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04.01.2018 20:18
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Diesen Einfluss könnte der neue Fed-Chef 2018 auf den Aktienmarkt haben

Yellen-Nachfolger Powell: Diesen Einfluss könnte der neue Fed-Chef 2018 auf den Aktienmarkt haben | Nachricht | finanzen.net
Yellen-Nachfolger Powell
Jerome Powell soll im Februar 2018 die Nachfolge von Fed-Chefin Janet Yellen antreten. Welche Auswirkungen könnte diese Veränderung auf die Geldpolitik und die Aktienkurse haben?

Das Jahr der Falken?

Jerome Powell, ein US-amerikanischer Jurist und Finanzbeamter, ist Präsident Trumps Kandidat als Nachfolger von Janet Yellen an der Spitze der US-Notenbank, einer der mächtigsten wirtschaftlichen Institution der Welt. Powell fungiert bereits seit 2012 als Fed-Gouverneur. Er gilt generell als Vertreter einer eher weichen Geldpolitik, ist also wie Yellen ein sogenannte Taube. Einige Analysten glauben jedoch, 2018 könnte - aufgrund weiterer Veränderungen in der ersten Reihe der Fed - ein Jahr der Falken, Anhänger einer harten Geldpolitik, werden. Andere hingegen sprechen sich gegen diese These aus. Auch die Prognose, dass Powell im Sinne Yellens handeln wird, spricht dafür, dass 2018 eher ein Jahr der weicheren Geldpolitik wird. In jedem Fall wird seine Geldpolitik auch die Aktienmärkte nicht völlig kalt lassen.

Powell folgt Yellen

Jerome Powell wird nicht nur die Stelle seiner Vorgängerin Janet Yellen übernehmen, sondern dürfte sich auch eng an ihrer bisherigen Politik orientieren.

Bei einer Bestätigungsanhörung im November bekräftigte Powell die gegenwärtige Politik der Fed. Es sei in seinem Interesse, die Zinssätze langsam zu erhöhen, sofern die Wirtschaft weiterhin beständig wachse, so der zukünftige Notenbankchef. Er stimmte somit den regulatorischen sowie politischen Entscheidungen von Yellen, der ersten Frau, die die Zentralbank leitete, und Ben Bernanke, der ihr vorausging, zu.

Bruce Kasman, Chefökonom bei JP Morgan, glaubt jedoch, dass die Fed die Zinsen im Jahr 2018 schneller anheben könnte als bisher angenommen. Schließlich habe die US-Wirtschaft zuletzt ein Wachstum von 3 Prozent verzeichnet und auch die Arbeitslosigkeit sei noch weiter auf 4,1 Prozent gesunken. Insgesamt glaubt jedoch auch Kasman weiter an Kontinuität: "Die Fed wird unter Führung von Jerome Powell nicht wesentlich von dem Plan abweichen, den Yellen vorgegeben hat."

Auch Robert Johnson, Präsident des American College of Financial Services, ist ähnlicher Meinung: "Im Gegensatz zu vielen anderen Ernennungen von Präsident Trump ist Powell eine sichere, nicht kontroverse Wahl. Er wird wahrscheinlich nicht von den aktuellen Fed-Richtlinien abweichen."

Wie könnten sich die Aktienkurse unter Powell entwickeln?

Powell dürfte die Aktienkurse Analysten zufolge in diesem Jahr nicht weiter nach oben treiben. Da die Zentralbank ihre Zinserhöhungsstrategie voraussichtlich fortsetzen wird, könnte dies stattdessen die Bewertungen belasten. Laut Robert Johnson könnte der anhaltende Bullenmarkt bei Aktien durch steigende Zinsen gestoppt werden.

Greg McBride, ein Analyst eines Finanzinformationsunternehmens aus New York, ist ebenfalls skeptisch: "Ein starker Anstieg der Zinssätze ist das offensichtlichste Risiko für die Aktienkurse. Mit der Anhebung der Zinssätze und dem Abbau der Bilanz befinden wir uns auf einem unbekannten Terrain."

Dem Portfoliomanager Ron McCoy zufolge wird die Fed im ersten Quartal 2018 beginnen, die Liquidität zu reduzieren und ihre Bilanz in diesem Jahr um mehr als 20 Milliarden US-Dollar pro Monat zu verringern. Das Entfernen der überschüssigen Liquidität könnte ein verlangsamtes Wachstum der Aktienbewertungen zufolge haben.

Edison Bzyzka, Chief Investment Officer von Safty Wealth Partners, glaubt noch nicht an wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Aktienkurse. Ihm zufolge seien die Auswirkungen eines neuen Fed-Chef zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar. Man könne noch nicht wissen, wie subjektiv der neue Notenbankchef sei. Die Erwartung höherer Zinssätze gebe es schon seit geraumer Zeit - Privatanlager sowie institutionelle Vermögensverwalter hätten diesen Faktor daher bereits eingepreist und seien somit gewissermaßen vorbereitet auf mögliche Handlungen Powells.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: isak55 / Shutterstock.com, fstockfoto / Shutterstock.com
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