MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa -2-
Während sich Euro und Dollar am Morgen kaum bewegen, klettert der australische Dollar zum Greenback auf den höchsten Stand seit Oktober 2024. Händler schrauben die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Februar von 30 auf 60 Prozent hoch. Befeuert werden die Zinsspekulationen von außergewöhnlich starken Arbeitsmarktdaten für Dezember. Die Rally des "Aussie" werde zudem von einer verbesserten Risikostimmung nach der Ankündigung des Grönland-Rahmenwerks und robusten Konjunktursignalen aus China gestützt, meint Marktanalyst Tony Sycamore von IG Australia.
+++++ ROHSTOFFE +++++
METALLE
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold 4.817,30 4.831,30 -0,3% -14,01 +10,3%
Silber 93,84 93,11 +0,8% 0,73 +32,7%
Platin 2.101,66 2.127,32 -1,2% -25,66 +20,1%
Kupfer 5,80 5,77 +0,5% 0,03 +1,8%
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
(Angaben ohne Gewähr)
Weiterhin großen Zulauf verzeichnete angesichts der politischen Unsicherheit Gold. Das Edelmetall verteuerte sich um 1,2 Prozent.
ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 60,47 60,39 +0,1% 0,08 +4,6%
Brent/ICE 65,30 65,24 +0,1% 0,06 +5,9%
Die Ölpreise tendierten nach der Trump-Ankündigung zu Grönland mit stärkeren Gewinnen. Der Preis für ein Barrel Brent stieg um 0,6 Prozent und der Preis für US-Öl der Sorte WTI legte um 0,5 Prozent zu. Neben den nachlassenden Spannungen zwischen den USA und Europa wegen Grönland und der damit einhergehenden Hoffnung auf eine nicht durch Zusatzzölle belastete Weltkonjunktur habe auch die steigende Nachfrage nach Winterbrennstoffen gestützt, sagte ein Händler.
+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR +++++
MERCOSUR
Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, hat die EU-Kommission zu einem entschlossenen Vorgehen beim Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten aufgefordert. Das Abkommen müsse nun zügig vorläufig in Kraft gesetzt werden, sagte Spahn zu der Bild-Zeitung: "Das Mercosur-Handelsabkommen ist wirtschaftlich und strategisch von immenser Bedeutung für Deutschland und Europa - gerade jetzt gilt es den Freihandel mehr denn je zu stärken." Da eine Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten hinter dem Vorhaben stehe, müsse die Brüsseler Behörde Mercosur jetzt "so schnell wie möglich vorläufig in Kraft setzen". (Bild-Zeitung)
UMWELTSCHUTZKLAGEN
Klagen von Umweltverbänden verzögern und verteuern wichtige Infrastrukturvorhaben deutlich, kritisieren Wirtschaftsverbände. "Die langen Verfahrensdauern führen zu Planungsunsicherheiten für Investoren, innovative Vorhaben verzögern sich, und eine wirtschaftliche Entwicklung wird schlicht blockiert", urteilt zum Beispiel der Bundesverband der Deutschen Industrie. Die Bundesregierung hat nun reagiert und Restriktionen für Klagen von Umweltverbänden beschlossen. Zugleich wird mit der geplanten Novelle des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes aber der Anwendungsbereich für Umweltverbandsklagen erweitert. Anerkannte Umweltverbände bekommen punktuell neue Klagemöglichkeiten. Die praktischen Folgen dürften aber überschaubar sein. Denn Schwarz-Rot setzt damit Vorgaben des EU-Rechts und der Rechtsprechung um, die deutsche Gerichte ohnehin schon weitgehend berücksichtigen. (FAZ)
TELEKOMMUNIKATION EU
Die Europäische Kommission will es Telekomunternehmen erleichtern, die kritischen Netze Europas zu modernisieren. Dazu sollen sie einen erweiterten Zugang zu Funkfrequenzen erhalten, während Kupfernetze in den nächsten zehn Jahren schrittweise abgeschaltet werden.
CONTINENTAL
zeigt sich trotz eines enttäuschenden Gewinns bei Contitech im vergangenen Jahr zuversichtlich für den geplanten Verkauf des Kautschuk- und Kunststoffspezialisten. "Die vielen Interessensbekundungen, die wir erhalten haben, stimmen uns positiv, dass wir einen attraktiven Kaufpreis erzielen können", sagte Roland Welzbacher, seit vorigem Herbst Finanzvorstand des DAX-Konzerns, im Interview der Börsen-Zeitung. Die Vorbereitungen für den Verkauf seien vor Weihnachten abgeschlossen worden, der Verkaufsprozess starte noch im Januar. (Börsen-Zeitung)
DEUTSCHE BÖRSE
hat sich mit dem Fonds-Technologieunternehmens Allfunds auf eine Übernahme zu einem Transaktionswert von 5,3 Milliarden Euro verständigt. Im Rahmen der Kaufvereinbarung will die Deutsche Börse nach eigenen Angaben 6,00 Euro je Allfunds-Aktie in bar zahlen. Zudem sollen die Aktionäre 0,0122 Deutsche-Börse-Aktien je Allfunds-Aktie, entsprechend 2,60 Euro je Allfunds-Aktie (berechnet auf Grundlage des volumengewichteten Durchschnittskurses von 213,40 je Deutsche-Börse-Aktie für den Zehn-Tages-Zeitraum bis zum 26. November 2025) bekommen. Desweiteren bietet die Deutsche Börse eine Bardividende von bis zu 0,20 Euro je Allfunds-Aktie (mit Ausnahme eigener Aktien) für das Geschäftsjahr 2025, auszuzahlen durch Allfunds im Mai 2026.
DEUTSCHE TELEKOM
Die Telekom will ihre Dienstleistungen künftig gezielt an Bundeswehr und Verteidigungsministerium verkaufen. Dafür baut der Telekommunikationsdienstleister ein Defense-Geschäft auf: "Als digitaler Infrastrukturanbieter ist es unsere Verantwortung, zum Schutz von Deutschland beizutragen - gerade in Zeiten hybrider Bedrohungen", erklärte die Telekom gegenüber der Wirtschaftswoche. Allerdings sei derzeit ein eigener Defense-Bereich nicht geplant, "die Betreuung der Defense-Industrie erfolgt projektabhängig". Die Koordination des Defense-Projekts liegt bei einem langjährigen Telekom-Manager mit Bundeswehr-Hintergrund: Philip Stockmann verantwortete bislang im Mobilfunkgeschäft neue Tarife und die Integration von Produkten. Laut interner Telekom-Quellen sollen ihm 16 Mitarbeiter direkt unterstellt werden. Je nach Projekt werden ihm hunderte Experten aus den Fachabteilungen zuarbeiten. "Die Mitarbeiterzahl variiert je nach Aufgabe", sagt die Telekom dazu, "konkrete Angaben können wir leider nicht machen." (Wirtschaftswoche)
MICHELIN
Der freie Cashflow vor Fusionen und Übernahmen erreichte 2025 auf vorläufiger Basis 2,1 Milliarden Euro. Er lag er über der im Oktober vergangenen Jahres ausgegebenen Spanne von 1,5 Milliarden bis 1,8 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis liege bei konstanten Wechselkursen im Rahmen der bisherigen Konzernprognose zwischen 2,6 Milliarden Euro und 3 Milliarden Euro, so der Reifenhersteller.
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January 22, 2026 01:32 ET (06:32 GMT)