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25.09.2018 08:50
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Outdoor-Ausrüstung: Aktien für den Gipfelsturm

Euro am Sonntag-Aktien-Tipps: Outdoor-Ausrüstung: Aktien für den Gipfelsturm | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Aktien-Tipps
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Nach Jahren der Stagnation klettern die Umsätze von Marken wie North Face oder Canada Goose beträchtlich. Anleger mit Abenteuerlust hängen sich dran.
€uro am Sonntag
von Birgit Haas, Euro am Sonntag

Auf kühlere Tempera­turen und Regentage ist das US-Unternehmen VF bestens vorbereitet. Der Textilproduzent hat vor Kurzem angekündigt, seine Jeansmarken Wrangler und Lee auszulagern und als eigenständige Firma an die Börse zu bringen. Die Markenmutter von North Face, Jansport, Timberland und Vans konzentriert sich damit pünktlich zur Hauptsaison auf Outdoor-Bekleidung.


Im zweiten Halbjahr holt die Branche üblicherweise den größten Umsatz. Frei nach dem Motto "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung" hüllen sich die Bewohner der nördlichen Erdhalbkugel in atmungsaktive, nässeabweisende und gut gefütterte Textilien. Umso mehr, seit sich Modebewusstsein und Robustheit nicht mehr ausschließen.


Lange stagnierte der Markt. 2017 kam wieder Bewegung in die Branche. "Es gibt Wachstum, großes Wachstum", stellt John Jansen, Präsident des eu­ropäischen Outdoor-Verbands EOG, fest. Vor zwei Jahren lag der weltweite Umsatz mit wetterfester Kleidung bei knapp 44 Milliarden US-Dollar. 2017 stieg er auf über 50 Milliarden, im laufenden Jahr hoffen die Hersteller auf 58 Milliarden Dollar.

Der 118 Jahre alte US-Konzern VF hat rechtzeitig die Kleidung gewechselt. Damenwäsche der Marke Vanity Fair (daher das Kürzel) gibt es seit über zehn Jahren nicht mehr, Jeans sollen bald ebenfalls passé sein. Verständlich: Der Outdoor-Umsatz wuchs im vergangenen Geschäftsjahr bis Ende März um acht Prozent auf etwas mehr als acht Milliarden Dollar und trug damit den Mammutanteil bei. Der Verkauf von Jeans wuchs lediglich um drei Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar - und brachte weniger Marge. Der Gewinn rutschte hier um 13 Prozent ab.

Sorge um Bewertung

An der Börse stießen die Pläne zunächst auf wenig Gegenliebe. Die Aktie schien vielen ohne das Jeans-Segment zu hoch bewertet. Andere Denim- Marken wie Levi Strauss oder Gap wuchsen schließlich zuletzt stark.

Vorstandschef Steven E. Rendle sieht sich auf dem rich­tigen Pfad. Seine wichtigste Devise: "Wir wollen ganz nah an die Kunden ran." Heißt: VF will künftig keine Einzelhändler mehr beliefern und baut dazu die Onlineplattformen aus. Zudem hat der Konzern im vergangenen Jahr 111 eigene Filialen eröffnet. Darin sollen sich die Kunden für Freizeitaktivitäten und Arbeit im Freien rüsten.

Die jüngsten Akquisitionen, der Arbeitskleidungsspezialist Williamson-Dickie und die Kleidung aus Merinowolle des Labels Icebreaker, passen dazu besser als Alltagsjeans. Bis 2021 soll so der Umsatz auf 15 Milliarden Dollar steigen.

Starkes Wachstum

Kurzfristig haben andere Ausstatter Anlegern womöglich mehr zu bieten. Canada Goose profitiert etwa davon, dass die daunengefütterten Parkas, in denen sich auch ein Winter am nördlichsten Punkt des Heimatmarkts Kanada überleben lässt, zunehmend von Großstädtern entdeckt werden. Der vergangene kalte Winter hat den zuletzt schwächelnden Konzern unerwartet zurück in die schwarzen Zahlen katapultiert.

Im abgelaufenen Quartal stieg der Umsatz um sagenhafte 144 Prozent auf 125 Millionen kanadische Dollar. Das Erfolgsrezept: Canada Goose hat schon umgesetzt, woran VF noch werkelt. Die in Toronto ansässige Firma hat die Zusammenarbeit mit Händlern massiv reduziert, mittlerweile werden 43 Prozent der Winterjacken direkt verkauft. Das hat die Marge von 40 Prozent im Jahr 2015 auf heute 59 Prozent verbessert.

