finanzen.net
02.11.2019 10:50
Bewerten
(0)

Technologie-Aktien: Wo Anleger noch Günstiges finden

Die zwei Gesichter: Technologie-Aktien: Wo Anleger noch Günstiges finden | Nachricht | finanzen.net
Die zwei Gesichter
Mehr Tech wagen: In Deutschland sind die Technologieaktien oft hoch bewertet oder laufen unter dem Radar. Die Aussichten, die Favoriten der Redaktion.
€uro am Sonntag
von Birgit Haas, Euro am Sonntag

Der Börsengang des Software-­Unternehmens Team­viewer aus Göppingen im Parkettsaal des Handelsplatzes in Frankfurt am Main war eine Show. 380 Mitarbeiter standen in Firmenshirts auf dem Parkett, applaudierten und hoben die Sektgläser zum Läuten der Glocke. Sie feierten das mit einem Ausgabevolumen von 2,2 Milliarden Euro größte Debüt ­eines Technologiekonzerns in Deutschland seit der Jahrtausendwende.

Mit der cloud-basierten Plattform von Teamviewer können Nutzer aus der Ferne auf Computer und internetfähige Geräte zugreifen. Für Reparaturen oder Netzwerkarbeiten müssen die geschäftlichen und privaten Kunden damit nicht mehr vor Ort sein. Auch Videokonferenzen lassen sich mit der 2005, im Gründungsjahr des Unternehmens, vorgestellten Software durchführen. Ein Zukunftsmarkt.

Absturz nach der Erstnotiz


Die gesamte Branche der Software- und IT-Dienstleister soll in diesem Jahr um fünf Prozent wachsen. Das ist etwas weniger als in den vergangenen Jahren, geopolitische Risiken wie der Handelskrieg, die Folgen des Brexit sowie die Flaute der Autoindustrie bremsen die Anbieter aus. Anders sieht es für Anbieter cloud-basierter Lösungen aus. Laut US-Marktforschungs- und Beratungs­unternehmen Gartner soll das Branchensegment in diesem Jahr um knapp 18 Prozent wachsen, bei Entwicklern von Infrastrukturanwendungen soll das Plus sogar bei rund 22 Prozent liegen.

Trotz der positiven Vorzeichen geschah eine Woche nach dem Börsengang, was nach Erstnotizen hierzulande oft passiert: Der Aktienkurs rauschte in die Tiefe. Nahezu 20 Prozent ging es abwärts. Den Anlegern stieß sauer auf, dass die Einnahmen aus dem Börsengang nicht in das Wachstum von Teamviewer gesteckt werden. Der britische Finanzinvestor Permira, der das Unternehmen vor fünf Jahren für 870 Mil­lionen Euro gekauft hatte, strich den ­Gewinn ein.

Dabei hat Teamviewer im Wertpapierprospekt eine Verschuldung von 936 Millionen Euro ausgewiesen. Noch vor drei Jahren schrieb das Unternehmen operativ rote Zahlen, im vergangenen Jahr lag das Ergebnis bei 107 Millionen Euro. Vorstandschef Oliver Steil ist aber überzeugt: "Wir sind in der Lage, sowohl künftiges Wachstum als auch die konsequente Rückführung unserer Verschuldung mit unseren eigenen Mitteln zu finanzieren." Tatsächlich wächst Teamviewer hoch profitabel.

Skepsis löste bei Anlegern auch die hohe Bewertung aus. Mit einem Börsenwert von fünf Milliarden Euro zählt das Unternehmen aus Göppingen zu den ­sogenannten Einhörnern, also Jung­firmen, die mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet werden. "Im Technologiebereich sind die Markterwartungen generell relativ hoch, aber die Bewertung von Teamviewer ist durchaus gerechtfertigt", sagte Mirko Maier, Analyst der Landesbank Baden-Württemberg. Begründung: Teamviewer habe eine aussichtsreiche Zukunft und werde recht zügig in den MDAX aufsteigen.

Kein Zwang zum Börsengang


Voraussetzung dafür ist jedoch, dass es der Firma anders ergeht als so manchem Techwert, der ebenfalls im vergangenen Jahr an der Börse gestartet ist. Die Titel der Online-Möbelverkäufer Home24 und Westwing haben in den letzten zwölf Monaten jeweils mehr als 80 Prozent eingebüßt. "Das Investoreninteresse lässt nach, wenn die Rahmenerwartungen nicht erfüllt werden", sagt Stefan Weiner, Chef des Geschäfts mit Eigenkapitaltransaktionen der US-Bank JP Morgan im deutschsprachigen Raum. Die Titel würden zu klein und damit ­illiquide werden.

