Christian Scheid

Mehr als Schall und Rauch

13.06.24 09:29 Uhr

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Im Herbst 2022 hatte US-Präsident Joe Biden eine Überprüfung angekündigt, ob Schritte zur Lockerung der Cannabis-Gesetze auf Bundesebene eingeleitet werden sollen. Nun kommt Bewegung in die Sache.

Die amerikanische Drogenbehörde Drug Enforcement Administration (DEA) scheint kurz davorzustehen, die Umstufung von Cannabis vorzubereiten. Statt zusammen mit Heroin oder LSD als Droge in einer Gruppe geführt zu werden, soll Cannabis wie Ketamin und Testosteron eingestuft werden, also als Substanz mit einem moderaten bis geringen Abhängigkeitspotenzial.

Inzwischen hat sich Biden öffentlich für die Herabstufung ausgesprochen. Das könnte ihm bei der Wahl im November Stimmen insbesondere von jüngeren Menschen einbringen. Laut einer Umfrage des Pew-Forschungsinstituts sind 88 Prozent der US-Bürger dafür, dass Marihuana für medizinische Zwecke oder für den Freizeitkonsum legal sein sollte.

Zwar bliebe auch bei einer Umstufung zunächst die Situation bestehen, wonach der Konsum in fast 40 der 50 Bundesstaaten zwar in der einen oder anderen Form legal ist, auf Bundesebene jedoch nicht. Dennoch wäre der Schritt ein kleiner Gamechanger für die Branche. Zum einen würde dadurch die Forschung und medizinische Anwendung erleichtert werden. Zum anderen stünden den Branchenunternehmen dann "klassische" Finanzierungswege offen - bis dato verweigern viele Banken den Cannabisfirmen mit Verweis auf das Bundesrecht ihre Dienste.

Auch wenn bis zur Neueinstufung noch einige Zeit vergehen dürfte, bringen die Pläne frischen Schwung für die einschlägigen Aktien. Nach einer kurzen, aber heftigen Rally haben Papier wie Canopy Growth und Aurora Cannabis einen Teil ihrer Gewinne wieder abgegeben. Möglicherweise ein guter Zeitpunkt für risikobereite Anleger, um einen Blick auf den North America Cannabis Select Index zu werfen. Darin sind zehn Top-Player aus den USA und Kanada vereint.

Der passende Tracker kommt von Vontobel (ISIN DE000VE21CB3). Für die Berechnung des Index fällt eine Gebühr von 1,6 Prozent p.a. an. Sie wird auf täglicher Basis direkt im Preis des Zertifikats berücksichtigt.

Christian Scheid ist seit rund 18 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist tätig, davon seit circa zehn Jahren als freier Autor. Aktuell schreibt er für mehrere deutschsprachige Fachmagazine und -zeitungen in den Bereichen Aktien und Derivate, darunter Börse Online, Capital, Euro am Sonntag und Zertifikate // Austria. Per 1. Juli 2014 kehrte er zum ZertifikateJournal zurück, wo er bis Ende 2009 schon einmal tätig war und die damalige Österreich-Ausgabe des ZJ verantwortete.


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