NVIDIA-Aktie im Fokus: Darum geht es beim Groq-Deal wirklich

NVIDIA zahlt 20 Milliarden US-Dollar für Groq - doch formal handelt es sich nicht um eine Übernahme. Die ungewöhnliche Deal-Struktur wirft Fragen auf.
Werte in diesem Artikel
• NVIDIA zahlt 20 Milliarden US-Dollar für Groqs Technologie und Schlüsselmitarbeiter
• Deal ist formal als nicht-exklusive Lizenzvereinbarung strukturiert
• Groq-CEO Jonathan Ross und Präsident Sunny Madra wechseln zu NVIDIA
Ein Deal, der keine Übernahme sein soll
Am 24. Dezember 2025 verkündete NVIDIA einen der größten Deals in der Geschichte des Unternehmens: Für rund 20 Milliarden US-Dollar in bar sicherte sich der Chipgigant die Technologie und Schlüsselmitarbeiter des KI-Chip-Startups Groq. Doch formal handelt es sich nicht um eine Übernahme. Groq bezeichnete die Transaktion in einer Mitteilung als "nicht-exklusive Lizenzvereinbarung" für seine Inferenz-Technologie. CEO Jonathan Ross, Präsident Sunny Madra und weitere Führungskräfte wechseln zu NVIDIA, während GroqCloud als unabhängiges Unternehmen unter der Leitung von Finanzchef Simon Edwards weitergeführt wird.
Wie aus einer Analyse von EE Times vom 7. Januar 2026 hervorgeht, wurde die Ankündigung bewusst am Heiligabend platziert, als die Märkte früh schlossen - offenbar um Zeit für die Einordnung zu geben. In einer E-Mail an Mitarbeiter, die CNBC vorliegt, schrieb NVIDIA-CEO Jensen Huang, man plane, Groqs Prozessoren mit niedriger Latenz in die NVIDIA-AI-Factory-Architektur zu integrieren, um eine breitere Palette von Inferenz- und Echtzeit-Workloads zu bedienen. Huang betonte jedoch ausdrücklich, dass NVIDIA Groq nicht als Unternehmen übernehme, sondern lediglich talentierte Mitarbeiter einstelle und Groqs geistiges Eigentum lizenziere.
Kartellrecht umgehen: Die Strategie hinter der Struktur
Die gewählte Deal-Struktur erinnert an ähnliche Transaktionen in der Tech-Branche. Microsoft zahlte Anfang 2024 rund 650 Millionen US-Dollar an Inflection AI, um Gründer Mustafa Suleyman und wichtige Mitarbeiter einzustellen, ohne das Unternehmen formal zu übernehmen. NVIDIA selbst nutzte diese Taktik bereits im September 2025, als es für über 900 Millionen US-Dollar die Technologie des Netzwerk-Chip-Startups Enfabrica lizenzierte und dessen CEO Rochan Sankar einstellte.
Laut Bernstein-Analyst Stacy Rasgon dient die Struktur vor allem dazu, kartellrechtliche Prüfungen zu vermeiden. Wie aus einem CNBC-Bericht vom 26. Dezember 2025 hervorgeht, schrieb Rasgon, das Kartellrecht scheine das primäre Risiko zu sein, wobei die Strukturierung als nicht-exklusive Lizenz dazu diene, die Fiktion des Wettbewerbs aufrechtzuerhalten. Hedgeye Risk Management bezeichnete die Transaktion als eine Übernahme von Groq, ohne als solche bezeichnet zu werden, um die Aufmerksamkeit der Regulierungsbehörden zu vermeiden. Analysten von Cantor Fitzgerald sahen NVIDIA sowohl in der Offensive als auch in der Defensive: Der Deal verhindere, dass Groqs Technologie in die Hände eines Konkurrenten falle.
Warum Groq für NVIDIA strategisch wichtig ist
Groq wurde 2016 von ehemaligen Google-Ingenieuren gegründet, darunter Jonathan Ross, der maßgeblich an der Entwicklung von Googles Tensor Processing Unit (TPU) beteiligt war. Das Startup entwickelte sogenannte Language Processing Units (LPUs), die speziell für KI-Inferenz optimiert sind. Im Gegensatz zu NVIDIAs GPUs nutzen Groqs Chips SRAM statt externem HBM-Speicher, was niedrigere Latenzen ermöglicht, aber die Größe der verarbeitbaren Modelle begrenzt. Groq hatte sich als günstige Alternative zu NVIDIA positioniert und zuletzt Deals mit Unternehmen aus den Golfstaaten sowie für souveräne KI-Infrastrukturprojekte abgeschlossen.
Wie EE Times berichtet, stellte Huang auf der CES 2026 am 7. Januar klar, dass Groqs Technologie nicht Teil von NVIDIAs Haupt-Roadmap für Rechenzentren werde. Der Deal ändere nichts an den Plänen für die kommenden GPU-Generationen Vera Rubin. Allerdings könnte die Technologie für Echtzeit-Anwendungen wie Robotik eingesetzt werden - ein Bereich, den NVIDIA als "Physical AI" bezeichnet und als enormen Zukunftsmarkt sieht. Der 20-Milliarden-US-Dollar-Preis - fast das Dreifache der Bewertung von 6,9 Milliarden US-Dollar aus dem September 2025 - signalisiert, dass der Kampf um den Inferenz-Markt gerade erst begonnen hat.
D. Maier / Redaktion finanzen.net
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