Hier stimmt was nicht! Gemalto braucht Aktivisten

Aktivisten haben Hochkonjunktur. Bei Nestlé fordert Daniel Loeb den Verkauf von Beteiligungen wie etwa den Anteil an L’Oréal und auch den aktionärsfreundlicheren Umgang mit Finanzmitteln.
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von Jörg Lang, Euro am Sonntag
Keith Meister, ehemalige rechte Hand von Carl Icahn, will den Zusammenschluss zwischen der Schweizer Chemiefirma Clariant mit dem US-Wettbewerber Huntsman verhindern. Vertraut man Insidern, glaubt Meister zu Recht, dass sich die Schweizer unter Wert verkaufen. So ein Engagement würde auch von den Aktionären der IT-Sicherheitsfirma Gemalto begrüßt werden. In einer Welt, in der immer mehr Prozesse elektronisch abgewickelt werden, spielt Sicherheit vor unbefugten Zugriffen eine große Rolle. Die Produkte der Firma, die immerhin mehr als drei Milliarden Euro umsetzt, versprechen, dass Dritte außen vor bleiben. Im Moment sind es aber eher die Aktionäre, die außen vor bleiben. Während IT-Sicherheitsfirmen zu Höchstkursen notieren, läuft die Aktie weit hinterher.
Der Grund für dieses schwache Abschneiden: Das Unternehmen hat innerhalb kurzer Zeit drei Gewinnwarnungen versendet. Das Geschäft mit SIM-Karten läuft schwach. Diese Einbußen sorgen dafür, dass gute Entwicklungen an anderer Stelle - wie bei der Zahlungsplattform - in den Hintergrund treten, im Aktivistenjargon die klassische Situation, in der eine viel zu breite Aufstellung Aktionärswerte vernichtet.
Loeb, Meister & Co könnten etwa fordern, dass sich das Unternehmen aufteilt und wachstumsstarke Bereiche in eine eigene Gesellschaft überführt. Sie würden wohl auch darauf hinweisen, dass ein neues Management Vorteile bringen könnte. Das alte hat offensichtlich zu spät reagiert. Vielleicht wecken die niedrigen Notierungen aber an anderer Stelle Begehrlichkeiten.
Gemalto ist ein attraktives Übernahmeziel, das sich einige gern einverleiben würden, sagen Analysten. Recht gut würde Gemalto etwa zum IT-Konzern Atos und dessen notierter E-Payment-Tochter Worldline passen. Zwischen beiden Firmen gibt es schon Gemeinschaftsprojekte.
Unser Kolumnist Jörg Lang beschäftigt sich seit 1988 mit dem Thema Aktien.
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