EZB/Lagarde: Zentralbanken werden nicht immer bereit stehen

21.01.26 13:24 Uhr

Von Hans Bentzien

DOW JONES--Die für Staatsausgaben zuständigen Behörden müssen sich nach Aussage der Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, genau überlegen, wofür sie neue Schulden aufnehmen. In einer Diskussion beim Weltwirtschaftsforum in Davos sagte Lagarde, dass sich für Schulden, die für nicht produktive Zwecke aufgenommen würden, möglicherweise nicht genug Käufer finden und die Zentralbanken "nicht immer" bereitstehen würden.

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Auf die Frage, ob es an den Märkten eine "rote Linie" für die Aufnahme von Staatsschulden gebe, antwortete sie: "Schulden, die nicht für produktive Zwecke gemacht werden, die nicht in nachhaltiges Wachstum gehen, für die wird es viel schwieriger. Ich sage nicht, dass es eine rote Linie gibt. Ich sage aber auch nicht, dass Zentralbanken immer da sein werden. Aber ich glaube, dass der Zweck der Schulden wichtiger sein wird als ihr Volumen."

Schulden, die für produktive Projekte gemacht würden, die aus Sicherheitsgründen notwendig seien, würden immer Leute finden, die sie finanzieren.

"Ich erinnere mich an Tage, an denen gesagt wurde, dass jetzt nur noch Zentralbanker helfen könnten", sagte Lagarde weiter. Das sei aber nicht der richtige Ansatz für ein ausgewogenes und nachhaltiges Gleichgewicht. "Die Maßnahmen müssen von den Fiskalbehörden kommen, es müssen Reformen unternommen werden, der Zweck, für den Schulden aufgenommen werden, muss überdacht werden", sagte die EZB-Präsidentin. Auch müssten die Folgen für die Menschen bedacht werden, wenn man wolle, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt intakt bleibe.

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Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/sha

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January 21, 2026 07:25 ET (12:25 GMT)