22.01.2016 10:35

EZB: Ökonomen senken Inflationsprognose für 2016 deutlich

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   Von Hans-Joachim Koch

   FRANKFURT (Dow Jones)--Die Inflationserwartungen der regelmäßig von der Europäischen Zentralbank (EZB) befragten Ökonomen sind wegen des drastischen Rückgangs der Ölpreise gesunken, grundsätzlich rechnen sie aber weiter mit einem Anziehen der Preissteigerungsrate ab 2017.

   Besonders deutlich fiel die Abwärtsrevision für 2016 mit 0,3 Prozentpunkten aus, wie aus dem sogenannten Survey of Professional Forecasters der EZB hervorgeht. Im laufenden Jahr gehen die Volkswirte von einer Jahresinflation von nur noch 0,7 statt bislang 1,0 Prozent aus. Auch für 2017 haben sie die Erwartung zurückgenommen, auf 1,4 von 1,5 Prozent. Die erstmalige Prognose für die Preisentwicklung im Jahr 2018 lautet auf 1,6 Prozent.

   Langfristig sehen die Experten eine etwas niedrigere Teuerung in der Eurozone als bei der vorherigen Befragung im Oktober. Laut EZB sehen sie die Inflationsrate nunmehr bei 1,8 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte niedriger als bei den Umfragen im Juli und Oktober 2015.

   Alle Prognosen liegen damit unterhalb der von der EZB mittelfristig angestrebten Rate von knapp 2 Prozent. Im Dezember lagen die Verbraucherpreise im Euroraum nur um 0,2 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Die EZB beobachtet die Inflationserwartungen genau, weil sie über Preissetzungsmechanismen Realität werden können.

   Ihre Wachstumsschätzungen haben die Forecasters bestätigt. Sie gehen damit für 2016 und 2017 weiterhin von einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,7 und 1,8 Prozent aus. Für das Folgejahr rechnen sie in einer ersten Schätzung mit einer leichten Abschwächung auf 1,7 Prozent, was zugleich die unveränderte langfristige Prognose ist.

   Das verhaltene Wachstum dürfte sich - anders als bei den vorherigen Umfragen erwartet - belebend auf den Arbeitsmarkt auswirken. Die Vorhersagen für die Arbeitslosenquote sind durch die Bank gesunken, nachdem sie bei der Oktober-Umfrage konstant bis leicht steigend waren.

   Für 2016 wurde die Prognose auf 10,3 von 10,5 Prozent, für 2017 auf 9,9 von 10,1 Prozent und langfristig auf 9,0 von 9,2 Prozent zurückgenommen. Der spürbare Rückgang im laufenden und kommenden Jahr dürfte sich 2018 fortsetzen und zu einer Quote von dann 9,4 Prozent führen. Die letztverfügbaren Daten für November 2015 nennen eine Arbeitslosigkeit von 10,5 Prozent

   Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

   DJG/smh/apo

   (END) Dow Jones Newswires

   January 22, 2016 04:05 ET (09:05 GMT)

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Oskar

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