Deshalb trauen sich einige Nachwuchsfirmen derzeit nicht an die Börse. "Gerade die Techunternehmen müssen auch nicht, wenn sie sehen, dass die Bedingungen nicht stimmen", erklärt Weimer. Da das Wagniskapital derzeit locker sitze, könnten sie sich so mit Finanzmitteln versorgen.

Die Bewertungen von Titeln wie Teamviewer oder auch des Softwaregiganten SAP sind exorbitant. Daneben gibt es aber gerade in Deutschland spannende Techwerte, die unter dem Radar laufen. Zum Teil ist das sogar gewollt. Adi Drotleff zum Beispiel, Vorstandschef von Mensch und Maschine, fühlt sich mit seinem Unternehmen - er hält 43,8 Prozent der Aktien - im Wachstumssegment Scale ganz wohl. Dabei ist das Unternehmen mit Sitz in Weßling bei München des Öfteren als SDAX- oder MDAX-Kandidat gehandelt worden. Die Aktie würde von einem Aufstieg insofern profitieren, als dass auch Emittenten von Indexfonds in das ­Software-Unternehmen investieren würden.

In der Szene der Nebenwerte gilt Mensch und Maschine als Perle. Um 15 Prozent hat der Entwickler und Vertreiber von 3-D-Software für Industrie, Architektur und Designbüros den Umsatz im vergangenen Jahr steigern können. Das operative Ergebnis legte sogar überproportional um 29 Prozent zu.

Das Ergebnis kommt nicht von ungefähr. Die Softwarebranche befindet sich im Umbruch. Mit dem Trend zu cloud- und plattformbasierten Anwendungen haben die Unternehmen ihre Bezahl­modelle angepasst. Einmal kaufen, installieren und, abgesehen von zwischenzeitlichen Updates, einfach nutzen - das gilt für Software schon lang nicht mehr. Vielmehr wird ein Abonnement zur Nutzung erworben, für die all­jährlich eine Gebühr fällig wird. Die Wartung ist dabei oft inklusive. Der Vorteil für die Unternehmen: Mit wiederkehrenden Einnahmen lässt es sich leichter planen, Konjunkturdellen lassen sich abfangen.

Mensch und Maschine hat umgestellt und damit Wachstum und Profitabilität angekurbelt - USU Software wechselt gerade. Das auf Service-IT spezialisierte Unternehmen aus Mönchengladbach hat nach einem schwierigen Jahr 2018 zurück in die Spur gefunden. Mehrere Großaufträge konnte USU Software 2019 bereits ergattern. Die Firma erwartet ein zweistelliges Wachstum für dieses Jahr. "Bei einer normalen Umsatzentwicklung gibt es eine überpropor­tionale Ergebnissteigerung", kündigte Investor-Relations-Chef Falk Sorge bei einer Veranstaltung von Rüttnauer ­Research an.

Techunternehmen sind nicht nur in den USA, auch in Deutschland einen zweiten Blick wert. Im nächsten Jahr dürften einige dazukommen. Stefan Weiner von JP Morgan rechnet mit sechs bis neun Börsengängen. Besonders bei den Techwerten gebe es attraktive ­Kandidaten.

Investor-Info

Mensch und Maschine
Vorsichtige Ziele


An diesem Montag will Mensch und Maschine Zahlen für das dritte Quartal vorlegen und sich dann auf das traditionell starke Jahresendquartal konzentrieren. Für das Gesamtjahr rechnet die Münchner Firma mit einem Umsatzwachstum zwischen 20 und 24 Prozent, das operative Ergebnis soll zwischen 22 und 33 Prozent zulegen. Im ersten Halbjahr 2019 lag das Unternehmen bereits deutlich über den schon verbesserten Zielen. Eine weitere Anhebung der Prognose ist durchaus möglich.

Teamviewer
Hohe Erwartungen


Teamviewer hat das Zeug zum Tech-Star, aber da sind ein paar Schönheitsfehler: Zum einen gibt es neben dem Wertpapierprospekt noch so gut wie keine Informationen. Die jährlichen Wachstumsraten im hohen zwei­stelligen Bereich sehen toll aus, aber die starke Verschuldung macht misstrauisch. Gläubiger ist Altaktionär und Private-Equity-Fonds Permira, der wohl an den Zinsen weiter verdienen will. Anleger warten zumindest die erste Quartalsmitteilung Mitte November ab.

