06.03.2021 16:07

Anleihe auf Semper Idem Underberg: Mit bitterem Beigeschmack

Euro am Sonntag-Anleihecheck: Anleihe auf Semper Idem Underberg: Mit bitterem Beigeschmack | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Anleihecheck
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Mittelstandsanleihe des Monats: Regelmäßig untersucht die Redaktion von €uro am Sonntag in Kooperation mit URA Research Mittelstands-Anleihen. Diesmal gilt der Anleihe von DEAG Deutsche Entertainment AG unsere Aufmerksamkeit.
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€uro am Sonntag

von Redaktion Euro am Sonntag

Geschäft: Die Semper Idem Underberg AG produziert und vertreibt bekannte alkoholische Marken. In der ersten Hälfte des Geschäftsjahrs, April bis September 2020, hielt sich Underberg trotz Gaststättenschließungen sowie weniger Feiern und Reisen gut: Der Umsatz sank um vier Prozent, der Gewinn (Ebitda) um sieben Prozent, der Überschuss blieb gleich. Die Liquidität konnte gegenüber Ende März bei 20 Millionen Euro gehalten werden. Der Zwischenbericht wurde Mitte Dezember erstellt, vor der Lockdownverlängerung und dem wichtigen Jahresendgeschäft. Darin wurde die Prognose fürs gesamte Geschäftsjahr bestätigt: Umsatz minus zehn Prozent, Ebitda minus 74 Prozent. Diese Zahlen beziehen sich auf den Einzelabschluss, da zum Konzern kein Zwischenbericht veröffentlicht wird. Der Konzernabschluss ist indes aussagefähiger fürs Gesamtbild der Gruppe, die folgenden Finanzdaten beziehen sich darauf. Ende des Geschäftsjahrs 2019/20 wies der Konzernabschluss trotz eines 35 Prozent höheren Umsatzes schlechtere Kennzahlen auf als der Einzelabschluss: Der Jahresüberschuss vor Gewinnabführung war um 75 Prozent respektive 2,3 Millionen Euro niedriger, dies liegt an dem um zwei Millionen höheren Zinsaufwand für die Abzinsung von Pensionsrückstellungen. Auffällig sind im Konzern die hohen Forderungen gegen die Gesellschafterin Underberg GmbH & Co. KG, einer Zwischenholding mit Ergebnisabführungsvertrag, über die es jedoch kaum Finanzinformationen gibt.

Zinszahlung: Die Zinsdeckung gemessen am Gewinn (Ebit) ist nur ausreichend. Der Cashflow vor Zins und Steuer lag im Schnitt der vergangenen fünf Jahre nur rund zehn Prozent über den Zinszahlungen. Mit der Liquidität von mehr als 20 Millionen Euro sollten die Zinszahlungen für die beiden ausstehenden Anleihen aber weiter problemlos möglich sein.

Tilgung: Die Kennzahl Nettoschulden zu Ebitda ist aufgrund der hohen Verschuldung höchstens ausreichend. Die beiden Anleihen entsprechen mit einem Volumen von 85 Millionen Euro fast 75 Prozent des Konzernumsatzes. Dafür gibt es kaum Bankverbindlichkeiten. Underberg organisiert die Fremdfinanzierung fast nur über Anleihen, woran sich künftig nicht viel ändern dürfte. Der freie Cashflow war in den vergangenen vier Jahren wegen des wenig investitionsintensiven Geschäftsmodells stets deutlich positiv. Das Investorenvertrauen ist hoch, vom Rückgang in der Corona-Krise haben sich die Bondkurse rasch erholt.

Fazit: Bei den Finanzkennzahlen gibt es noch Verbesserungsbedarf bis zur Tilgung der Anleihen im Juli 2024 und im November 2025. Dies dürfte, auch nach Ende der Corona-Beschränkungen, schwierig sein. Die Branche ist wettbewerbsintensiv, zudem sind Verzögerungen bei der Verlagerung des Produktionsstandorts Berlin nach Rüdesheim nicht auszuschließen. Bei der Tilgung der Anleihen durch neue Emissionen werden der Markenname und die bisher überzeugende Präsenz am Kapitalmarkt helfen.
ISIN: DE000A2LQQ43

URA Research verwendet bei seiner Anleiheanalyse eine standardisierte Methode, die sich ausschließlich an den Interessen der Investoren orientiert. Zu den Kunden zählen Vermögensverwalter und Family Offices.











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Bildquellen: Underberg, Imagentle / Shutterstock.com

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