Benjamin Feingold-Kolumne

KI ist wieder das Megathema 2024

09.02.24 16:23 Uhr

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KI ist wieder das Megathema 2024 | finanzen.net

In den USA gehört die Billion zum guten Ton, wenn es um den Wert einer Tech-Firma geht. Aktien sind auch 2024 bisher nicht billiger zu haben. Wie reich werden Anleger mit den magischen sieben?

Neues Jahr und gleich neue Rekordstände für die Aktie von Nvidia, die auf über 700 Dollar klettert Das sind in diesem Jahr in wenigen Wochen allein schon wieder rund 40 Prozent Gewinn. In den Kursen steckt viel Fantasie: Neue Grafikchips, mit denen Endanwender künstliche Intelligenz auf ihren Computern besser nutzen können. Noch ist kaum abzusehen, welche Möglichkeiten KI in Zukunft bieten wird.

So wachsen Gesundheit und KI zusammen: Ein Badezimmerspiegel korrigiert in Echtzeit, wenn die Zähne nicht richtig geputzt werden und nach 30 Sekunden erhält man Informationen über den Gesundheitszustand. Ganz ohne Arztbesuch, praktisch und bequem vom heimischen Badezimmer aus. Volkswagen rühmt sich derweil, als erster Volumenhersteller künftig den Chatbot ChatGPT an Bord zu haben.

KI dominiert alles

Vor 24 Jahren begeisterte das Internet die Analysten, heute ist es die Revolution der künstlichen Intelligenz (KI). "Die entscheidende Frage ist jedoch, ob die prognostizierten Wachstumsraten tatsächlich eintreten werden", erklärt Norbert Betz, Leiter der Handelsüberwachung der Börse München/gettex. So überrascht es nicht, dass die Umsatzprognosen im Bereich der KI-Anwendungen für das Jahr 2024 zwischen 300 und über 500 Milliarden US-Dollar liegen und damit eine sehr große Spannbreite aufweisen. Eng verbunden mit dem Hype um künstliche Intelligenz ist die Rekordjagd der amerikanischen Schwergewichte.

Wenn in der Finanzwelt für eine Gruppe von Aktien ein eigener Name kreiert wird, muss schon etwas Besonderes passiert sein. Mittlerweile sind die "Magnificent Seven" für Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Nvidia und Tesla jedem Anleger ein Begriff, die sieben US-Giganten haben das Börsenjahr 2023 maßgeblich geprägt. Morgan Stanley hat die Gruppe in einem eigenen Zertifikat zusammengefasst, wobei man die magischen sieben mit Produkten wie dem Mini-Future mit der WKN ME048J sogar noch hebeln kann. In den vergangenen 4 Wochen legte das Papier um 27 Prozent zu. Noch besser zeigte sich der Chip Power-Index von Morgan Stanley mit WKN HD1N8Y, der mit Nvidia natürlich den Highflyer schlechthin als Aushängeschild hat.

Immer größere Dominanz

Die Gewichtung ist nunmehr atemberaubend. "Im Sommer 2023 machten sie zeitweise gut die Hälfte der Gewichtung im Nasdaq 100 aus. Auch nach der Indexreform bleibt ihr Einfluss mit rund 40 Prozent sehr hoch, die übrigen 93 Aktien im Index spielen nur eine untergeordnete Rolle", macht Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets auf die Chancen aber auch Risiken der Tech-Dominanz aufmerksam. Natürlich handeln auch bei seinem Broker die aktiven Anleger gerne die größten Titel und sind damit sehr gut gefahren. "Gegen Microsoft und Co. ist der DAX mittlerweile ein Zwerg", erklärt Molnar. Um sich die Dimensionen besser vorstellen zu können, reicht ein einfacher Vergleich: "DAX, MDAX und TecDAX bringen zusammen rund 2,4 Billionen Euro auf die Börsenwaage, die Magnificent Seven knapp elf Billionen Euro", rechnet Stefan Riße von Acatis vor.

Wie nachhaltig ist die Rally?

"Nicht zuletzt darf man die Fantasie der Magnificent Seven aber nicht allein auf die KI reduzieren", meint Betz. Zwar weise dieser Bereich die höchsten Wachstumsraten auf, allerdings ausgehend von einem noch vergleichsweise niedrigen Niveau. "Cloud Computing, digitales Marketing und Gaming sind Endmärkte der Tech-Giganten, die mit weiterhin dynamischen Wachstumsraten von 10 bis 20 Prozent im Jahresvergleich deutlich höhere Umsätze beisteuern", so Experte Betz.

Rally ohne 493

Mit der Rally haben sich natürlich auch die Bewertungsrelationen weiter nach oben verschoben und verzerren gleichzeitig das Gesamtbild. Ohne die "Magnificent 7" werden die übrigen 493 Unternehmen des S&P 500 für das Jahr 2023 voraussichtlich einen Jahresverlust ausweisen. Der gleichgewichtete US-Leitindex wird mit einem KGV von knapp 15 gehandelt, inklusive der sieben größten Werte steigt der Faktor auf rund 19. Insgesamt sind Microsoft, Nivida oder Meta wirklich magisch und zwar nicht nur beim Zähne putzen.

150 Jahre Börsenerfahrung kombiniert technische Analyse, Trading, Börsenpsychologie und konkrete Investments. Benjamin Feingold ist Mit-Gründer von Feingold Research. Unseren Börsendienst finden Sie unter feingoldresearch.de!

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