finanzen.net
28.01.2020 19:18

Coronavirus vs. Aufwärtstrend: War das DAX-Allzeithoch nur ein Fehlausbruch?

Virusangst statt Börsenparty: Coronavirus vs. Aufwärtstrend: War das DAX-Allzeithoch nur ein Fehlausbruch? | Nachricht | finanzen.net
Virusangst statt Börsenparty
Die Freude über das neue Allzeithoch im DAX war nur von kurzer Dauer. Zwar spricht aus fundamentaler Sicht vieles für deutsche Aktien, nun greift an der Börse jedoch die Virusangst um sich.
• Virusängste belasten den DAX
• Allzeithoch verpufft schlagartig
• Deutsche Aktien sind immer noch günstig

Rund zwei Jahre nach dem letzten Rekordhoch erreichte der deutsche Leitindex, mit einem Punktestand von 13.640,06, am 22. Januar 2020 ein neues Allzeithoch. Die große Börsenparty rund um die neue Bestmarke blieb jedoch aus, da der Index sein neues Niveau nur wenige Minuten verteidigen konnte. Denn die Angst vor einer weltweiten Verbreitung des gefürchteten Coronavirus bzw. einer Pandemie stürzte nun auch den deutschen Leitindex in die Konsolidierung.

Die Angst um Chinas Wirtschaftskraft

Viele Investoren erinnern sich nun an die Jahre 2002 und 2003 zurück, als das um sich greifende SARS-Virus einen Schaden von über 30 Milliarden US-Dollar für die Weltwirtschaft verursachte. Angesichts der stark gewachsenen Bedeutung von China würde von einer massiven Verbreitung des Coronavirus nun jedoch ein viel größerer ökonomischer Schock ausgehen. Eine Wachstumsenttäuschung der chinesischen Wirtschaft würde heutzutage automatisch einen Kursverfall an den internationalen Finanzmärkten auslösen. "Wenn sich die Prognosen bestätigen, wird die chinesische Wirtschaft im 1. Quartal 2020 lediglich um 5,3 Prozent wachsen", so der Vermögensverwalter Markus Schön gegenüber dem Handelsblatt. Die Angst vor solch einem Szenario führte in Asien schon jetzt dazu, dass sich die Investoren reihenweise von ihren Beteiligungen verabschieden.

Hiobsbotschaft aus der Charttechnik

Dieser Umstand lässt natürlich auch den DAX nicht kalt, welcher nun wieder einige hundert Punkte unter seinem Allzeithoch vom 22. Januar notiert. Aufgrund dessen sprechen Experten schon davon, dass das neue Rekordhoch im DAX nur ein Fehlausbruch gewesen ist. Sollte es dem DAX in den nächsten Handelstagen nämlich nicht gelingen, zurück in den Bereich des ehemaligen und neuen Jahreshochs von 13.597 und 13.640 Punkten zu klettern, droht die Herausbildung eines Doppeltops. Eine derartige Formation würde dann für eine Trendwende sprechen, die aus dem bestehenden kurz- und mittelfristigen Aufwärtstrend einen Abwärtstrend machen könnte. Eine ähnliche Situation ergab sich schon im Jahr 2018, nachdem der deutsche Leitindex ein Doppeltop im Bereich 13.500 und 13.597 herausbildete und im Nachgang rasant gen Süden abwanderte.

Kein Grund zur Panik

Trotz Virusangst und charttechnischer Kapriolen besteht aus fundamentaler Sicht jedoch kein Grund zur Panik. "Der deutsche Aktienmarkt sollte sich auch in den nächsten Wochen solide entwickeln", so Maximilian Kunkel von UBS Global Wealth Management laut dem Handelsblatt. Diese Einschätzung teilt auch Christoph Ohme, denn der DWS-Fondsmanager hält gerade den deutschen Aktienmarkt für "langfristig weiter gut unterstützt". So betont auch Jochen Stanzl, Chefanalyst bei CMC Markets gegenüber dem Handelsblatt: "Die Börsenampeln stehen alle auf Grün".

Im Vergleich zum S&P 500…

Diese positiven Urteile lassen sich dabei auch durch fundamentale Daten untermauern. So sind die 30 deutschen Standartwerte im Vergleich zum S&P 500 wahre Schnäppchen. Denn während die US-Aktien für das laufende Jahr im Durchschnitt ein prognostiziertes Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19 aufweisen werden, beträgt das KGV des DAX lediglich rund 15. Dies ist für DAX-Verhältnisse nicht extrem günstig, jedoch noch weit unter dem amerikanischen Durchschnittsniveau. Neben dem Kurs-Gewinn-Verhältnis weist auch das Kurs-Buchwert-Verhältnis auf eine erhebliche Bewertungsdiskrepanz zwischen den beiden Ländern hin. Mit einem KBV von 1,5 sind die DAX-Aktien im Unterschied zu den S&P-Werten, welche im Durchschnitt ein KBV von 3,7 aufweisen, echte Preisknaller.

