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26.03.2020 11:19

GfK-Konsumklima bricht wegen Corona-Krise dramatisch ein

Niedrigster Wert seit 2009: GfK-Konsumklima bricht wegen Corona-Krise dramatisch ein | Nachricht | finanzen.net
Niedrigster Wert seit 2009
Die Coronavirus-Pandemie wirkt sich massiv auf die Verbraucherstimmung in Deutschland aus.
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Die Konsumforscher der GfK ermittelten für April einen deutlichen Einbruch ihres Indikators zum Konsumklima auf 2,7 von revidierten 8,3 Punkten im Vormonat. Zunächst hatten sie für März noch einen Wert von 9,8 Zählern berichtet. Die von Dow Jones Newswires befragten Ökonomen hatten auf dieser Basis für April einen Rückgang auf lediglich 7,5 Zähler erwartet.

Der starke Anstieg der Infektionen in Deutschland und die damit einhergehenden Maßnahmen beziehungsweise Beschränkungen hätten das Konsumklima aktuell einbrechen lassen. "Der Wert von 2,7 Punkten ist der niedrigste Wert seit Mai 2009", erklärte GfK-Experte Rolf Bürkl. Damals habe das Konsumklima während der Finanz- und Wirtschaftskrise bei 2,6 Punkten gelegen.

"Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung ziehen wir unsere Konsumprognose von einem Prozent Wachstum für das Jahr 2020 zurück", erklärte Bürkl. "Handel, Hersteller und Dienstleister müssen sich auf eine Rezession einstellen." Wie schwer diese ausfalle, werde letztlich davon abhängen, "wann die Wirtschaft wieder in eine Art Normalität zurückfindet". Eine seriöse Konsumprognose könne erst erfolgen, wenn absehbar sei, wie lange die Schutzmaßnahmen dauern.

Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung müssten starke Einbußen hinnehmen. Die Konjunkturerwartung büßte im März 20,4 Zähler auf minus 19,2 Punkte ein. Ein niedrigerer Wert sei zuletzt im August 2012 mit -20,0 Punkten gemessen worden. "Als Folge der starken Ausbreitung des Virus und den damit einhergehenden Beschränkungen hat die deutsche Wirtschaft innerhalb kürzester Zeit eine Vollbremsung vollzogen", konstatierte Bürkl.

Historischer Rückgang der Anschaffungsneigung

Drohende Kurzarbeit in beträchtlichem Umfang sowie steigende Arbeitslosenzahlen schlügen inzwischen voll auf die Konsumstimmung durch. "Die Angst vor Jobverlust ist innerhalb kürzester Zeit stark gestiegen." Die einbrechenden Konjunkturaussichten führten auch zu starken Einbußen bei der Einkommenserwartung. Der Indikator verlor 13,4 auf 27,8 Zähler und erreichte damit den niedrigsten Wert seit März 2013, als 27,5 Punkte gemessen wurden.

"Die zunehmende Verunsicherung durch eine instabiler werdende Beschäftigungslage mit steigenden Zahlen bei Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit sorgt für den wachsenden Einkommenspessimismus", erklärte der GfK-Experte. Zwar liege der Indikator mit knapp 28 Zählern noch deutlich über seinem langjährigen Durchschnittswert von null Punkten, zu befürchten sei aber, "dass dieses Niveau in den kommenden Monaten nicht aufrechterhalten werden kann".

Der Indikator der Anschaffungsneigung verlor 22,2 auf 31,4 Punkte, den tiefsten Wert seit Juni 2013. Der Rückgang von gut 22 Punkten in einem Monat könne "als historisch bezeichnet werden". Angesichts zu erwartender Einkommenseinbußen könne man den deutlich über dem langjährigen Schnitt von null Punkten liegenden Wert "als kleinen Lichtblick im ansonsten düsteren Umfeld" werten. Zu berücksichtigen sei, dass die Befragung vom 4. bis 16. März stattgefunden und damit ein Großteil der Befragten noch keine Kenntnis von Geschäftsschließungen und Produktionsstopps gehabt habe.

Die Konsumexperten betonten, auf "den Handel insgesamt werden schwere Zeiten zukommen". Dem Lebensmitteleinzelhandel habe die Corona-Krise Ende Februar jedoch noch einen Umsatzsprung von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat beschert, zurückzuführen vor allem auf Hamsterkäufe. "Dieser Trend wird auch im März und unter Umständen in den Folgemonaten anhalten", sagte GfK-Handelsexperte Robert Kecskes. Mittel- und langfristig werde sich auch der Lebensmitteleinzelhandel aber auf eine wirtschaftlich unsichere Lage der Konsumenten einstellen müssen.

Von Andreas Kißler

NÜRNBERG/BERLIN (Dow Jones)

Bildquellen: GfK
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