E-Commerce-Plattform Shopify kooperiert mit Pinterest und gewinnt 355 Mio. potenzielle Käufer!

12.05.2020 11:26:00

Liebe Trader,
an den Märkten sahen wir gestern ein gemischtes Bild. Während Indizes wie der Dow Jones und S&P 500 geringfügig nachgaben bzw. nahezu unverändert aus dem Handel gingen, konnten die Technologiewerte wieder ihre Bullenqualitäten unter Beweis stellen. Zurückzuführen ist dies vor allem darauf, dass die nun angekündigten Lockerungsmaßnahmen die Hoffnungen auf eine rasche Rückkehr zur „Normalität“ antreiben, jedoch nehmen auch die Sorgen bzgl. einer möglichen 2. Infektionswelle zu. Das Resultat war eine neuerliche relative Stärke bei Aktien, die in irgendeiner Form vom Stay-at-Home-Trend profitieren oder einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des Virus liefern. Zuletzt waren wir mit der Strategie sehr erfolgreich, uns auf genau diejenigen Aktien zu konzentrieren.

Heute achten wir erneut auf Aktien, die bereits zu den aktuellen Bullen zählen und nahezu täglich auf neue Hochs ziehen können. Dort sind meist positive Nachrichten dafür verantwortlich, dass neue Rallyebewegungen gestartet werden. So ist dies auch gerade beim E-Commerce-Spezialisten Shopify (SHOP) der Fall. Hier gab es nicht nur positive Quartalsergebnisse, sondern auch eine interessante Kooperation mit dem sozialen Netzwerkbetreiber Pinterest.

Shopify: einfache und schnelle Einrichtung des eigenen Online-Shops

Das kanadische Unternehmen Shopify weist derzeit eine Marktkapitalisierung von 87,09 Mrd. USD auf. Das Online-Portal ermöglicht es Kunden und Unternehmen jeglicher Größenordnung besonders einfach und mit wenigen Klicks einen eigenen E-Commerce-Shop in Leben zu rufen. Verschiedene Tools unterstützen die Nutzer auch bei der Erstellung einer eigenen Marke sowie auch bei möglichst erfolgreichen Online-Präsenz. Hierfür werden über 70 verschiedene Themes bereitgestellt und ein Drag-and-Drop Onlineshop-Baukasten erleichtert die Programmierung. Mit benutzerdefinierten Domains kann der eigene Online-Laden zusätzlich personalisiert werden. Geld verdient das Unternehmen mit monatlichen Beiträgen und Transaktionsgebühren. 63 % des Gesamtumsatzes können mit monatlich wiederkehrenden Einnahmen generiert werden. Hier überzeugt eine durchschnittliche Wachstumsrate von etwa 50 %. Shopify gibt an, derzeit einen 78 Mrd. USD großen Markt zu bedienen und bereits weltweit über 1.000.000 Händler zu unterstützen. Kunden sind mitunter auch Heineken, Leesa, Heinz, Lindt, KitchenAid, u. v. m.

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Quelle: Unternehmensseite https://investors.shopify.com/ Q1-2020 Präsentation

Shopify ermöglicht die vollständige Auslagerung des Vertriebs
Verkauft werden Waren jeglicher Art, wobei auch Funktionen wie Oberlo helfen bei der Erweiterung des Inventars und der Auslagerung des Vertriebs. Der große Vorteil dabei ist, dass der Kontakt mit Großhändlern leicht hergestellt werden kann. Diese übernehmen die Verpackungs- und Versandprozesse und helfen bei der Einsparung von Kosten. So müssen sich die Nutzer nicht um die Abwicklung von Bestellungen kümmern und können sich vermehrt auf das Marketing konzentrieren. Die Bestellung eines Kunden wird sofort direkt an den Dropshipping-Anbieter weitergeleitet, der in weiterer Folge die Lieferung übernimmt. So kann mithilfe eines weltweit bestehenden Logistiknetzwerks so einfach wie nie zuvor ein eigenes Online-Business gestartet werden. Die Nachfrage nimmt nun gerade deutlich zu, da durch die Corona-Krise Läden rund um den Globus geschlossen bleiben mussten. Der E-Commerce-Handel boomt gerade und neben Anbietern wie Amazon ist Shopify einer der großen Profiteure.