…sind DAX-Aktien echte Schnäppchen

Dabei weisen Unternehmen wie die Lufthansa, VW, BASF, BMW, HeidelbergCement, Allianz, MunichRe und Vonovia sogar Kurs-Gewinn-Verhältnisse von unter 14 auf und bieten des Weiteren noch Dividendenrenditen von bis zu fünf Prozent.

Notenbanken schwemmen die Angst davon

Aufgrund der angespannten Lage in Asien und der Angst vor einer weltweiten Pandemie interessieren sich jedoch nun nur noch die wenigsten Anleger für diese fundamentale Datenlage. Mittelfristig dürfte diese Angst jedoch von der Liquiditätsflut der Notenbanken weggeschwemmt werden. Denn auch wenn die Weltwirtschaft langsamer wächst und die Unternehmen weniger Profit erzielen, führt in der anhaltenden Niedrigzinsphase kein Weg an Aktien vorbei.

Ob Fehlausbruch oder 14.800 Punkte…

Zu dieser Einsicht kommt auch der DWS-Fondsmanager Christoph Ohme: "Im Niedrigzinsumfeld sind Aktien weiter eine sehr attraktive Anlageklasse, weil es nur sehr wenig renditestarke Alternativen gibt". Dementsprechend hat auch der deutsche Leitindex noch viel Ausbaupotenzial. So erwarten im Schnitt rund 30 Banken, laut einer Umfrage des Handelsblatts, dass der wichtigste deutsche Index am Jahresende bei rund 14.000 Punkten notieren wird. Die Bank of America kalkuliert sogar mit 14.800 Punkten.

… an Aktien führt vorläufig kein Weg vorbei

Trotz dieser positiven Prognosen ist es nun jedoch möglich, dass der DAX seine Verluste kurz- bis mittelfristig weiter ausbaut und eine Doppeltop-Formation herausbildet. An dem langfristigen Potenzial und der Attraktivität so mancher DAX-Aktie ändert dies dennoch nichts.

Pierre Bonnet / Redaktion finanzen.net

Werbung

Aktuelle Zertifikate von

NameTypWKNHebel
WAVE Unlimited auf AllianzDC5Q0E
Den Basisprospekt sowie die endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: DC5Q0E. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise** zu dieser Werbung.
Bildquellen: Maksim Kabakou / Shutterstock.com, Julian Mezger für Finanzen Verlag

Nachrichten zu DWS Group GmbH & Co. KGaA

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu DWS Group GmbH & Co. KGaA

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
13.02.2020DWS Group GmbHCo HoldJefferies & Company Inc.
13.02.2020DWS Group GmbHCo overweightBarclays Capital
03.02.2020DWS Group GmbHCo overweightJP Morgan Chase & Co.
31.01.2020DWS Group GmbHCo NeutralCredit Suisse Group
31.01.2020DWS Group GmbHCo kaufenDZ BANK
13.02.2020DWS Group GmbHCo overweightBarclays Capital
03.02.2020DWS Group GmbHCo overweightJP Morgan Chase & Co.
31.01.2020DWS Group GmbHCo kaufenDZ BANK
31.01.2020DWS Group GmbHCo buyUBS AG
30.01.2020DWS Group GmbHCo buyGoldman Sachs Group Inc.
13.02.2020DWS Group GmbHCo HoldJefferies & Company Inc.
31.01.2020DWS Group GmbHCo NeutralCredit Suisse Group
30.01.2020DWS Group GmbHCo HoldJefferies & Company Inc.
24.01.2020DWS Group GmbHCo NeutralCredit Suisse Group
15.01.2020DWS Group GmbHCo HoldJefferies & Company Inc.
10.12.2019DWS Group GmbHCo VerkaufenDZ BANK
31.10.2019DWS Group GmbHCo VerkaufenDZ BANK
20.08.2019DWS Group GmbHCo VerkaufenDZ BANK
25.07.2019DWS Group GmbHCo VerkaufenIndependent Research GmbH
30.04.2019DWS Group GmbHCo VerkaufenIndependent Research GmbH

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für DWS Group GmbH & Co. KGaA nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

DWS Group Peer Group News

Keine Nachrichten gefunden.

Heute im Fokus

Dow letztlich tiefer -- DAX schließt etwas leichter -- Commerzbank startet Squeeze-Out bei comdirect -- Lufthansa erwägt wohl Übernahme von TAP Portugal -- Disney, Virgin Galactic, Salesforce im Fokus

Nokia prüft anscheinend strategische Optionen. alstria office erlöst weniger - Umsatzwarnung für 2020. Walmart erwägt Teilverkauf von britischer Supermarktkette Asda. Aareal Bank senkt Dividende. Munich Re kündigt Aktienrückkauf an. Adecco schrumpft auch im Schlussquartal.

Umfrage

Machen Sie sich Sorgen um eine Coronavirus-Epidemie in Europa?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
NEL ASAA0B733
TeslaA1CX3T
Ballard Power Inc.A0RENB
Daimler AG710000
PowerCell Sweden ABA14TK6
Lufthansa AG823212
Apple Inc.865985
Amazon906866
BASFBASF11
Microsoft Corp.870747
SteinhoffA14XB9
Allianz840400
Deutsche Bank AG514000
Deutsche Telekom AG555750