Schlagabtausch vor Gericht

Microsoft-Aktie stabil: Elon Musk fordert milliardenschwere Entschädigung von OpenAI und Microsoft

18.01.26 17:03 Uhr

OpenAI-Streit eskaliert: Wie die NASDAQ-Aktie Microsoft auf die Musks Milliarden-Forderung reagiert | finanzen.net

Der juristische Konflikt zwischen Elon Musk und den KI-Riesen OpenAI und Microsoft erreicht eine historische Dimension.

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Elon Musk fordert laut neuem Gerichtsantrag dreistellige Millionensumme als Entschädigung
• Forderung basiert auf Musks ursprünglicher Investition von 38 Millionen US-Dollar
• Beginn des Geschworenenprozesses ist für April 2026 angesetzt

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In Gerichtsunterlagen fordert der Tesla-CEO eine Rekordentschädigung von insgesamt bis zu 134 Milliarden Dollar. Während Musk den Unternehmen den Verrat der Gründungsmission vorwirft, bezeichnen die Beklagten die Forderungen als beispiellos und rein fiktiv.

Der Vorwurf: "Ausverkauf" der Gründungsmission

Im Zentrum der aktuellen juristischen Auseinandersetzung steht die fundamentale Transformation von OpenAI von einer gemeinnützigen Organisation hin zu einem kommerziellen Akteur. In einem offiziellen Memorandum von Musks Anwälten, das am 6. Januar 2026 beim US-Bezirksgericht eingereicht wurde, wird dargelegt, dass OpenAI seine ursprüngliche Mission aufgegeben und sich in ein gewinnorientiertes System verwandelt habe. Das Dokument führt aus, dass Elon Musk durch falsche Versprechen dazu bewegt wurde, erhebliche Mittel beizusteuern. Konkret investierte er demnach rund 38 Millionen Dollar, was etwa 60 Prozent der frühen Finanzierung entsprach, und verleiht dem Projekt durch seine Reputation sofortige Glaubwürdigkeit. Laut dem Memorandum hätten die Beklagten ihre kommerziellen Ziele in der Kommunikation mit Musk aktiv heruntergespielt, während sie das Unternehmen schrittweise umbauten.

Die 134-Milliarden-Dollar-Rechnung

Die finanziellen Konsequenzen aus diesem Vorwurf werden in der am 16. Januar 2026 nachgereichten "Notice of Remedies" (Mitteilung über Rechtsmittel) erstmals exakt beziffert. Basierend auf den Berechnungen des Experten Dr. C. Paul Wazzan fordert Musk darin die Herausgabe unrechtmäßig erlangter Gewinne. Gegen OpenAI beläuft sich die Forderung auf eine Summe zwischen 65,50 Milliarden und 109,43 Milliarden US-Dollar. Im Falle von Microsoft wird eine Gewinnabschöpfung von 13,30 Milliarden bis zu 25,06 Milliarden US-Dollar angestrebt. Zusammengerechnet ergibt dies eine Gesamtforderung von bis zu 134,49 Milliarden US-Dollar. Musks Anwalt Steven Molo vergleicht die Situation in den Schriftsätzen mit der eines Stifters oder Frühinvestors, dem ein Recht auf die exponentielle Wertsteigerung zustehe, da das Unternehmen heute mit hunderten Milliarden Dollar bewertet wird.

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OpenAI bläst zum Gegenangriff auf Elon Musk: Vorwurf der "Belästigungskampagne"

Ein Microsoft-Anwalt erklärten gegenüber Reuters, dass keinerlei Beweise dafür vorlägen, dass Microsoft OpenAI bei einem angeblichen Vertragsbruch unterstützt habe. In einem gemeinsam eingereichten Antrag forderten beide Unternehmen das Gericht zudem auf, die von Musks Experten errechneten Schadenssummen als unverifizierbar und erfunden vom Prozess auszuschließen. Parallel dazu veröffentlichte OpenAI einen Blogpost, in dem Musk vorgeworfen wird, Beweise selektiv zu zitieren. OpenAI behauptet darin, dass Musk bereits 2017 einer gewinnorientierten Struktur zustimmte, die Verhandlungen jedoch scheiterten, weil er die absolute Kontrolle und eine Eingliederung in sein Unternehmen Tesla gefordert habe.

Wie Microsoft-Anleger reagieren

An der Börse wurde die Nachricht von den neuen Milliardenforderungen verhältnismäßig ruhig aufgenommen. Die Microsoft-Aktie legte am Freitag an der NASDAQ um 0,70 Prozent auf 459,86 US-Dollar zu. Am Montag findet aufgrund des Martin-Luther-King-Days kein Handel an den US-Börsen statt, was Anlegern Zeit gibt, die Tragweite der "Notice of Remedies" zu bewerten. Ein Richter in Oakland hat bereits entschieden, dass der Fall vor einer Jury verhandelt wird, wobei der Prozessauftakt für April 2026 erwartet wird. Neben der Gewinnabschöpfung behält sich Musk laut den vorliegenden Dokumenten auch die Forderung nach Strafschadensersatz sowie einstweilige Verfügungen vor.

Redaktion finanzen.net

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