Hohe Volatilität

Trump-Drohungen: Warum Anleger auf den "TACO-Trade" setzen - und was das für ihr Depot bedeutet

15.02.26 16:57 Uhr

TACO-Trades bei Trump - Was ist das eigentlich? | finanzen.net

An den Finanzmärkten hat sich ein neues Phänomen etabliert: der "TACO-Trade". Was steckt eigentlich dahinter?

• Vom Meme zum etablierten Phänomen: TACO
• Anleger setzen auf Markterholung nach Rückzieher Trumps
• Strategie mit hohem Risiko

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An den Börsen ist es inzwischen ein geflügeltes Wort: Der TACO-Trade. Die Abkürzung steht für "Trump Always Chickens Out" - Trump kneift am Ende immer. Was als ironischer Kommentar begann, ist heute eine ernstzunehmende Handelsstrategie. Investoren spekulieren gezielt darauf, dass US-Präsident Donald Trump seine politischen bzw. wirtschaftlichen Drohungen zurücknimmt, nachdem die Märkte bereits eingebrochen sind. Doch diese Wette birgt erhebliche Risiken für Anleger.

Vom Seitenhieb zum Börsen-Phänomen: So entstand TACO

Die sogenannte "TACO-Doktrin" steht für kurzfristige Eskalationen mit anschließendem Rückzug - aus politischen, wirtschaftlichen oder taktischen Gründen. Ab 2026 wurde der Begriff auch verwendet, um Trumps außenpolitische Entscheidungen zu charakterisieren, beispielsweise seine nicht wahrgemachten Drohungen in Bezug auf China oder den Iran, einschließlich seiner Rücknahme der Annexionsdrohungen gegen Grönland.

Den Begriff prägte der Financial-Times-Kolumnist Robert Armstrong Anfang Mai 2025 in einem Meinungsartikel über Zölle und deren Auswirkungen auf die US-Märkte. Armstrong erkannte ein wiederkehrendes Muster: Die US-Regierung zeige keine große Toleranz gegenüber Markt- und Wirtschaftsdruck und weiche schnell zurück, wenn Zölle Schmerzen verursachen.

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Das Muster: Schock, Börsenbeben, Rückzieher, Erholung

Einige Anleger versuchen gezielt hiervon zu profitieren. Dabei folgt der TACO-Trade einem klaren Ablauf: Trump kündigt drastische Maßnahmen (z.B. Importzölle) an, die Börsen brechen ein, einige Anleger kaufen günstig nach, Trump rudert zurück, die Märkte erholen sich - und die mutigen Investoren streichen Gewinne ein. Seit Trumps Amtseinführung im Januar 2025 hat sich dieses Verhalten bei wirtschaftspolitischen Ankündigungen mehrfach gezeigt. Der prominenteste Fall: die am "Liberation Day" verkündeten Handelszölle, die kurz darauf wieder abgeschwächt wurden. Viele Marktteilnehmer spekulieren inzwischen gezielt auf eine Kehrtwende nach der ersten Schockwelle.

Hohes Risiko: Warum der TACO-Trade zur Falle werden kann

Für Anleger bedeutet das TACO-Verhalten vor allem eines: erhöhte Volatilität. Trumps erratische Politik sorgt für schnelle und teils heftige Kursbewegungen an den Märkten. Allerdings hat mittlerweile bei Marktteilnehmern ein gewisser Gewöhnungseffekt eingesetzt, so dass viele Trumps Drohungen nicht mehr vollständig ernst nehmen.

Das zentrale Problem: Es besteht immer die Gefahr, dass Trump seine Drohungen irgendwann doch wahrmacht - mit möglicherweise erheblichen Folgen für die Märkte und damit für Anlegerportfolios. Wer also auf die populäre "Buy the Dip"-Strategie setzt und nach Kurseinbrüchen gezielt günstig nachkauft, kann zwar kurzfristige Gewinne erzielen, trägt aber auch ein hohes Risiko.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: James Devaney/Getty Images, Evan El-Amin / Shutterstock.com