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17.01.2019 06:25
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Woran Anleger erkennen können, dass ein Marktabschwung ins Haus steht

Bär vs. Bulle: Woran Anleger erkennen können, dass ein Marktabschwung ins Haus steht | Nachricht | finanzen.net
Bär vs. Bulle
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Immer häufiger wird darüber spekuliert, ob ein baldiger Bärenmarkt in Sicht ist, oder sich die positive Entwicklung der Wirtschaft und an den Aktienmärkten weiter fortsetzen wird. Sollte es zu einem Abschwung kommen, müssen Investoren gerüstet sein. Es gibt einige Aspekte der Finanzwelt, die beobachtet werden können, um eine mögliche Baisse vorauszusagen.
Natürlich gibt es nicht den einen Hinweis, der Anlegern auf einen Blick zeigt, dass es an der Zeit ist, ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen. Doch das Zusammenspiel von mehreren Faktoren, die für die Wirtschaft ein Risiko darstellen, kann trotzdem ein Vorzeichen für einen möglichen baldigen Bärenmarkt sein. Worauf können Investoren achten?

Invertierte Zinsstrukturkurve

Ein Anzeichen für einen baldigen Marktabschwung ist eine invertierte Zinsstrukturkurve. Diese entsteht dann, wenn Kreditgeber für Darlehen mit kurzfristigen Laufzeiten höhere Zinsen verlangen als für Leihgaben mit längeren Laufzeiten. Normalerweise ist es risikoreicher, Geld langfristig zu verleihen, als es kurzfristig zu verleihen, weshalb die Zinssätze für lange Laufzeiten höher sind. Höhere Zinsen für die kurzfristigen Anleihen bedeuten daher, dass bei den Kreditgebern die Ansicht vorherrscht, dass der Markt bald einbricht und das Risiko, für kurze Zeit Geld zu verleihen, höher ist als das für längerfristige Leihgaben.

Invertiert die Zinsstrukturkurve wird es für große Kreditgeber wie beispielsweise Banken unrentabel, Kredite zu vergeben. Denn gewöhnlich nehmen diese kurzfristige Kredite auf, um langfristige Kredite an die Leihenden zu vergeben. Sind die kurzfristigen Kredite teurer als die langfristigen, lohnt sich dieses Geschäft aber nicht mehr, weshalb es schwieriger wird, einen Kredit zu bekommen. Ergo fließt auch weniger Geld in die Wirtschaft, den Konsum etc., weshalb es zu einem Abschwung kommen kann. Jeder Rezession seit den 60er Jahren ging eine invertierte Zinsstrukturkurve voraus, weshalb Investoren dieses Anzeichen durchaus ernst nehmen sollten.

Hohe Volatilität

Auch eine hohe Volatilität ist oft ein Vorbote für eine Baisse. Der Volatilitätsindex (VIX) der CBOE, der auch Angstbarometer genannt wird, sollte von Anlegern immer im Blick behalten werden. Der VIX symbolisiert die erwartete Schwankungsbreite des Börsenbarometers S&P 500 für die nächsten 30 Tage. Wird eine hohe Schwankung des VIX erwartet, steigt implizit der Preis für Optionen.

Ein höherer VIX bedeutet damit auch, dass Anleger bereit sind, einen höheren Preis für Vermögenswerte zu bezahlen, um einen Ausverkauf zu verhindern. Seit der VIX 1993 erstmals berechnet wurde, ging jeder Rezession ein überdurchschnittlich hoher VIX-Wert voraus. Normalerweise bewegt sich der Index um die 20-Punkte-Linie. Ab einem Wert, der über diesem Mittel liegt, sollten bei Anlegern die Alarmglocken zu schrillen beginnen - denn dies könnte historisch belegt ein Anzeichen für einen baldigen Marktabschwung sein.

Schlechteres Konsumklima

Wenn ein gutes Konsumklima herrscht, bedeutet das, dass Konsumenten bereit sind, viel Geld in die Wirtschaft zu pumpen und auch größere Anschaffungen zu tätigen.

Ein Rückgang des Konsumklimas, das beispielsweise von der Universität Michigan in einem Index getrackt wird, ist also ein Warnzeichen, dass die Konsumausgaben bald geringer werden könnten, was wiederum zu einer entkräfteten Wirtschaft und damit einhergehend einem Kursrutsch am Aktienmarkt führen könnte.

Spanne zwischen Hochzinsanleihen und Staatsanleihen

Eine große Differenz zwischen den Renditen für Hochzinsanleihen und Staatsanleihen kann ebenfalls ein Vorbote für einen Crash sein. Hochzinsanleihen, die auch als Ramschanleihen bezeichnet werden, sind hochspekulativ, bergen aber aufgrund des hohen Risikos auch große Gewinnchancen. Haben Anleger Angst vor einem baldigen Bärenmarkt, verlagern sie ihre Vermögenswerte in sicherere Anlageklassen wie mehrjährig laufende Staatsanleihen. Die Rendite für Ramschanleihen steigt dadurch noch höher an, um doch noch Investoren für diese spekulative Anlageform zu finden. Eine große Spanne zwischen risikoreichen und risikoarmen Anleihen deutet also darauf hin, dass sich bei Investoren die Panik ausbreitet, was ein Omen für langsameres Wirtschaftswachstum, eine Rezession und einen bevorstehenden Bärenmarkt sein könnte.

Blasenbildung bei einzelnen Aktien

Steigt der Aktienkurs von einzelnen Unternehmen plötzlich und überproportional an, kann dies ebenfalls eine Prophezeiung für einen bevorstehenden Marktabschwung sein. Natürlich ist ein Kursplus erfreulich für Aktionäre, doch steigt der Kurs aus heiterem Himmel sehr steil an, kann das ein Hinweis auf hohe Spekulation vonseiten der Investoren sein - oder enormer Überschwänglichkeit. Wie bei der Tulpenmanie im 16. Jahrhundert oder bei der Dotcom-Blase Anfang des 21. Jahrhunderts deutlich wurde, kommt es bei einem Platzen der Spekulationsblase zu großen Problemen in der Finanzwelt. Spekulativ getriebene Höchststände sollten deshalb immer auch mit Vorsicht genossen werden.

Marktentwicklung nicht wirklich vorhersagbar

Die Marktentwicklung voraussagen zu wollen, ist immer nur ein Blick in eine Kristallkugel. Niemand kann vorher sicher sagen, ob es zu einem Aufschwung oder einem Abschwung kommt. Wer sich mit der Historie an der Börse auseinandersetzt, kann aber einige Muster erkennen, die einer Rezession und einer Baisse regelmäßig vorausgingen. Die eigene Anlagestrategie sollte daher immer auch mögliche Warnzeichen für einen möglichen Marktabschwung im Blick behalten.

Theresa Rauffmann / Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Konstantin Ivshin / Shutterstock.com, Bacho / Shutterstock.com
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