben trieb. Aber auch Edelmetalle, die weniger wirtschaftlichen Entwicklungen als dem Sicherheitsbedürfnis der Anleger und Inflationsängsten folgen, können Kursverluste im Depot infolge zunehmender Unsicherheit abmildern. Zudem kann durch die Beimischung von Währungen die Abhängigkeit des Gesamtvermögens von heimischen Zinsentwicklungen und Schuldenproblemen verringern.

Auch aus taktischen Gründen ist die Streuung von Risiken sinnvoll. Denn jede Anlageklasse hat in spezifischen Marktsituationen andere Stärken und Schwächen. Wenn durch außergewöhnliche Ereignisse einzelne Anlagen profitieren, eröffnet das Handlungsspielraum. Wer in diesem Jahr Öl in der Anlage berücksichtigte, obwohl die Aussichten auf steigende Preise angebots- und nachfrageseitig gering sind, konnte wider Erwarten wertvolle Gewinne realisieren und diese in andere kurzfristig verschmähte Anlageklassen investieren.

Für die Risikostreuung gilt: Des Einen Leid ist des Anderen Freud. Da es Gewinner und Verlierer gibt, kann ein diversifiziertes Portfolio den Vergleich mit der jeweils besten Anlageklasse kurzfristig nicht bestehen. Besonders wenn die heimischen Märkte boomen, neigen Anleger dazu, diese als alleinige Vergleichsbasis heranzuziehen und sind enttäuscht. Wer beispielsweise in den letzten zwei Jahren nur in deutsche und amerikanische Aktien investiert hat, hat bessere Anlageergebnisse erzielt, als Anleger, die auch Anleihen, Rohstoffe und Währungen im Portfolio gewichtet haben. Doch der Wind wird sich auch wieder drehen, und langfristig werden Anleger mit einem breit gestreuten Portfolio mit einer stabilen und nachhaltigen Wertentwicklung belohnt.

Immer mehr Privatanleger in Deutschland vertrauen bei ihrer Geldanlage auf bankenunabhängige Vermögensverwalter. Frei von Produkt- und Verkaufsinteressen können sie ihre Mandanten bestmöglich beraten. Mehr Informationen finden Sie unter www.vermoegensprofis.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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