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12.05.2016 09:55

Japans Notenbankchef Kuroda: Können Geldpolitik noch 'erheblich lockern'

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Japans Notenbank bleibt im Kampf gegen die zu niedrige Inflation geldpolitisch auf dem Gaspedal. "Wir können unsere Geldpolitik noch erheblich lockern, wenn wir das für nötig erachten sollten", sagte Notenbankchef Haruhiko Kuroda in einem Interview mit der "Börsen-Zeitung" (Donnerstagausgabe). Die Bank of Japan (BoJ) verfolgt seit Jahren eine extrem expansive Geldpolitik mit dem Ziel, die Teuerung wieder auf das anvisierte Ziel von zwei Prozent zu hieven. Zuletzt hatte die BoJ die Prognosen für das Erreichen des Inflationsziels mehrfach nach hinten verschoben.

Konkret brachte Kuroda ein Absenken des Zinssatzes für Bankeinlagen ins Spiel. Die wurden zu Beginn des Jahres bereits in den negativen Bereich gesenkt und liegen aktuell bei minus 0,1 Prozent. "Rein technisch können wir so tief gehen wie die Europäische Zentralbank (EZB)", sagte Kuroda. Im März hatte die EZB den Zinssatz auf Bankeinlagen bei der Notenbank auf minus 0,4 Prozent gesenkt.

Allerdings gebe es einen gravierenden Unterschied zur europäischen Notenbank, sagte Kuroda: "Anders als bei der EZB gilt unser Negativzins nicht für die kompletten Überschussreserven, sondern nur für einen kleinen Teil." Japans Banken erhalten deshalb trotz der Negativ-Zinsen auf Einlagen bei der BoJ weiterhin einen positiven Zins.

Auch beim Kaufprogramm von Staatsanleihen kann die BoJ laut Kuroda jederzeit nachlegen. Auf eine entsprechende Frage der "Börsen-Zeitung" sagte er: "Sicher, warum nicht?" Bisher habe die BoJ etwa 30 Prozent der am Markt erhältlichen Staatsanleihen gekauft. "Das heißt, im Markt gibt es noch 70 Prozent. Das Kaufprogramm kann also weitergehen", versicherte der Währungshüter.

Generell zeigte sich Kuroda aber überzeugt, dass die bisher beschlossenen Maßnahmen ihre Wirkung auf die Entwicklung der Verbraucherpreise entfalten werden. Allerdings räumte er ein: "Dieser Prozess dauert jetzt nur ein wenig länger als erwartet. Wir müssen ein wenig geduldig sein", sagte Kuroda./jkr/jsl/fbr

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