03.11.2017 15:02

Analysten: Tesla verspricht zu viel, liefert zu wenig und braucht mehr Kapital

Geldverbrenner Tesla: Analysten: Tesla verspricht zu viel, liefert zu wenig und braucht mehr Kapital | Nachricht | finanzen.net
Geldverbrenner Tesla
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Es war ein böses Erwachen am Donnerstag: Die Tesla-Aktie rauschte nahezu 7 Prozent in die Tiefe, nachdem im abgelaufenen Quartal ein Fehlbetrag von 619 Millionen Dollar verbucht worden war. Das Vertrauen in die große Tesla-Story bröckelt.
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Elon Musks große Visionen, die Tesla-Anleger allerorts in ihren Bann gezogen und das Tesla-Papier auf Rekordhöhen gehievt haben, kommen letztendlich gegen eines doch nicht an: Blanke Zahlen. Ein Fehlbetrag von satten 619 Millionen Dollar stand bei Tesla in den Büchern zum dritten Quartal. Das kann selbst ein Elon Musk nicht mehr schönreden. "Niedergeschlagen" sei Musk zuletzt angesichts der Probleme beim Produktionsanlauf des Model 3 gewesen, wird der Tesla-Chef vielerorts zitiert. Auch einige Analysten sehen die Tesla-Aktie inzwischen höchst skeptisch.

Analysten: Tesla braucht mehr Kapital

Gleich vier namhafte Analysehäuser - unter anderem Goldman Sachs und JPMorgan - haben die Kursziele für Tesla nach dem desaströsen Quartalsergebnis kräftig zusammengestrichen: Um 5 bis 10 US-Dollar. Nicht nur die Zahlen liegen den Analysten schwer im Magen. Vor allem die Tatsache, dass Musk die Model-3-Produktionsziele um drei Monate nach hinten verschoben hat, bereitet Investoren wie Analysten kräftig Kopfschmerzen. Nicht wenige Analysten gehen davon aus, dass Tesla mehr Kapital braucht, um die ehrgeizigen Ziele erreichen zu können, auch wenn Musk das Gegenteil beteuert. "Mit Teslas wachsendem Geldabfluss und einer sichtbar niedrigen Produktion und Bruttomarge, ist Tesla für uns eine Show-me-Story", schrieb Bernstein-Analyst Toni Sacconaghi in einer Anmerkung und meint damit, dass Tesla nun tatsächlich etwas zeigen müsse - mehr als bloße Versprechungen. Es sei offensichtlich, dass Tesla weiterhin mit Produktions-Problemen behaftet sei. Sacconaghi bewertete die Aktie mit "market-perform", allerdings mit einem Kursziel von 265 Dollar - 35 Dollar unterhalb des aktuellen Preisniveaus am Markt.

Wall Street hält Tesla bis auf weiteres die Stange

Auch wenn es für die Tesla-Papiere am Donnerstag deutlich abwärts ging - von einem richtigen Crash sind die Anteilsscheine noch weit entfernt. Auf Jahressicht verzeichnen sie weiterhin ein Plus von 50 Prozent. Die Gewinne bröckeln jedoch - vor allem in jüngster Zeit. Seit Mitte September sind die Papiere um 23 Prozent abgesackt. Ein Analyst von Cowen und Co schrieb vor kurzem, Tesla müsse "runterfahren, sich mehr auf seine Vision konzentrieren und einmal frische Luft schnappen". Elon Musk müsse aufhören zu viel zu versprechen und zu wenig zu liefern. An der Wall Street stehen die Broker bislang jedoch noch hinter Tesla - die Ratings sind über das Jahr hinweg nahezu stabil geblieben. Nur sieben von 24 Brokern sprechen aktuell ein "Sell"-Rating aus. Im Mai hatten noch sechs von 21 Analysten zum Verkauf geraten.

Wie weit kann Hoffnung die Tesla-Aktie noch tragen?

Auch wenn sich die Zweifel von Analystenseite mehren - noch scheint die Hoffnung am Markt zu überwiegen, dass Tesla die Produktionsprobleme des Model 3 noch zeitnah wird beseitigen können. Das erste günstigere Modell für den Massenmarkt war in den letzten Monaten das Hauptthema bei Tesla und dominierte auch die Statements von Unternehmensseite - dementsprechend hoch hängen die Erwartungen, die eng an die reibungslose Massenproduktion des Model 3 geknüpft sind. Dass im dritten Quartal nur 260 Model 3 statt der versprochenen 1.500 Elektroautos vom Band liefen, ist eine herbe Enttäuschung. Die für Dezember ursprünglich veranschlagten 5.000 Einheiten pro Woche wird Tesla wohl erst im März schaffen, räumte Musk ein. Aktienanalyst Sven Diermeier von Independent Research bleibt skeptisch: "Man wird sehen, ob Tesla das schafft." Er selbst empfiehlt derweil die Tesla-Aktie zum Verkauf.

Redaktion finanzen.net

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