Die Suche nach Kundennähe ist also ein branchenweiter Trend. Der Outdoor-Verband EOG stellt im jüngst veröffentlichten Report fest: "Die Grenzen zwischen Produzenten und Händlern verschwimmen zunehmend."

Daten aus der Natur

Der ebenfalls in Nordamerika ansässige Ausrüster Johnson Outdoors geht noch dichter an den Kunden und will wissen, was die Leute mit dem Equipment anstellen. Die Marke Hummingbird hat jüngst die App Fishs­mart auf den Markt gebracht. Damit können Hobby­angler die besten Fischgründe ansteuern und ihre Ausbeute dokumen­tieren. Mit den Informationen will man schneller auf Kundenwünsche reagieren.

Daten sind generell auch für die Outdoor-Branche ein Schlüsselthema. Vor allem für Nischen­anbieter mit einem kleinen Marketingbudget sei es wichtig zu wissen, was der Kunde will, heißt es bei der EOG. Helen Johnson-Leipold dürfte da zustimmen: Die Innovationen des Angel- und Campingspezialisten aus Wisconsin sind der Johnson- Chefin zufolge ursächlich für den Rekordumsatz im vergan­genen Quartal von 171 Millionen Dollar.

Vor allem die Landsleute hat Johnson dabei an der Angel. Das von den Labels Hummingbird und Minn Kota dominierte Segment ist um mehr als 17 Prozent gewachsen. Da Angeln ohne Camping undenkbar ist, zog dieser Geschäftsbereich gleich mit. "Das Wachstum zeigt, wie wichtig dem Kunden Innovationen sind", befand Johnson-Leipold. Allerdings schwächelt der Verkauf von Kajak- und Tauchausrüstungen, was den Anlegern gar nicht gefallen hat. Sie straften die Aktie in den vergangenen Wochen ab.

Auch die Deutschen gehen vorzugsweise im Herbst gern in atmungsaktiver und regendichter Kleidung vor die Tür. So groß wie der US-Markt ist das heimische Segment jedoch nicht. Das dürfte ein Grund dafür sein, warum Firmen wie Jack Wolfskin oder Oberalp aus Südtirol in Privatbesitz sind.

Einen börsennotierten europäischen Player gibt es dennoch: die schwedische Fenix, der die Marken Globetrotter und Fjällräven gehören. Vor allem dank des kultigen Rucksacks Kanken stieg der Umsatz von 200 Millionen Euro im Jahr 2013 auf über 500 Millionen Euro 2017. Fenix hat sich gerade mit einem neuen Chef für wei­teres Wachstum gerüstet. Es ist Zeit für Expansion, nicht nur bei Fenix. Die Outdoor-Hersteller brechen auf, um den noch unterrepräsentierten asiatischen Markt wetterfest auszustatten.

Investor-Info

Canada Goose
Hoch hinaus

Die Kanadier sind seit ihrem Börsengang 2017 voll auf Wachstumskurs. Im laufenden Geschäftsjahr will der Winterjackenproduzent den Umsatz um 20 Prozent und den Nettogewinn um ein Viertel steigern. Treiber ist der Markteintritt in China, wo Canada Goose im Herbst Filialen eröffnen und den Onlinehandel starten will. Der Aktienkurs hat sich zwar in den vergangenen zwölf Monaten bereits vervierfacht. Gelingt die Expansion, ist aber noch viel Luft nach oben.

VF Corp.
Den Pfad finden

Der US-Textilhersteller sucht aktuell noch den richtigen Weg. Die Route ist zwar gesetzt, aber jeder Zukauf - VF ist immer noch auf der Suche nach passenden Ergänzungen - dürfte kritisch beäugt werden. Auch durch das Spin-off der Jeansmarken Wrangler und Lee könnte es in den nächsten Monaten zu Rücksetzern kommen. Langfristig orientierte Anleger nutzen die günstigere Bewertung und setzen auf den stärkeren Winterumsatz sowie die internationale Expansion. Spekulative Chance nach Konsolidierung.

Johnson Outdoors
Gerade abgerutscht

Trotz des Rekordumsatzes im vergangenen Quartal und einer Steigerung des Gewinns um 30 Prozent haben Anleger die Aktie wegen der Schwäche in zwei Segmenten zuletzt gemieden. Zudem hatte der Kurs vorher schon mächtig zugelegt. Johnson steht jedoch auf einer starken finanziellen Basis, zahlt regelmäßig eine solide Dividende und investiert in die Digitalisierung. Anleger warten, bis der Abwärtstrend einen Boden gefunden hat, und steigen dann ein.




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Bildquellen: iStock, 123RF

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