17.09.2021 12:13

EZB könnte Inflationsziel laut FT-Bericht womöglich bis 2025 erreichen - EZB widerspricht

Langzeit-Prognose: EZB könnte Inflationsziel laut FT-Bericht womöglich bis 2025 erreichen - EZB widerspricht | Nachricht | finanzen.net
Langzeit-Prognose
Folgen
Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte einem Medienbericht zufolge ihr Inflationsziel von zwei Prozent bis 2025 erreichen.
Werbung
EZB-Chefvolkswirt Philip Lane habe dies bei einem privaten Gespräch mit deutschen Volkswirten erklärt, berichtet die "Financial Times" (FT) am Donnerstag. Lane habe den Volkswirten gesagt, das mittelfristige Referenzszenario der EZB zeige, dass die Inflation kurz nach dem Ende der derzeitgen Prognoseperiode bei zwei Prozent landen sollte. Die EZB hat diese Langzeit-Prognose bislang nicht veröffentlicht und ist dem Bericht der Financial Times (FT) nun entgegengetreten, nachdem sich ein Sprecher laut "Reuters" zunächst nicht äußern wollte.

"Der FT-Artikel ist nicht korrekt. Mr. Lane hat in keinem Gespräch mit Analysten gesagt, dass der Euroraum bald nach dem Ende des Projektionszeitraums der EZB eine Inflation von 2 Prozent erreichen wird", erklärte ein EZB-Sprecher. Die Schlussfolgerung der FT, dass eine Anhebung der Zinssätze bereits im Jahr 2023 erfolgen könne, stehe nicht im Einklang mit der Forward Guidance der EZB.

Die EZB prognostiziert derzeit 1,5 Prozent Inflation für den Durchschnitt des Jahres 2023. Im Dezember wird erstmals eine Prognose für 2024 veröffentlicht. Laut FT berechnet die EZB aber auch ein "mittelfristiges Referenzszenario", das allerdings nicht veröffentlicht werde.

Die erst vergangene Woche bestätigte Zins-Guidance der EZB besagt, dass die EZB-Leitzinsen so lange auf ihrem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben werden, bis der EZB-Rat einen Anstieg der Inflation auf das Ziel von 2 Prozent deutlich vor dem Ende des Projektionszeitraums und dauerhaft für den Rest dieses Zeitraums erkennen kann. Gemeint ist damit in etwa die Mitte des Prognosezeitraums. Damit diese Bedingungen erfüllt wären, müsste die EZB im Dezember sowohl für 2023 als auch für 2024 mindestens 2 Prozent Inflation prognostizieren.

Die Forward Guidance verlangt außerdem, dass die schon erreichten Fortschritte bei der unterliegenden Inflation so deutlich erkennbar sein müssen, dass eine mittelfristige Stabilisierung der Inflation bei 2 Prozent plausibel scheint. Zuletzt hatte die Kerninflation bei 1,6 Prozent gelegen, für 2023 prognostiziert die EZB derzeit 1,5 Prozent.

Frankfurt (Reuters / Dow Jones)

Bildquellen: BXSwiss
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

DAX legt leicht zu -- Wall Street fester erwartet -- ifo-Index sinkt -- Finanzinvestoren wollen zooplus gemeinsam übernehmen -- HSBC übertrifft Erwartungen -- BASF, Deutsche Bank, Lufthansa im Fokus

Citigroup erwartet erhebliche Belastungen aus Korea-Ausstieg. Airbus bleibt trotz Kritik von Leasingfirmen bei Expansionsplänen. HUGO BOSS will mit neuer China-Chefin Umsatz steigern. Bechtle steigert Vorsteuergewinn kräftig. Daimler Truck erhält Straßenzulassung für Brennstoffzellen-Lkw. Microsoft warnt vor weiteren Hackerangriffen. ATOSS Software wächst weiter.

Umfrage

Würden Sie eine verpflichtende Corona-Impfung gutheißen?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln