Frankfurt intern: Übernahmespekulationen bei SAF Holland

Die Übernahmefantasie um SAF-Holland heizt sich auf. Gerüchten zufolge soll Knorr Bremse stark an dem Lkw-Zulieferer interessiert sein.
von Peer Leugermann, Euro am Sonntag
Es kursiert ein Kaufpreis von 20 Euro je Aktie. Dass Knorr, der weltgrößte Hersteller von Schienen- und Nutzfahrzeugbremsen, zukaufen will, hat Chef Klaus Deller kürzlich bestätigt. Demnach seien die Münchner mit ihrem Aus- und Umbau nicht fertig und es könne weitere Zukäufe wie Haldex geben.
Der Hersteller von Lkw-Bremsen kostete rund 580 Millionen Euro und ist der jüngste Zukauf der Bayern. Seither gibt es die Überlegungen, dass die Münchner und SAF gut zusammenpassen. Grund: SAF stellt Achsen und Federungen her, Haldex fertigt Bremsen. Aus beiden könnte Knorr einen Zulieferer für fast alle Fahrwerksteile formen. Zuerst hatte die Idee SAF selbst, doch beim Kaufversuch kam es zur Übernahmeschlacht um Haldex.
Erst stach der Autozulieferer ZF Friedrichshafen SAF aus, dann übertrumpfte Knorr ZF. Beide aber wollten die Skandinavier, um für autonomes Fahren ein komplettes System von der Lenkung bis zur Anhängerbremse bieten zu können. Einen führenden Lkw-Zulieferer schaffen zu wollen, rechtfertigt kaum, das 18-Fache des operativen Gewinns für die Schweden zu zahlen. Aber Knorr will wachsen, wie schon immer zur Hälfte anorganisch.
Nach dem Haldex-Kauf hat Deller von zuletzt 1,1 Milliarden Euro Cash dafür noch genug Finanzkraft. Dem Deal müssen aber noch die Behörden zustimmen. Die Kartellwächter könnten fordern, Teile von Haldex zu verkaufen. Mit diesem Risiko scheint ein Knorr-Angebot für SAF vorerst unwahrscheinlich. Auch weil SAF selbst als möglicher Käufer für Haldex- Abspaltungen gilt.
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