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Quelle: Unternehmensseite https://investors.shopify.com/ Q1-2020 Präsentation

Vertriebskanäle werden stetig erweitert
Shopify bedient bereits unzählige Kanäle und bietet mitunter auch vorgefertigte Einbindungen bei den weltweit beliebtesten Website-Erstellungsanbietern wie Wordpress an. Auf diese Weise können die Kunden auch einfach „Buy-Buttons“ auf der eigenen Homepage einbetten und so auf den Shopify-Account verweisen. Die Reichweite wird somit vergrößert und der Verkauf wird deutlich erleichtert. Immer wichtiger werden nun auch soziale Medien wie Facebook und Instagram. Partnerschafen mit Google und Facebook ermöglichen das einfache Starten von Marketing-Kampagnen. Mit Shopify Ping lässt sich ein Online-Chat einbinden, der den Kunden ein besseres Einkaufserlebnis bietet, indem dort Fragen zu Produkten gestellt werden können, Rabattcodes verschickt werden können bzw. auch direkt aus diesem heraus Bestellungen getätigt werden können. Damit kann vor allem die Kundenbeziehung verbessert werden und Verknüpfungen mit Shopify Chat, Apple Business Chat, Facebook Messenger sind bereits möglich. Weitere Apps sollen folgen. Angeboten werden auch eigene Software-Lösungen, die Smartphones und Tablets rasch in POS-Systeme (Point of Sale) verwandeln. So können auch Offline-Verkäufe und auch die Inventarverwaltung einfach über Shopify überwacht werden.

Kooperation mit Pinterest liefert 355 Mio. potenzielle Käufer
Erst am Donnerstag kündigte Shopify eine neue Partnerschaft mit Pinterest an. Pinterest ist ein soziales Netzwerk, bei dem Nutzer ihre Produkte mit Bildern bewerben können. Nun wird mittels einer neuen App die direkte Synchronisierung mit den Produktkatalogen und Shopping-Ads von Shopify ermöglicht, wodurch die weltweit 355 Mio. Pinterest-User schlagartig zu potenziellen neuen Käufern werden. Zwar verfügt Pinterest auch über eine eigene Checkout-Funktion, jedoch sollen hier die Abwicklungen über die Shopify-Kanäle durchgeführt werden. Bereits jetzt kann der neue Service in den USA und in Kanada genutzt werden. Die Ausweitung auf Australien, Neuseeland und Europa bzw. Italien, Spanien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland soll bereits in wenigen Wochen durchgeführt werden. Pinterest bietet bereits erfolgreich sog. Produkt-Pins an mit denen Waren und Dienstleistungen beworben werden können. Hier gab es allein im letzten Quartal einen Nutzeranstieg von 44 %. Der Traffic zu den damit verbundenen Retailern nahm sogar um 230 % zu. Diese Entwicklungen sollten nun auch Shopify in die Karten spielen. Immer wichtiger werden auch die über sämtliche Kanäle gesammelten Daten. Shopify verweist darauf, dass hier innerhalb der letzten 10 Jahre mehrere Mrd.-Transaktionen gespeichert wurden, die künftig dank maschinellem Lernen noch aussagekräftigere Insight-Tools liefern sollen.

