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20.07.2020 22:16

BioNTech- und Pfizer-Aktien gewinnen kräftig: Erste Liefervereinbarung für Corona-Impfstoff mit Großbritannien - positive Studiendaten

"BNT 162": BioNTech- und Pfizer-Aktien gewinnen kräftig: Erste Liefervereinbarung für Corona-Impfstoff mit Großbritannien - positive Studiendaten | Nachricht | finanzen.net
"BNT 162"
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Das Mainzer Unternehmen BioNTech und der US-Konzern Pfizer haben mit Großbritannien eine erste Liefervereinbarung zu einem möglichen, gerade in der Entwicklung befindlichen Corona-Impfstoff geschlossen.
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Vorbehaltlich einer behördlichen Genehmigung oder Zulassung sollen 30 Millionen Dosen des Impfstoffkandidaten "BNT 162" geliefert werden, voraussichtlich in den Jahren 2020 und 2021, wie die Unternehmen am Montag mitteilten. Finanzielle Details wurden nicht bekannt. "Wir befinden uns in fortgeschrittenen Gesprächen mit verschiednen anderen Regierungen und hoffen, bald weitere Liefervereinbarungen bekanntgeben zu können", sagte BioNTech-Mitgründer und -chef Ugur Sahin nach der Mitteilung.

Zu insgesamt vier RNA-Impfstoffkandidaten von BioNTech und Pfizer laufen derzeit in den USA und in Deutschland Studien der Phase I und II. Für zwei dieser Kandidaten genehmigte die US-Arzneimittelbehörde FDA kürzlich ein beschleunigtes Zulassungsverfahren.

Erste Ergebnisse der bisherigen Studien in den USA haben BioNTech und Pfizer schon offengelegt und nannten sie "ermutigend", auch mehrere Experten hatten von positiven Ergebnissen gesprochen. Probanden - insgesamt waren es 45 gesunde Menschen im Alter von 18 bis 55 Jahren - hatten Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt. Unklar ist aber noch, ob diese Antikörper tatsächlich vor einer Infektion schützen. Das sollen Tests mit bis zu 30.000 Probanden zeigen.

Weitere 60 Millionen Dosen habe sich Großbritannien von dem Unternehmen Valneva gesichert, teilte der britische Wirtschaftsminister Alok Sharma am Montag in London mit. Das Unternehmen mit Sitz in Frankreich hat auch eine Produktionsstätte in Schottland. Es arbeitet an einem Vakzin mit inaktiven Coronaviren. Bereits zuvor hatte sich Großbritannien 100 Millionen Dosen eines Impfstoffes gesichert, an dem Forscher im britischen Oxford arbeiten.

Mehr als 150 Impfstoffe gegen das Coronavirus werden derzeit getestet, davon mehr als 20 am Menschen. Großbritannien ist das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land in Europa. Die britische Regierungsberaterin Kate Bingham warnte davor, "zu optimistisch zu sein". "Es bleibt die Tatsache, dass wir möglicherweise nie einen Impfstoff bekommen", sagte sie. "Und wenn wir einen bekommen, müssen wir darauf vorbereitet sein, dass es sich möglicherweise nicht um einen Impfstoff handelt, der vor einer Ansteckung schützt, sondern um einen, der die Symptome lindert."

Für die im Haupthandel an der New Yorker Tech-Börse NASDAQ gehandelte Aktie von BioNTech ging es am Montag aufwärts - zum Handelsende notierte das Papier um 3,46 Prozent höher bei 88,20 US-Dollar. Für die Pfizer-Aktie ging es an der NYSE um 0,69 Prozent ins Plus auf 36,50 US-Dollar.

BioNTech und Pfizer mit ersten Daten aus deutscher Covid-Impfstoff-Studie

BioNTech und der US-Pharmakonzern Pfizer machen Fortschritte bei der Entwicklung ihres Impfstoffes gegen Covid-19. Wie das in Mainz ansässige Biotechnologie-Unternehmen mitteilte, zeigen die Daten aus der laufenden deutschen Phase-1/2-Studie, dass der Impfstoffkanditat BNT162b1 hohe SARS-CoV-2-neutralisierende Antikörpertiter induziert. Der Impfstoff habe, im Vergleich zu den Ausgangswerten bei Studienbeginn, starke CD4+ und CD8+ T-Zell-Antworten hervorgerufen. Die RBD-spezifischen T-Zellen, die in immunisierten Probanden durch BNT162b1 hervorgerufen wurden, deuteten auf ein starkes Potenzial einer zellvermittelten antiviralen Aktivität hin. Das Zytokin-Profil zeige, dass Vakzin-induzierte T-Zellen einen Th1-Phänotyp aufweisen, der für die antivirale Immunantwort wichtig sei.

Die durch den Impfstoffkanditaten induzierten Antikörper zeigen den weiteren Angaben zufolge eine bereitgefächerte pseudovirus-neutralisierende Aktivität gegen ein Panel von 16 verschiedenen SARS-CoV-2-RBD-Varianten, die in publizierten SARS-CoV-2-Sequenzen identifiziert wurden, als auch gegen den neuen dominanten D614G-Virusstamm. Die Induktion robuster Immunantworten mit RBD-spezifischen Antikörpern und T-Zellen weise auf das Potenzial für mehrere verschiedene vorteilhafte Schutzmechanismen gegen Covid-19 hin.

Laut Mitteilung deuteten die Daten darauf hin, dass BNT162b1 sicher angewendet werden kann mit einem handhabbaren Verträglichkeitsprofil. Lokale und systematische Reaktionen nach Immunisierung mit BNT162b1 seien Dosis-abhängig, generell mild bis moderat ausgeprägt gewesen und nur vorübergehend aufgetreten, so BioNTech. Gelegentlich auftretende stärkere Nebenwirkungen (Grad 3, z.B grippeähnliche Symtome und Reaktionen an der Einstichstelle) seien spontan von selbst verschwunden oder hätten mit einfachen Maßnahmen behandelt werden können. Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden laut Biotech nicht festgestellt.

"Es ist ermutigend, dass die Daten für BNT162b1 aus der deutschen Studie im starken Einklang mit den bisherigen Ergebnissen der US-Studie stehen. Die vorläufigen Daten zeigen, dass unser mRNA-basierter Impfstoff bereits bei sehr niedrigen Dosen sowohl Antikörper- als auch T-Zell-Antworten induzieren konnte. Wir sind überzeugt, dass beide Mechanismen eine wichtige Rolle für die wirksame Bekämpfung von Krankheitserregern wie SARS-CoV-2 spielen könnten", so Özlem Türeci, Chief Medical Officer und Mitgründerin von BioNTech.

Die vorläufigen Daten wurden an 60 Probanden im Alter zwischen 18 und 55 Jahren evaluiert. Eine globale Phase-2b/3-Studie, an mehr als 30.000 Probanden, zur Untersuchung der Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffes soll abhängig von der behördlichen Genehmigung im späten Juli 2020 beginnen.

Vor rund einer Woche hatten Pfizer und BioNTech in den USA den so genannten Fast Track Status der US-Zulassungsbehörde FDA erhalten. Hiermit erhält der Impfstoff gegen Covid-19 die Möglichkeit einer beschleunigten Zulassung.

/chs/DP/mis

MAINZ (dpa-AFX)/FRANKFURT (Dow Jones)

Bildquellen: Biontech

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