USU Software
Klein, aber vielversprechend


Dank der Umstellung von Lizenz- auf den margenstarken Abo-Verkauf via Cloud hat USU im ersten Halbjahr die Krise 2018 abgeschüttelt und ist zurück auf dem Wachstum­pfad. Aufgrund von Nachholeffekten hat sich das operative Ergebnis mehr als verdoppelt, der Umsatz hat um rund sieben Prozent zugelegt. USU Software schaut sich derzeit nach Kaufzielen um, dafür stehen zwölf Millionen Euro Liquidität zur Verfügung - Fremdverbindlichkeiten hat das Unternehmen nicht. Nur für risikofreudige Anleger!






___________________________
Werbung

Aktuelle Zertifikate von

NameTypWKNHebel
WAVE Unlimited auf SAPDS99QH
WAVE Unlimited auf SAPDC36YG
Den Basisprospekt sowie die endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: DS99QH, DC36YG. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise** zu dieser Werbung.
Bildquellen: bluebay / Shutterstock.com, Ociacia / Shutterstock.com

Nachrichten zu SAP SE

  • Relevant
  • Alle
    4
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu SAP SE

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
18.11.2019SAP SE OutperformBernstein Research
18.11.2019SAP SE buyHSBC
13.11.2019SAP SE OutperformBernstein Research
13.11.2019SAP SE OutperformCredit Suisse Group
13.11.2019SAP SE buySociété Générale Group S.A. (SG)
18.11.2019SAP SE OutperformBernstein Research
18.11.2019SAP SE buyHSBC
13.11.2019SAP SE OutperformBernstein Research
13.11.2019SAP SE OutperformCredit Suisse Group
13.11.2019SAP SE buySociété Générale Group S.A. (SG)
13.11.2019SAP SE HoldBaader Bank
13.11.2019SAP SE NeutralUBS AG
13.11.2019SAP SE HoldKepler Cheuvreux
08.11.2019SAP SE HaltenIndependent Research GmbH
06.11.2019SAP SE NeutralUBS AG
05.04.2019SAP SE ReduceOddo BHF
21.07.2017SAP SE UnderperformBNP PARIBAS
24.10.2016SAP SE UnderperformBNP PARIBAS
19.10.2016SAP SE UnderperformJefferies & Company Inc.
11.10.2016SAP SE ReduceOddo Seydler Bank AG

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für SAP SE nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen

Chance-Risiko-Profil

Für viele Anleger sieht die ideale Geldanlage so aus: sicher wie eine Anleihe und gleichzeitig renditestark wie eine Aktie. Zertifikate können diee Rolle übernehmen. Wie Sie das Chance-Risiko-Profil Ihres Wertpapierdepots mit Zertifikaten justieren, verrät Ihnen Anlageprofi Anouch Wilhelms von der Commerzbank am Mittwochabend.

Jetzt kostenlos anmelden!
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

Dow schwächer -- DAX reduziert Abgaben -- ZEW-Konjunkturerwartungen steigen -- Amazon bekommt CL-Rechte -- Deutsche Bank: Gegenwind bei Radikalumbau -- JUST EAT, Sanofi, JOST im Fokus

Pfeiffer Vacuum-Aktie auf Talfahrt - Verkaufsempfehlung der DZ Bank. US-Investor KKR nimmt letzte Hürde bei Springer-Einstieg. Brandenburg hofft auf BASF-Batteriefabrik. EZB senkt Kapitalanforderung für Deutsche Bank leicht. Amazon: Druck Trumps schuld an verlorenem Pentagon-Milliardenauftrag. Apple Pay startet bei Sparkassen und weiteren Banken.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die Performance der DAX 30-Werte im November 2019.
Welche Aktie macht das Rennen?
Die Performance der Rohstoffe in in KW 49 2019.
Welcher Rohstoff macht das Rennen?
Das hat sich geändert
Diese Aktien hat George Soros im Depot
Das sind die reichsten Länder Welt 2019
Deutschland gerade noch in den Top 20
Hohe Gehälter:
Welche Arbeitgeber am meisten zahlen
mehr Top Rankings

Umfrage

Was wünschen Sie sich von der Großen Koalition?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Varta AGA0TGJ5
NEL ASAA0B733
EVOTEC SE566480
Apple Inc.865985
BASFBASF11
CommerzbankCBK100
Amazon906866
Microsoft Corp.870747
Ballard Power Inc.A0RENB
Deutsche Telekom AG555750
Infineon AG623100
Allianz840400