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16.09.2018 17:24
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10 Jahre nach Lehman Brothers: Wie geht es europäischen Banken heute?

Krisengefahr?: 10 Jahre nach Lehman Brothers: Wie geht es europäischen Banken heute? | Nachricht | finanzen.net
Krisengefahr?
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Zehn Jahre nach dem Beinahe-Kollaps des Finanzsystems warnen Analysten bereits vor neuen globalen Krisenherden. Doch können die europäischen Banken heute besser auf solche exogenen Schocks regieren?
Laut Einschätzung vieler Analysten geht es den europäischen Banken zehn Jahre nach der Pleite von Lehman Brothers zwar viel besser, jedoch längst nicht einwandfrei. Der Zusammenbruch von Lehman Brothers im Jahr 2008 erschütterte die globalen Finanzmärkte so nachhaltig, dass einige europäische Institutionen noch heute mit den Nachwirkungen zu kämpfen haben.

Europäische Banken als letztes Glied in der Spekulationskette

Als Lehman Brothers am 15. September 2008 die Insolvenz verkündete, führte dies im Nachgang zu einer Kernschmelze an den globalen Aktienmärkten. An den weltweiten Börsen wurden rund zehn Billionen US-Dollar an Marktkapitalisierung vernichtet. Der Kollaps von Lehman enthüllte, dass die Investmentbank ein sehr großes Problem mit hypothekenbesicherten Wertpapieren hatte, welche im Vergleich zu ihrem Preis fast wertlos waren. Durch die globale Vernetzung des Finanzsystems gehörten natürlich auch die europäischen Banken zu den Käufern dieser faulen Finanzprodukte.

"Europäischen Banken theoretisch sicherer als noch vor zehn Jahren"

Um einen kompletten Zusammenbruch des Finanzsystems zu verhindern, musste den europäischen Banken durch großangelegte Rettungsaktionen, welche von den jeweiligen Regierungen und der Europäischen Zentralbank ausgingen, geholfen werden. Doch könnten sich die europäischen Banken heute besser vor solch einer Katastrophe schützen? Der Ökonom und Europa-Experte Carsten Hesse von Berenberg geht jedenfalls fest davon aus. "Die europäischen Banken haben sich nach Lehman entschuldigt und ihre Kapitalquoten erhöht. Sie sind also theoretisch sicherer als noch vor zehn Jahren", so Hesse gegenüber CNBC.

Die Marge lässt zu wünschen übrig

"Aber in einigen Ländern der Eurozone wie Griechenland oder Italien ist die Anzahl notleidenden Kredite immer noch sehr hoch, was Kopfschmerzen verursacht und die Rentabilität der Banken, unter anderem auch in Deutschland, immer noch sehr schlecht ausfallen lässt", so der Ökonom weiter. Notleidende Kredite werden auch in Zukunft noch ein großer Belastungsfaktor für die Rentabilität der Banken in Europa sein. Denn ein hohes Niveau an faulen Krediten gefährdet die Bilanzen der Finanzhäuser und zwingt die Kreditgeber dazu, höhere Gewinne zu erzielen, um diese Verbindlichkeiten auszugleichen. Aufgrund des niedrigen Zinsumfelds in der Europäischen Union und den Unsicherheiten in Bezug auf den Brexit leiden jedoch die Margen der europäischen Kreditinstitute.

NPLs belasten Bank-Bilanzen

Ein Bericht des Europäischen Parlaments vom vergangenen März zeigt aber, dass das Niveau der notleidenden Kredite in den vergangen Jahren etwas zurückgegangen ist. So soll der Anteil der sogenannten NPLs (Non-Performing Loans) zwischen Dezember 2014 und September 2017 von 6,4 auf 4,2 Prozent gefallen sein. "Das derzeitige NPL-Niveau in der EU ist jedoch immer noch höher als in anderen großen Industrieländern", heißt es im Bericht des Europäische Parlaments.

Stresstests schützen nicht vorm Schwarzen Schwan

Neben der Reduzierung dieser NPLs wurde in der EU auch eine stärkere Regulierung der Banken umgesetzt. So mussten die Institutionen unter anderem auch ihre Kapitalquoten erhöhen. Des Weiteren wurde eine Europäische Bankenaufsichtsbehörde gegründet, welche nun die einzelnen Kreditgeber beaufsichtigt und regelmäßige Stresstests durchführt um sicherzustellen, dass die Bilanzen der Geldhäuser einen erneuten exogenen Schock bewältigen könnten. Sollte es im internationalen Finanzsystem jedoch zu einem äußerst unwahrscheinlichen und seltene Ereignis kommen, das mit extremen Konsequenzen einhergeht, helfen auch die theoretischen Rechenoperationen der Bankenstresstest nicht mehr weiter.

Die nächste Krise kommt gewiss

Rund 3.650 Tage nach der Lehmann Brothers Pleite versuchen nun viele Experten zu analysieren, wann und wo die nächste Krise ausbrechen könnte. Dementsprechend kommt es auch zu sehr unterschiedlichen Einschätzungen bezüglich eines möglicherweise bevorstehenden Crashs. Der Wells Fargo-Analyst Jay Bryson glaubt unterdessen nicht an eine so verheerende Krise wie 2008 und sagt: "Ich glaube nicht, dass die nächste Krise wie die letzte aussehen wird, in dem Sinne, dass die Welt nicht mehr so gehebelt ist wie vor 10 Jahren."

Ist China das nächste Lehman Brothers?

Einige Ökonomen sprechen zwar seit langem davon, dass China und sein Verschuldungssystem die nächste Krise auslösen wird, jedoch ist die Volksrepublik mit diesem Problem nicht allein. "Ist China ein weiteres Lehman Brothers? Ich würde es wahrscheinlich nicht so argumentieren. Die meisten Schulden in China werden in China gehalten, es sind keine Hypotheken, die wie vor zehn Jahren aus der ganzen Welt gehalten wurden", so der Wells Fargo-Analyst. Nichtsdestotrotz liegt die weltweite Verschuldung mit einem derzeitigen Wert von 247 Billionen US-Dollar auf einem Rekordniveau. In Anbetracht dessen ist es nicht unwahrscheinlich, dass das gesamte Finanzsystem auf eine internationale Schuldenkrise zurollt, welche nicht unbedingt von China ausgelöst wird.

Pierre Bonnet / finanzen.net

Bildquellen: Kaonos / Shutterstock.com, Kirsty Wigglesworth/AP
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