Aurubis: Kupfer-Riese unter Druck

16.03.26 16:15 Uhr

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Aurubis: Kupfer-Riese unter Druck | finanzen.net

Aurubis steht aktuell vor einer Bewährungsprobe – sowohl an der Börse als auch im operativen Geschäft. Wachsende Unsicherheiten rund um Kupferpreise, Energiekosten und die globale Konjunktur belasten das Bild.

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Aurubis ist Europas führender Kupferproduzent und -recycler – ein Unternehmen mit einem an sich soliden Fundament, das auf zwei Säulen ruht: der Verarbeitung von Kupferschrott einerseits und der Primärproduktion andererseits. Dazu kommen spezialisierte Kupferprodukte für Industrie, Elektronik und den Energiesektor, die höhere Margen bieten als das Standardgeschäft.

Langfristig spricht einiges für das Hamburger Unternehmen: Der Megatrend Elektrifizierung – ob Elektromobilität, Windkraft oder der Ausbau von Stromnetzen – dürfte die Nachfrage nach Kupfer strukturell erhöhen. Ein Elektroauto benötigt deutlich mehr Kupfer als ein Verbrenner, und erneuerbare Energieerzeugung ist grundsätzlich kupferintensiv.

Konjunkturelle Wolken trüben das Bild

Kurzfristig überwiegen jedoch die Risiken. Der globale Konjunkturzyklus belastet die Kupfernachfrage, und die Unsicherheiten rund um Handelspolitik und geopolitische Spannungen tun ihr Übriges. Besonders China als weltgrößter Kupferkonsument sendet gemischte Signale. Gleichzeitig zeigt der europäische Industrie- und Bausektor, traditionell ein wichtiger Abnehmer, weiterhin Schwächetendenzen. Das drückt auf die Recyclingvolumina, denn weniger Industrietätigkeit bedeutet auch weniger verfügbaren Kupferschrott – und damit eine schrumpfende Basis für das Kerngeschäft.

Energiekosten als strukturelles Handicap

Ein besonders heikles Thema ist der Energiebedarf. Kupferschmelzen und -verarbeitung sind extrem energieintensiv. Aurubis produziert überwiegend in Europa, wo die Energiekosten im globalen Vergleich schon vor dem aufgeflammten Iran-Konflikt auf erhöhtem Niveau lagen. Während das Recycling gegenüber der Primärproduktion aus Erz einen gewissen Energievorteil bietet, bleibt der Gesamtaufwand erheblich. Wettbewerber in Nordamerika oder Asien produzieren teils unter strukturell günstigeren Bedingungen, was den Hamburger Konzern zu kontinuierlicher Effizienzarbeit zwingt.

In diesem Umfeld wächst der Druck auf die Marge. Das Geschäftsmodell von Aurubis hat eine hohe operative Hebelwirkung: In guten Zeiten laufen die Gewinne überproportional mit, in schwierigen Phasen kehrt sich dieser Mechanismus um. Hinzu kommt, dass Aurubis kontinuierlich investiert – in neue Anlagen, Effizienzprogramme und den Ausbau der Recyclingkapazitäten. Das ist strategisch richtig, belastet aber kurzfristig Cashflow und Gewinnausweis.

Charttechnik: 50-Tage-Linie gebrochen

Vor allem die Energie- und Konjunkturproblematik haben sich zuletzt deutlicher im Chart niedergeschlagen. Im Ergebnis hatte die Aktie Ende letzter Woche die technische Unterstützung durch die 50-Tage-Linie nach unten durchschlagen. Zwar zeigte sie zum Wochenstart eine leichte Gegenbewegung, doch bislang konnte dieser neue Widerstand nicht zurückerobert werden.

Immerhin: Die technischen Indikatoren zeigen, dass die überkaufte Situation von Ende Januar inzwischen deutlich abgebaut wurde. Zwar befinden wir uns noch längst nicht im Bereich einer überverkauften Situation, doch grundsätzlich besteht weiterhin die Chance, dass Aurubis hier wieder an Boden gewinnen kann. Problematisch bleibt allerdings, dass das Handelsvolumen in den vergangenen Wochen eher rückläufig war. Das kann entsprechend schnell auch zu Fehlsignalen führen.

Fazit:
Insgesamt hat sich Aurubis in den vergangenen Wochen trotz des sehr herausfordernden geopolitischen Umfeldes als relativ stabil erwiesen. Auch der aktuelle Bruch der 50-Tage-Linie sollte noch nicht überbewertet werden. Allerdings scheint das Erholungspotenzial zumindest kurzfristig begrenzt.

Das unsichere Börsenumfeld scheint auch die Bremse bei der Aktie der JDC Group zu sein. Denn das Unternehmen hat gute Zahlen und eine starke Prognose für 2026 veröffentlicht, auf die der Kurs kaum reagiert hat. Noch scheint die Börse vorsichtig. Doch sobald sich die Lage beruhigt und/oder es sich abzeichnet, dass die ehrgeizigen Ziele erreicht werden, dürfte eine Neubewertung der Aktie starten: zum Artikel

Eine solche bahnt sich möglicherweise auch bei LAIQON an. Denn das Unternehmen will in diesem Jahr auf der Grundlage der intensiven Vorarbeiten aus den letzten Jahren massiv wachsen. Im Chart baut sich bereits eine Konstellation auf, die in einem kräftigen Aufwärtsschub münden könnte:  zum Artikel

Autoren: Die SmartCaps-Redaktion. Über uns: Das Team von SmartCaps zählt seit mehr als zwei Jahrzehnten mit dem „Anlegerbrief“ zu den erfolgreichsten Nebenwerteinvestoren in Deutschland. Das Musterdepot des Anlegerbriefs hat seit 1999 eine Rendite von mehr als 3.310 Prozent oder 14,3 Prozent p.a. (Stand: 14.03.26) erzielt. Mehr dazu finden Sie hier.

Erstellung am 16.03.26 um 14:29 Uhr.

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