finanzen.net
15.05.2020 12:30

Eterna Mode Holding: Mit Mundschutz durch die Krise Geschäft

Euro am Sonntag: Eterna Mode Holding: Mit Mundschutz durch die Krise Geschäft | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag
Folgen
Regelmäßig untersucht die Redaktion von €uro am Sonntag in Kooperation mit URA Research Mittelstands-Anleihen. Diesmal gilt der Anleihe von Eterna Mode Holding unsere Aufmerksamkeit.
Werbung
€uro am Sonntag

Geschäft: Die Eterna Mode Holding ist mit ihren Töchtern ein führender Anbieter von Hemden und Blusen. In den Konzernabschlüssen werden regelmäßig ein Verlust nach Steuern (2019: 1,6 Millionen Euro) und ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag (2019: 34 Millionen) ausgewiesen. Gründe sind der hohe Zinsaufwand von zuletzt 3,7 Millionen Euro und der hohe Goodwill, der mit jährlich 6,4 Millionen liquiditätsneutral bis Juni 2021 abgeschrieben wird. Das negative Eigenkapital wird durch 32 Millionen eigenkapitalähnliche Gesellschafterdarlehen, die etwas länger laufen als die Anleihe, fast kompensiert. Der Goodwill verkörpert vor allem den Wert der seit 1863 aufgebauten Marke Eterna, sodass durch die Goodwill-Abschreibungen stille Reserven entstanden sein dürften.

Zinszahlung: Die Zinsdeckung ist gemessen am Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) gut. Der Cashflow vor Ertragsteuern und Zinsen lag in den vergangenen fünf Jahren stabil beim 2,5-Fachen der Zinszahlungen. Zusammen mit der zuletzt ausgewiesenen Liquidität sollten die zwei ausstehenden Zinszahlungen der Anleihe machbar sein.

Tilgung: Der Konzern hatte Ende 2019 keine Bankverbindlichkeiten. Das Schuldscheindarlehen aus dem Jahr 2017 (noch 25 Millionen Euro, umfangreich besichert) ist aber strukturell vorrangig gegenüber der Anleihe. Es wurde von einer Tochter, nicht der Holding emittiert. Die letzte Tilgung ist 2021 fällig, zwölf Monate vor der Anleihe. Bei Verletzung der Financial Covenants könnten die Schuldscheine gekündigt werden, beim Bond würde nur der Kupon um 0,5 Prozentpunkte steigen. Das Investorenvertrauen ist groß: Der Bondkurs stand bis Februar meist über 103 Prozent, in der Corona-Krise sank er unter 70, erholte sich aber rasch. Die Kennzahl Net Debt/Ebitda ist wegen der hohen Verschuldung nur ausreichend. Der Free Cashflow (Mittelzufluss laufendes Geschäft minus Investitionssaldo) war in den vergangenen sieben Jahren bis auf 2017 aber stets positiv. Für die Bondrefinanzierung wäre ein Mix aus Anleihe, Schuldscheinen, Bankdarlehen und hoffentlich auch Eigenkapitalinstrumenten möglich.

Fazit: Unter den Mittelstandsanleihen hält sich der Eterna-Bond in der Corona-Krise bisher mit am besten. Die Zinsen sollten aus nach der Krise wieder stabilem Cashflow heraus gezahlt werden können, wenn es nicht zu noch größeren Verwerfungen im ohnehin schwierigen Modemarkt kommt und der Finanzinvestor nicht aussteigt. Dann bestünde wegen der Kontrollwechselklauseln theoretisch die Gefahr der Kündigung durch Schuldschein- und Bondgläubiger. Die Anleiherefinanzierung 2022 scheint schwieriger. Das zeigt der Kurs- verfall der im April 2017 getilgten Anleihe vor deren Refinanzierung. Die Prognose für 2020 hat Eterna gestrichen. Fürs erste Quartal wird wegen der Ladenschließungen ein signifikanter Umsatz- und Ergebnisrückgang erwartet. Maßnahmen zur Krisenbewältigung sind unter anderem die Produktion von Mundschutzmasken und Kurzarbeit.

URA Research verwendet bei der Anleiheanalyse eine standardisierte Methode, die sich ausschließlich an den Interessen der Investoren orientiert. Zu den Kunden zählen Vermögensverwalter und Family Offices.


Bildquellen: travellight / Shutterstock.com, Sebastian Duda / Shutterstock.com
Werbung

Heute im Fokus

DAX verliert -- BMW verhandelt über Stellenabbau -- VW kauft in China für 2 Milliarden Euro zu -- Lufthansa-Aktien zollen Erholungsrally Tribut -- TUI, HUGO BOSS, Renault, Salesforce im Fokus

Richterin lässt Klage gegen Deutsche Bank und andere im Devisenskandal zu. BASF begibt Anleihen über 2 Milliarden Euro. "Jacobs"-Holding JDE Peet's bei Börsengang mit 15,6 Mrd Euro bewertet. Twitter versieht weiteren Trump-Tweet mit Warnhinweis. VW und Ford vertiefen globale Zusammenarbeit. Airbus-Aktie: S&P senkt Airbus-Rating auf A von A+; Ausblick negativ. HELLA im Fokus: Hoffen auf den Elektro-Boom.
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Umfrage

Wo sehen Sie den DAX Ende 2020?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Wirecard AG747206
Scout24 AGA12DM8
TUITUAG00
Lufthansa AG823212
Daimler AG710000
NEL ASAA0B733
ITM Power plcA0B57L
Airbus SE (ex EADS)938914
CommerzbankCBK100
BASFBASF11
Allianz840400
Carnival Corp & plc paired120100
BioNTech SE (spons. ADRs)A2PSR2
Shell (Royal Dutch Shell) (A)A0D94M