Zahlen schlagen die Erwartungen – Baird rechnet mit deutlicher Umsatzsteigerung
Die erst am Mittwoch präsentierten Q1-Zahlen lieferten eine positive Überraschung. Der Umsatz verbesserte sich um 46,7 % auf 470 Mio. USD (Konsens: 443,1 Mio. USD) und das EPS konnte um 111,1 % auf 0,19 USD je Aktie anziehen. Hier rechnete der Analystenkonsens sogar nur mit einem Verlust von – 0,18 USD je Aktie. Die Subscription-Umsätze konnten um 34 % auf 187,6 Mio. USD gesteigert werden. Beim Merchant Solutions Revenue ging es um 57 % auf 282,4 Mio. USD bergauf, was vor allem auf das generell stark gestiegene GMV, also die gesamten über Shopify abgewickelten Verkäufe, zurückzuführen war. Dieses stieg um 46 % auf stolze 17,4 Mrd. USD an. Analysten wie Baird äußerten sich anschließend optimistisch und verweisen auf mehrere begünstigende Trends, die Shopify das Potenzial liefern, innerhalb der nächsten 5- 6 Jahre den Umsatz auf 10 Mrd. USD zu steigern und die operative Marke im zweistelligen Bereich wachsen zu lassen. Das Kursziel wurde von 475 auf 820 USD (Outperform) angehoben. Dies sorgt für Aufmerksamkeit, denn für das laufende FY-2020 rechnen die Experten noch mit einem Umsatz i.H.v. 2,07 Mrd. USD und einem EPS von 0,10 USD je Aktie. 2023 belaufen sich die Schätzungen auf 5,49 Mrd. USD bzw. 6,40 USD je Aktie.

Fazit: 
Der E-Commerce-Handel boomt gerade. Gerade jetzt profitiert Shopify vor allem davon, dass viele Unternehmen gezwungen wurden, einen Online-Vertrieb einzurichten. Hier könnte ein nachhaltig positiver Effekt entstehen, indem Nutzer die Vorteile für sich entdecken. Die Kooperation mit Pinterest bindet auch die stark wachsenden sozialen Medien immer besser ein und die insgesamt gesammelten Daten werden immer wertvoller, um Nutzerverhalten richtig zu interpretieren und Trends frühzeitig zu erkennen. Aus charttechnischer Sicht ist das Trend Template bereits wieder aktiv und die Aktie befindet sich in einer überzeugenden Aufwärtsbewegung. Nach einer kurzen Konsolidierung bricht die Aktie nun wieder auf ein neues Allzeithoch aus.

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Anlagetrend: E-Commerce

E-Commerce beschreibt den Trend hin zur elektronischen Abwicklung von Geschäftstransaktionen. Einen besonderen Stellenwert nimmt das Online-Shopping ein, bei dem Konsumenten Güter direkt über das Internet bestellen können. Für den Abschluss solcher Käufe bedarf es entweder einem Online-Store, auf den der Internet-User zugreifen kann, oder einem Online-Marktplatz, auf dem verschiedene Anbieter und Endkonsumenten zusammengebracht werden. Als klassisches Beispiel für einen solchen Marktplatz kann die Plattform eBay herhalten. Ein Beispiel für einen Online-Store ist hingegen Zalando. Aktien in diesem Bereich profitieren von der Tatsache, dass ein immer größerer Teil des Handels in das Internet verlagert wird. Infolge dessen verbuchte der E-Commerce in den vergangenen Jahren ein starkes Wachstum. In der Zukunft wird eine Fortsetzung dieses Trends erwartet.

Das im Jahr 1994 gegründete Unternehmen Amazon hat es vom Online-Buchhändler heute zum größten Online-Händler gebracht, der daneben zahlreiche digitale Produkte und Servicedienstleistungen verkauft. Der Marktführer kann jährlich ein starkes und konstantes Wachstum verbuchen.

Genannter Trend:
E-Commerce

Aktien E-Commerce

Wert Aktuell %
Alibaba 186,00 EUR 1,31%
Amazon 2.228,00 EUR 1,23%
eBay Inc. 40,01 EUR -0,22%
JD.com Inc (spons. ADRs) 48,70 EUR -0,20%
MercadoLibre IncShs 762,00 EUR -0,05%
Overstock.com Inc. 15,27 EUR -2,89%
Pricesmart Inc. 50,00 EUR -0,99%
Vipshop Holdings Ltd (spons. ADRs) 14,90 EUR 2,05%
Zalando 58,22 EUR -1,39%
zooplus AG 142,20 EUR 2,16%

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