Alzchem: Rüstung weiter im Fokus

02.03.26 12:43 Uhr

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Alzchem enttäuscht beim Umsatz, überzeugt aber mit starkem Gewinnwachstum. Trotz verhaltener Prognose kommt nun aber Rückenwind vom wieder aufflammenden Rüstungsthema.

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Mit einem Kursrutsch von rund 5 Prozent hatte die Börse am letzten Freitag durchaus enttäuscht auf die Jahreszahlen von Alzchem für 2025 reagiert. Und das nicht zu Unrecht, denn mit einem mageren Umsatzplus von 1,4 Prozent auf 562,1 Mio. Euro hat das Chemieunternehmen nicht nur seine Prognose (580 Mio. Euro) leicht verfehlt, sondern isoliert betrachtet im vierten Quartal einen leichten Umsatzrückgang erlitten.

Spezialchemie boomt

Grund hierfür war das Geschäft mit Standardchemikalien, wo Preisrückgänge und eine schwache Nachfrage aus der Stahlindustrie zu einem Erlöseinbruch von 10,9 Prozent führten. Deutlich besser hingegen lief es im margenstarken Spezialchemiesegment, wo insbesondere die anhaltend hohe Nachfrage nach Kreatin-Produkten und nach Nitroguanidin, einer Vorstufe für Artilleriemunition, für ein kräftiges Wachstum von 8,8 Prozent sorgten.

Kräftiger Gewinnzuwachs

Das schlug auch auf die Ergebnisseite durch, denn das EBITDA konnte deutlich überproportional um 11 Prozent auf 116,5 Mio. Euro zulegen und damit auch die eigene Zielvorgabe von 113 Mio. Euro leicht toppen. Und auch unter dem Strich kam es zu einem kräftigen Zuwachs beim Nettogewinn um 17,3 Prozent auf 63,6 Mio. Euro.

Verhaltene Prognose

Für das laufende Jahr bleibt das Management dennoch nur vorsichtig optimistisch. Obwohl die Produktionskapazitäten im boomenden Spezialchemiegeschäft deutlich ausgebaut werden, peilen die Trostberger mit einem Zuwachs des Umsatzes um knapp 7 Prozent auf 600 Mio. Euro und des EBITDA um 8 Prozent auf 126 Mio. Euro vorerst nur ein mäßiges Wachstum an. In Relation zur bereits gehobenen Bewertung der Aktie mit einem KGV26 um 25 lässt sich daraus eigentlich kein weiteres Kurspotenzial ableiten.

Rüstungsthema wiederbelebt

Unterstützung kommt nun aber von anderer Seite, denn durch den Militärschlag der USA gegen den Iran sind die Rüstungswerte schlagartig wieder in den Fokus der Börse gerückt und haben auch der Alzchem-Aktie ein kräftiges Plus beschert. Zwar mag man einwenden, dass politische Börsen „kurze Beine“ haben und die Handlungen des erratischen US-Präsidenten kaum berechenbar sind. Je mehr die USA aber in solche Konflikte involviert werden, umso größer dürfte auch strukturell der Druck auf die anderen NATO-Partner werden, ihre Wiederaufrüstung konsequent und mit Hochdruck fortzusetzen. Das unterfüttert und verstärkt auch die Wachstumstreiber von Alzchem noch einmal. Perspektivisch erscheint die Aktie somit weiter haltenswert.

Es gibt noch weitere Unternehmen, die von dem Konflikt und seinen Konsequenzen für Themen wie Energiesicherheit dauerhaft profitieren könnten. Dazu gehören nicht zuletzt Anbieter aus dem Bereich Erneuerbare Energien, von denen einige schon zuletzt mit starken Zahlen und guter Aktien-Performance überzeugen konnten: zum Artikel

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Erstellung am 02.03.26 um 12:15 Uhr.

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