Nach neuen Zolldrohungen

Goldman Sachs: So könnte China auf die neue Eskalation im Handelsstreit reagieren

05.08.19 21:10 Uhr

Goldman Sachs: So könnte China auf die neue Eskalation im Handelsstreit reagieren | finanzen.net

Donald Trump lässt den Handelskonflikt mit China ganz offen eskalieren. Doch bei Goldman Sachs glaubt man, dass sich Peking dadurch nicht aus der Ruhe bringen lässt.

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• Trump droht mit weiteren Strafzöllen
• China muss Wirtschaft unterstützen
• Hinhalte-Taktik Pekings

Ein Handelsabkommen scheint in weite Ferne gerückt zu sein, denn am Mittwoch sind die jüngsten Gespräche zwischen den USA und China ergebnislos zu Ende gegangen. Es war das erste Treffen der Unterhändler seit dem Scheitern der Verhandlungen im Mai.

Zwar wurde für September eine neue Gesprächsrunde in Washington verabredet, doch US-Präsident Trump geht es zu langsam voran. Außerdem bemängelt er, dass China nicht die versprochene Menge an US-Agrarprodukten kaufe. Deshalb hat er überraschend neue Sonderzölle von 10 Prozent auf chinesische Importe im Wert von 300 Milliarden Dollar (rund 270 Milliarden Euro) erlassen, die ab Anfang September erhoben werden sollen. Außerdem drohte er damit, die angekündigten Strafzölle von 10 Prozent könnten auch auf 25 Prozent oder "deutlich darüber hinaus" angehoben werden.

Kämen ab September die neuen Zölle tatsächlich hinzu, so würden damit sämtliche chinesische Importe in die USA mit Strafzöllen belegt. Denn schon jetzt erheben die USA Sonderzölle in Höhe von 25 Prozent auf chinesische Importe im Wert von 250 Milliarden Dollar.

Konjunkturhilfen

Diese Maßnahmen hinterlassen Spuren. Im zweiten Quartal etwa wuchs das chinesische Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur noch um 6,2 Prozent zum Vorjahreszeitraum und damit so langsam wie seit 27 Jahren nicht mehr.

Wie Goldman Sachs-Stratege Timothy Moe gegenüber dem US-Sender "CNBC" erklärte, werde Peking deshalb wahrscheinlich weitere Maßnahmen zur Stimulierung der Binnenwirtschaft beschließen. Denn um größeren Schaden von der eigenen Wirtschaft abzuwenden, müssten die negativen Effekte von außerhalb durch entsprechende Investitionen und Handlungen zur Unterstützung der Binnennachfrage ausgeglichen werden, erklärte der Experte. Nur so könne China das offizielle Ziel noch erreichen, im laufenden Jahr ein Wachstum von 6,0 bis 6,5 Prozent zu erzielen.

Die kommunistische Führung hat bereits verschiedene Konjunkturhilfen beschlossen, darunter monetäre (geldpolitische) Maßnahmen sowie Steuersenkungen in Höhe von fast zwei Billionen Yuan (rund 258 Milliarden Euro). Moe glaubt, dass ergänzend hierzu noch Fiskalmaßnahmen kommen dürften. Auch Lockerungen für den Immobiliensektor hält er für denkbar.

Verzögerungs-Taktik

Laut "CNBC" glauben auch die Analysten von Citi, dass Peking der eigenen Wirtschaft unter die Arme greifen und dazu die Geldpolitik weiter lockern wird. Außerdem dürften Fiskalmaßnahmen, die auf Infrastrukturinvestitionen und die Steigerung des Konsums in ländlichen Gebieten abzielen, eine wichtigere Rolle spielen. Die Citi-Analysten sind nämlich davon überzeugt, dass die chinesische Seite darauf setzt, den Konflikt auszusitzen, anstatt den Forderungen Trumps nachzukommen.

Damit erklärt sich auch die Verärgerung Donald Trumps. Denn im November nächsten Jahres stehen die US-Präsidentschaftswahlen an. Um wiedergewählt zu werden, möchte er seinen Anhängern einen großen Erfolg vorweisen können. Doch Trump ist ebenso wie die Citi-Analysten der Ansicht, dass die chinesische Seite den Abschluss eines Handelsabkommens in der Hoffnung auf einen Machtwechsel in Washington verzögert.

"Sie hoffen auf einen neuen Präsidenten", sagte Trump am Donnerstag bei einer Veranstaltung im Bundesstaat Ohio. "Bis es ein Abkommen gibt, werden wir China höllenmäßig besteuern", kündigte er deshalb einen harten Kurs an.

Redaktion finanzen.net

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