02.11.2021 17:55

FMC-Aktie schließt stark: FMC stellt sich schlanker auf - Egebniseinbruch in Q3

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Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) stemmt sich mit einem Sparprogramm gegen Kostendruck und die Folgen der Corona-Krise.
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Mit schlankeren Strukturen, nur noch zwei globalen Säulen im Betriebsmodell sowie dem Abbau von weltweit 5.000 Arbeitsplätzen will die Tochter des Gesundheitskonzerns Fresenius die jährlichen Kosten bis 2025 um 500 Millionen Euro senken, wie Fresenius Medical Care am Dienstag in Bad Homburg mitteilte.

Künftig will sich FMC auf das Geschäft mit Produkten für Dialysezentren, Heimdialyse und Intensivmedizin konzentrieren sowie jenes mit Gesundheitsdienstleistungen für chronisch Nierenkranke, das den Löwenanteil der Umsätze ausmacht. Erste Nettoeinsparungen erwartet FMC bis Ende des Jahres 2023. Die für das Programm nötigen Einmalinvestitionen sollen bei 450 bis 500 Millionen Euro liegen.

FMC macht die Corona-Pandemie seit längerem zu schaffen. Viele chronisch Nierenkranke sterben mit oder am Coronavirus, was die Zahl der Behandlungen in den konzerneigenen Dialysezentren drückt. Im dritten Quartal ließ die Delta-Variante die Übersterblichkeit wieder steigen. Auch sind die Kosten für Sicherheitsmaßnahmen für Patienten und Beschäftigte hoch. Schon im Frühjahr warnte FMC Investoren vor einem Ergebniskick in diesem Jahr. Im dritten Quartal verzeichnete der Konzern ein leichtes Umsatzplus, aber ein Ergebniseinbruch um mehr als ein Fünftel, wie FMC am Dienstag weiter mitteilte.

Fresenius Medical Care betreibt weltweit etwa 4100 Dialysezentren für Nierenkranke und versorgt dort rund 345 000 Patienten. Bei Menschen mit Nierenversagen muss das Blut regelmäßig per Dialyse gereinigt werden. Zugleich ist FMC führender Anbieter von Dialyseprodukten wie Dialysegeräten, Dialysatoren und damit verbundenem Einweg-Zubehör

FMC sieht Umsatz und Ergebnis 2021 nur noch am unteren Ende der Prognosespanne

Der Dialysedienstleister Fresenius Medical Care (FMC) hat im dritten Quartal 2021 einmal mehr die Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren bekommen und rechnet mit einer anhaltenden Belastung durch die COVID-19-Pandemie. Das Auftreten der Delta-Variante habe die Übersterblichkeit im dritten Quartal erneut ansteigen lassen, woraus ein deutlich stärkerer COVID-19-Effekt resultierte als noch zu Jahresbeginn angenommen, teilte der Bad Homburger DAX-Konzern mit. Vor diesem Hintergrund geht er nun davon aus, dass Umsatz und Konzernergebnis im Gesamtjahr jeweils nur am unteren Ende der Prognosespannen liegen werden.

Grundsätzlich hält die größte Tochter des Gesundheitskonzerns Fresenius aber an ihrer Jahresprognose fest, die auf ein Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich und beim Konzernergebnis auf einen Rückgang im hohen Zehner- bis mittleren Zwanziger-Prozentbereich lautet.

Im abgelaufenen Quartal legte der Umsatz zwar leicht um 1 Prozent auf 4,441 Milliarden Euro zu. Operativ verdiente die Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA mit 505 Millionen Euro jedoch deutlich weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum mit damals 632 Millionen Euro. Das entspricht einem Minus von 20 Prozent bzw währungsbereinigt 19 Prozent. Analysten hatten im Mittel Erlöse von 4,482 Milliarden und ein EBIT von 503 Millionen Euro erwartet.

Nach Steuern und Dritten verblieb ein Gewinn von 273 Millionen Euro nach 354 Millionen vor einem Jahr, entsprechend einem Rückgang um 23 Prozent bzw währungsbereinigt 22 Prozent. Mit 269 Millionen Euro waren Analysten von einem noch etwas geringeren Nettogewinn ausgegangen.

FMC-Aktie im Plus - JPM nicht überzeugt

Schien es vorbörslich zeitweise noch so, als kämen FMC aus ihrem schweren Fahrwasser gar nicht mehr heraus, zeigte sich im XETRA-Handel ein anderes Bild. Der Markt honorierte am Dienstag die Kostensenkungspläne des Dialysekonzerns mit einem Kursplus von schlussendlich 0,95 Prozent auf 59,46 Euro. Mit in der Spitze 61,56 Euro brachte sie die Kurserholung wieder über die für den kurzfristigen Trend relevante 21-Tage-Linie. Noch am Freitag war der Kurs im Zuge pessimistischer Analystenstimmen und eines nach unten präzisierten Ausblicks des US-Konkurrenten DaVita auf ein Tief seit März gefallen.

Der Sparplan sei gewaltig und beeindruckend, sagte ein Händler. Von Berenberg-Analyst Tom Jones hieß es, das Programm erscheine vernünftig, womöglich ließen sich die Kostensenkungen auch schon früher realisieren. Die Zahlen von FMC für das dritte Quartal könne man vergessen, sie seien aber immerhin nicht schlimmer als befürchtet.

Analyst David Adlington von der US-Bank JPMorgan hält nach dem Ausblick von FMC die gegenwärtigen Markterwartungen allerdings noch für zu hoch. FMC habe die Prognosen für dieses Jahr zwar bestätigt, peile jetzt aber beim Umsatz und beim Reingewinn jeweils das untere Ende der weiten Spannen an. Die Markterwartung an den Überschuss dürfte daher deutlich sinken. Mit dieser Einschätzung ist Adlington nicht allein. Erst in der vergangenen Woche hatte Experte Falko Friedrichs von der Deutschen Bank die Anleger von FMC auf deutlich sinkende Erwartungen am Markt eingestellt.

dpa-AFX / Dow Jones Newswires

Bildquellen: Fresenius Medical Care

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