29.07.2022 14:17

Infineon-Aktie gefragt: Österreich-Chefin schließt Überkapazitäten bei Halbleitern aus

Knappheit bei Halbleitern: Infineon-Aktie gefragt: Österreich-Chefin schließt Überkapazitäten bei Halbleitern aus | Nachricht | finanzen.net
Knappheit bei Halbleitern
Folgen
Die Knappheit bei Halbleitern und Lieferkettenprobleme haben zuletzt dazu geführt, dass viele Unternehmen und Auftragsfertiger neue Chip-Werke bauen wollen.
Werbung
Dass es dadurch zu Überkapazitäten kommen wird, glaubt Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende von Infineon Technologies Austria, jedoch nicht. "Es gibt vielleicht kurzfristig ein Überangebot, das aber sofort durch den großen Bedarf aufgesaugt wird", sagte sie am Freitag beim Salzburg Summit in der Stadt Salzburg.

Auch wenn derzeit 30 bis 40 neue Fabriken angekündigt seien, betrage der Vorlauf des Baus einer neuen High-Tech-Halbleiterfabrik zum einen mindestens zwei bis drei Jahre. Dazu würden die Verfügbarkeit qualifizierter Baufirmen und des entsprechenden Equipments "Flaschenhälse" darstellen. Zum anderen ging Herlitschka weiter von steigender Nachfrage aus. "Alleine im Bereich Automotive und Industrie wird das Wachstum im Bereich um die zehn Prozent eingeschätzt." Die grüne Transformation sei durch den Einsatz von Energieeffizient-Anwendungen ebenfalls ein zentraler Treiber. Der deutsche Halbleiterhersteller hat selbst erst 2021 eine neue Chipfabrik in Villach eröffnet.

Am Markt selbst sei derzeit noch keine Entspannung absehbar. "Chip ist nicht gleich Chip", sagte Herlitschka. In vielen Bereichen sei man von Lieferanten aus Asien abhängig. Die Halbleiter-Industrie werde auch immer eine globale bleiben. "Aber wo wir in Europa Stärken haben, müssen wir ansetzen." Dies sei in Bereichen wie Automotive und Industrie, Sensorik, Cyber-Security oder eben Energieeffizienz-Anwendungen der Fall.

Zugleich mahnte Herlitschka an, die Beschlussfassung zum "Chips Act" der EU rasch zum Abschluss zu bringen. Die EU will mit einem 43 Milliarden-Euro-Paket den Marktanteil der europäischen Hersteller bis 2030 von derzeit 10 auf 20 Prozent steigern. "Parallel wird sich aber auch der Halbleiter-Markt verdoppeln." Der "European Chips Act" sei ein richtiger, wichtiger Schritt. "Aber aus gut gemeint muss auch gut werden". Problematisch sehe sie - vor allem für kleinere Länder - dass etwa der Ausbau von Produktionskapazitäten national finanziert werden muss. Die Konkurrenz schläft inzwischen nicht: So hätten die USA erst diese Woche einen eigenen "Chips Act" mit einem Volumen von 53 Milliarden US-Dollar beschlossen, China investiere bis 2025 geschätzte 150 Milliarden US-Dollar in den Aufbau einer eigenen Halbleiterindustrie.

Problematisch bleibe auch die Versorgung mit Rohstoffen. Zwar sei Infineon beim Gesamtenergiebedarf nur zu drei Prozent von Gas abhängig, dabei würde es sich aber um Prozessgas handeln. "Wenn hier die Versorgung wegfällt, wird es heikel", sagte die Infineon-Austria-Chefin. Darum prüfe man Alternativen wie Wasserstoff oder Biogas. Herlitschka sah auch in Afrika viel Potenzial, um Partnerschaften zu stärken oder zu entwickeln. "Dazu müssen wir uns in Europa aber als mächtigen Akteur verstehen. Die EU kann dann beim Einkauf viel Gewicht auf die Waage bringen."

Am Freitag legt die Infineon-Aktie via XETRA zeitweise um 4,31 Prozent auf 26,76 Euro zu.

/fn/vr/bel/APA/men

VILLACH/SALZBURG (dpa-AFX)

Ausgewählte Hebelprodukte auf Infineon AG
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Infineon AG
Long
Short
Hebel wählen:
5x
10x
Name
Hebel
KO
Emittent
Bildquellen: Sean Gallup/Getty Images, CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images

Nachrichten zu Infineon AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Infineon AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
16.09.2022Infineon BuyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
23.08.2022Infineon NeutralJP Morgan Chase & Co.
18.08.2022Infineon UnderperformJefferies & Company Inc.
10.08.2022Infineon BuyUBS AG
09.08.2022Infineon BuyWarburg Research
16.09.2022Infineon BuyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
10.08.2022Infineon BuyUBS AG
09.08.2022Infineon BuyWarburg Research
04.08.2022Infineon BuyDeutsche Bank AG
04.08.2022Infineon BuyGoldman Sachs Group Inc.
23.08.2022Infineon NeutralJP Morgan Chase & Co.
04.08.2022Infineon NeutralJP Morgan Chase & Co.
03.08.2022Infineon NeutralJP Morgan Chase & Co.
28.07.2022Infineon NeutralJP Morgan Chase & Co.
04.07.2022Infineon NeutralJP Morgan Chase & Co.
18.08.2022Infineon UnderperformJefferies & Company Inc.
03.08.2022Infineon UnderperformJefferies & Company Inc.
07.07.2022Infineon UnderperformJefferies & Company Inc.
25.05.2022Infineon UnderperformJefferies & Company Inc.
12.05.2022Infineon UnderperformJefferies & Company Inc.

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Infineon AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Werbung
Neue Funktionen als Erstes nutzen
Sie nutzen finanzen.net regelmäßig? Dann nutzen Sie jetzt neue Funktionen als Erstes!
Hier informieren!
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

Verkaufsdruck bleibt hoch: Asiens Börsen im Minus -- Nike-Gewinn leidet unter Logistik-Kosten und starkem Dollar

BVB-Trainer Terzic setzt große Hoffnungen auf neuen Stürmer Anthony Modeste. Zuckerberg will bei Meta sparen. Luc Rémont soll französischen Energiekonzern EDF leiten. Heike Eckert bleibt weitere fünf Jahre im Vorstand der Deutschen Börse.

Umfrage

Sollte Deutschland Kampfpanzer und weitere schwere Waffen an die Ukraine zu liefern

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln