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12.04.2019 16:40
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Ubers Börsenpläne werfen dunkle Schatten auf die Lyft-Aktie - Wie überbewertet ist Lyft?

Fahrt in düstere Zukunft: Ubers Börsenpläne werfen dunkle Schatten auf die Lyft-Aktie - Wie überbewertet ist Lyft? | Nachricht | finanzen.net
Fahrt in düstere Zukunft
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Die Euphorie zum Börsenstart des Fahrdienstleisters Lyft war nicht von langer Dauer: Zwischenzeitlich gerät die Aktie zunehmend unter Druck. Details zum IPO des größten Konkurrenten Uber lassen Anleger an der Bewertung von Lyft zweifeln.
Der Fahrdienstleister Lyft wurde bei seinem Börsengang vor zwei Wochen mit 24 Milliarden Dollar bewertet. Kaum an der Börse, rissen sich Anleger um Aktien des US-Unternehmens, der erste Kurs lag bei 87,24 US-Dollar und damit rund 20 Prozent über dem Ausgabepreis. Doch die Ernüchterung setzte schnell ein: In ihrer jungen Börsengeschichte hat die Lyft-Aktie die Mehrzahl der Handelstage in der Verlustzone beendet - insgesamt ging es seit dem IPO um mehr als 31 Prozent abwärts.

Anleger ernüchtert

Die ernüchternde Börsenperformance ist dabei nur teilweise auf das schwache operative Geschäft zurückzuführen. Dass Lyft rote Zahlen schreibt, war bereits vor dem Börsengang bekannt. Auch wenn die Erlöse im vergangenen Jahr auf 2,16 Milliarden Dollar verdoppelt werden konnten, fiel unter dem Strich ein Minus von 911 Millionen Dollar an. Während Anleger und auch einige Analysten das vor dem Börsenstart großzügig ignoriert hatten, dürfte der Hoffnung auf gute Aussichten in einem Zukunftsmarkt zu verdanken sein.

Uber-Pläne bringen Ernüchterung

Doch möglicherweise haben Anleger die Aussichten für das Unternehmen zu positiv interpretiert. Denn nun will der größte Lyft-Konkurrent Uber ebenfalls an die Börse - und der Marktführer will mit seinem IPO den von Lyft deutlich in den Schatten stellen.

Uber peilt ein Volumen von rund zehn Milliarden Dollar an - das würde das Unternehmen zum größten Börsengang des Jahres in den USA machen, historisch gesehen würde es das Unternehmen damit in die Top 10 der größten Börsengänge schaffen. Bei der Bewertung gehen Marktbeobachter von bis zu 120 Milliarden US-Dollar aus - das wäre das Fünffache des Konkurrenten Lyft.

Experten halten die Lyft-Aktie vor diesem Hintergrund - und angesichts der schwierigen operativen Lage - für deutlich überbewertet. So erklärte unlängst Aswath Damodaran, Professor an der New York University, gegenüber CBNC: Die Lyft-Aktie sollte eher bei 59 Dollar gehandelt werden - dies würde das Unternehmen mit 15 Milliarden US-Dollar bewerten. Verglichen zum aktuellen Kurs wäre dies ein um mehr als zwei Milliarden Dollar niedrigerer Börsenwert. Sowohl der Fahrer als auch der Kunde seien in diesem Geschäft unabhängig und frei. "Das ist das grundlegende Problem, das ich mit dem Ride-Sharing-Geschäft habe, nicht nur bei Lyft", so der Professor weiter.

Damit bringt Damodaran die Bedenken vieler Experten auf den Punkt: Das Geschäft mit Fahrdienstleistungen ist schwer planbar, zumal weder der Fahrer noch dessen Kunde an Lyft gebunden sind und damit für verlässliche, wiederkehrende Einnahmen sorgen.

Marktführer Uber am längeren Hebel

Im Falle von Lyft kommt noch erschwerend hinzu: Konkurrent Uber hat eine marktbeherrschende Stellung und könnte in einem andauernden Preiskampf den längeren Atem haben. Erst recht, wenn die Börsenpläne von Uber erwartungsgerecht umgesetzt werden und das Unternehmen auf Milliarden an frischem Kapital hoffen kann.

Zwar ist auch der Marktführer weit entfernt von der Profitabilität: Während der Umsatz 2018 um 43 Prozent auf 11,3 Milliarden Dollar stieg, blieb unter dem Strich ein Verlust von 1,8 Milliarden Dollar übrig. Aber immerhin konnte Uber sein Minus im Vorjahresvergleich um 15 Prozent reduzieren - der kleinere Rivale Lyft hatte seine Verluste von 2017 auf 2018 ausgeweitet.

Und das Uber-Management hat ambitionierte Pläne für das operative Geschäft: Schon im nächsten Jahr, 2020, soll das Unternehmen profitabel sein, verkündete Uber-Chef Khosrowshahi. Das Management von Lyft hingegen hatte die Anleger bereits vor dem IPO darauf vorbereitet, dass schwarze Zahlen wohl in den kommenden Jahren nicht zu erwarten sind. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie lange Lyft der Übermacht von Uber noch standhalten kann, zumal die aggressive Preisstrategie der beiden Rivalen weitere tiefe Löcher in die Bilanz reißt.

Analysten ziehen die Reißleine

Das sehen auch Analysten als Problem an und zeigen sich mehrheitlich wenig optimistisch für die Lyft-Aktie. So hat Seaport Global Securities die Einstufung für Lyft auf "Sell" mit einem Kursziel von 42 US-Dollar belassen. Und auch andere Analystenhäuser zeigen sich für die Entwicklung der Lyft-Aktie eher skeptisch. Dan Ives von Wedbush etwa rechnet nicht damit, dass Lyft bald schwarze Zahlen schreibt. "Es ist wahrscheinlicher, dass ein Mensch auf dem Mars landet", verkündete er kürzlich.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Tero Vesalainen / Shutterstock.com

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