Ergebnisrückgang

E.ON-Aktie verringert Kursplus: E.ON bestätigt Jahresprognose trotz Corona-Effekten - Offen für Zukäufe

11.11.20 17:42 Uhr

E.ON-Aktie verringert Kursplus: E.ON bestätigt Jahresprognose trotz Corona-Effekten - Offen für Zukäufe | finanzen.net

Der nach der innogy-Übernahme voll konsolidierte Energiekonzern E.ON hat infolge der Corona-Krise weniger verdient, seinen Ausblick für das Jahr aber dennoch bestätigt.

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Wie erwartet, sank das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) in den ersten neun Monaten um rund 300 Millionen Euro auf 2,7 Milliarden Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss sank auf 1,089 Milliarden Euro von rund 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr.

Der Rückgang sei überwiegend auf die Belastungen durch die COVID-19-Pandemie und die außergewöhnlich warme Witterung Anfang des Jahres zurückzuführen, erklärte das DAX-Unternehmen. Rund die Hälfte der Ergebnis-Effekte aus COVID-19 entfielen demnach auf das regulierte Netzgeschäft. Die E.ON SE geht davon aus, dass der Großteil dieser Effekte erst wieder zwischen 2022 und 2024 aufgeholt werden kann.

Infolge des RWE-E.ON-Deals und der innogy-Übernahme stieg der Umsatz des Konzerns dagegen um 85 Prozent auf 43,314 Milliarden Euro an. Die Vorjahreszahl enthält auch den bis zum 18. September 2019 nicht fortgeführten Geschäftsbereich im Segment Erneuerbare Energien. So gerechnet, sank der auf die E.ON-Gesellschafter entfallene Konzernüberschuss von 2,101 Milliarden Euro auf 1,002 Milliarden Euro (minus 52 Prozent).

"Die Folgen der Pandemie konnten und können wir durch rechtzeitige und vorausschauende Maßnahmen begrenzen", erklärte Finanzvorstand Marc Spieker. Die nachhaltigen Auswirkungen fielen daher nur moderat. "Das bestärkt uns darin, sowohl unsere mittelfristigen Ziele als auch unsere Dividendenpolitik in vollem Umfang zu bestätigen."

E.ON geht für das Geschäftsjahr 2020 weiterhin von einem bereinigten EBIT zwischen 3,6 und 3,8 Milliarden Euro und einem bereinigten Konzernüberschuss von 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro aus.

E.ON kontert Corona-Krise - Konzern nimmt Fördergelder ins Visier

Der Energiekonzern E.ON will aus der Corona-Krise Kapital schlagen und die milliardenschweren Fördertöpfe der EU und der Bundesregierung anzapfen.

"Von den insgesamt 750 Milliarden Euro, die die EU an Fördermitteln bereitstellen wird, sind rund 60 Milliarden für klimabezogene Ausgaben in den relevanten E.ON-Märkten vorgesehen", erklärte Finanzchef Marc Spieker am Mittwoch bei der Vorlage der Quartalszahlen. Die meisten dieser Aktivitäten passten perfekt zu den eigenen Investitionsplänen. Für E.ON ergäben sich dadurch zusätzliche Möglichkeiten etwa in den Bereichen Netze und Infrastruktur. Die Experten im eigenen Haus hätten bereits rund 200 Projekte im Volumen von mehreren Milliarden Euro im Blick.

"Die von der Europäischen Union und der Bundesregierung beschlossenen Programme zur Belebung der Wirtschaft bieten uns erhebliche zusätzliche Investitionsmöglichkeiten in das Kerngeschäft, vor allem in den Bereichen Netze, Speicher und Infrastruktur", sagte Finanzchef Marc Spieker am Mittwoch auf einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

E.ON grundsätzlich offen für weitere Zukäufe

Der Energiekonzern E.ON kann sich nach dem Abschluss der Übernahme des Konkurrenten innogy grundsätzlich weitere Zukäufe vorstellen.

Voraussetzung sei aber, dass sich dadurch Synergien und Werte schaffen ließen, sagte Finanzchef Marc Spieker am Mittwoch auf einer Telefonkonferenz mit Journalisten. "In der Energiewirtschaft hat sich gezeigt, dass Marktsynergien grenzüberschreitend überschaubar sind." Daher sei eine gewisse geographische Nähe wichtig. Auf die Frage, ob E.ON seine Beteiligung an dem Berliner Versorger Gasag veräußern könnte, entgegnete der Manager, dass E.ON mit der Stadt Berlin, was die Energiewirtschaft angehe, ganz zufrieden sei.

E.ON-Aktie nach "soliden Zahlen" im Plus

Auf der Handelsplattform XETRA stieg die E.ON-Aktie letztendlich um 1,09 Prozent auf 9,48 Euro. Am Montag bereits war es ihnen gelungen, die 21-Tage-Linie zurückzuerobern, die aktuell bei etwas über 9,35 Euro verläuft. Diese Durchschnittslinie signalisiert charttechnisch interessierten Anlegern den kurzfristigen Trend der Aktien. Die 200-Tage-Linie für den längerfristigen Trend, die knapp unter 9,80 Euro liegt, stellt dagegen noch ein Hindernis dar. Diesem Widerstand hatte sich das Papier zuletzt am Montag genähert, bevor dann Gewinnmitnahmen eingesetzt hatten.

Analysten äußerten sich positiv zum Quartalsbericht und den bestätigten Prognosen für 2020 und 2022. Zugleich zeigten sie sich aber insgesamt wenig überrascht. "Solide Zahlen", lobte ein Händler mit Blick auf den Neunmonatsbericht. JPMorgan-Analyst Vincent Ayral hob insbesondere hervor, dass sowohl die operativen Ergebnisse (Ebitda und Ebit) als auch der bereinigte Überschuss leicht über den Marktschätzungen gelegen hätten.

RBC-Experte John Musk sowie Alberto Gandolfi von Goldman Sachs indes sprachen von weitgehend wie erwartet ausgefallenen Zahlen. Ebenfalls habe E.ON wenig überraschend seine Zielspannen für das Ebit und den Überschuss im laufenden Jahr sowie für 2022 bekräftigt. Das, so schrieben beide, passe auch zu ihren Prognosen. Gandolfi allerdings schränkte ein, dass er im Mittel beim bereinigten Nettogewinn 2020 etwas unter der Marktprognose liege.

Er bleibt zudem wegen der hohen Verschuldung E.ONs bei seiner Verkaufsempfehlung. Diese dürften künftige Wachstumschancen begrenzen, erwartet Gandolfi. Zudem, so befürchtet er, dürften Schritte zur Entschuldung ergebnisverwässernd wirken. Dazu zählen etwa Kapitalerhöhungen.

Musk schrieb zudem: "Alles in allem, da die Ziele beibehalten wurden und die Zahlen wie erwartet ausfielen, dürfte der Markt kaum etwas Begeisterungswürdiges finden. Während der nun anstehenden Analystenkonferenz dürfte etwa die Frage im Vordergrund stehen, inwiefern sich E.ON auf die Energiewende vorbereite, sobald COVID nicht mehr so zentral sei. Außerdem rechnet auch er mit Fragen darüber, wie E.ON von den hohen Schulden herunterkommen wolle.

Dow Jones Newswires / dpa-AFX / Reuters

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Bildquellen: Patrik Stollarz/AFP/Getty Images

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