OTS: BVR Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken / ...

10.03.26 10:46 Uhr

Genossenschaftsbanken erzielen Gewinn im Jahr 2025 von 9,5 Milliarden

Euro

Berlin (ots) -

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- Kredit- und Einlagengeschäft über Erwartung ausgebaut

- BVR-Präsidentin Kolak: robustes Ergebnis zeugt von hohem Kundenvertrauen

- Wettbewerbsfähigkeit für Europa und Deutschland: Forderung nach strukturellen

Erneuerungen und einer differenzierten Regionalpolitik

Trotz konjunktureller Stagnation haben die 646 Volksbanken und Raiffeisenbanken,

Sparda-Banken, PSD Banken und sonstigen Genossenschaftsbanken in Deutschland ihr

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Kreditgeschäft im Geschäftsjahr 2025 aktiv ausgebaut und zugleich im Wettbewerb

um Einlagen ein solides Wachstum erzielt. Nach vorläufigen Zahlen steigerten sie

den Gewinn vor Steuern von rund 8,7 Milliarden Euro um 10,1 Prozent auf rund 9,5

Milliarden Euro; das bilanzielle Eigenkapital wuchs um 3,7 Prozent auf 69

Milliarden Euro. Die Risikovorsorge der Genossenschaftsbanken lag wie im Vorjahr

mit rund 2,2 Milliarden Euro auf einem vorsorglich ausgerichteten Niveau, das

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die konjunkturelle Lage widerspiegelt.

"Die deutschen Genossenschaftsbanken haben mit diesem robusten Ergebnis ihre

selbstgesteckten Ziele übertroffen. Dahinter steht das Vertrauen von mehr als 30

Millionen Kundinnen und Kunden und 17,5 Millionen Mitgliedern", sagte die

Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken

(BVR), Marija Kolak, anlässlich der Präsentation der Geschäftsergebnisse. "Auch

im sechsten Jahr wirtschaftlicher Stagnation haben die Genossenschaftsbanken

ihre Kunden, darunter viele mittelständische Betriebe, durch herausfordernde

Zeiten begleitet."

Die Zeichen stünden weiter auf Unsicherheit. Russlands Krieg gegen die Ukraine

und die außenpolitische Neuorientierung der USA setzten Europa bereits unter

erheblichen Anpassungsdruck. "Nun führt uns auch der Irankrieg vor Augen, wie

fragil die geopolitische Lage ist und wie sensibel unsere Waren- und

Energiebeziehungen sind. Europa und Deutschland sind gezwungen, kritische

Abhängigkeiten zu verringern und unsere wirtschaftliche Stärke systematisch zu

erneuern", so Kolak. Freihandelsabkommen und die Spar- und Investitionsunion

(SIU) könnten dabei einen Beitrag leisten. Eine Absage erteilte die

BVR-Präsidentin Eurobonds ebenso wie dauerhaft höheren Schulden in Deutschland.

"Zusätzliche Verschuldung wird strukturelle Probleme nicht lösen, sondern

künftige Spielräume einengen."

Vor diesem Hintergrund bewertete Marija Kolak die Aussichten für den

Wirtschaftsstandort Deutschland differenziert. Es gebe durchaus Anlass für

Zuversicht: Die andauernde wirtschaftliche Schwächephase könne 2026 überwunden

werden. Mit dem Investitionspaket für Infrastruktur, Klimaschutz und

Verteidigung habe die Bundesregierung wichtige Weichen gestellt. Jetzt sei es

Aufgabe der Koalitionäre, die strukturelle Erneuerung anzugehen und "endlich

entschlossen die richtigen Rahmenbedingungen für eine neue Wettbewerbsfähigkeit

zu schaffen". Gerade langfristig sei Wachsamkeit geboten: Branchenstrukturen,

Demografie, Fachkräfte, Infrastruktur und Immobilienmärkte entwickelten sich in

den deutschen Landkreisen sehr unterschiedlich. Prognosen für das Jahr 2035, die

der BVR gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft erarbeitet hat,

unterstreichen den Bedarf an einer gezielten, differenzierten Regionalpolitik.

"Die Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland wird inzwischen in jedem

Landkreis neu verhandelt. In der Wirtschaftspolitik wird die Realität noch nicht

ausreichend abgebildet: Über 70 Prozent der Bevölkerung leben in Orten mit

weniger als 300.000 Einwohnern - Förderung sollte deshalb konsequent auf

ländliche Räume und mittelgroße Städte ausgeweitet und passgenau ausgerichtet

werden", sagte Marija Kolak weiter. In Ballungsgebieten hingegen zähle in erster

Linie mehr Wohnraum.

Im Wettbewerb am deutschen Bankenmarkt sieht die BVR-Präsidentin die

Genossenschaftsbanken breit aufgestellt. Kolak betonte: "Wir wollen liefern, was

die Kundinnen und Kunden von morgen beim Banking erwarten." Die Gruppe habe von

Depotmodellen bis zum Kryptohandel neue Angebote für junge und technikaffine

Kunden geschaffen und zugleich strategische Projekte rund ums Girokonto und

Brokerage für diese Zielgruppe gestartet. Das digitale Angebot werde konsequent

ausgebaut und die digitalen Abschluss- und Serviceprozesse verschlankt.

Künstliche Intelligenz sehen die Genossenschaftsbanken vor allem als Chance.

Über 90 Prozent der jungen Menschen nutzen Atruvia-Analysen zufolge bereits

digitale Kanäle. Bis 2030 wird rund die Hälfte ihrer Interaktionen mit Banken

rein digital erfolgen. Im KI-Kompetenzcenter der genossenschaftlichen

FinanzGruppe werden deshalb Antworten zur Relevanz an den Kundenschnittstellen

von morgen erarbeitet. Zugleich erschließen sich die Genossenschaftsbanken mit

amberra neue Geschäftsfelder in den Lebenswelten Wohnen, Gesundheit,

Nachhaltigkeit und regionale Wirtschaft; im ersten amberra-Fonds sind dafür 100

Millionen Euro Innovationskapital gebündelt.

Wachstum im Kundengeschäft prägte das Geschäftsjahr

Die Kredit- und Einlagenbestände sind 2025 nahezu im Gleichschritt gestiegen:

Kredite wuchsen um 3,8 Prozent auf 827 Milliarden Euro, die Kundeneinlagen

legten um 3,7 Prozent auf 925 Milliarden Euro zu. Die addierte Bilanzsumme aller

Genossenschaftsbanken stieg um 2,7 Prozent auf 1.240 Milliarden Euro. Der

Zinsüberschuss stieg um 5,1 Prozent auf 21,5 Milliarden Euro und erreichte damit

einen Höchstwert im Fünfjahresvergleich. Maßgeblich hierfür waren gesunkene

Zinsaufwendungen von minus 14,0 Prozent, während die Zinserträge um 2,1 Prozent

zurückgingen. Der Provisionsüberschuss legte um 2,0 Prozent auf 6,7 Milliarden

Euro zu. Er wurde wie in den Vorjahren größtenteils im Zahlungsverkehr sowie im

Vermittlungs- und Wertpapiergeschäft erwirtschaftet. Die allgemeinen

Verwaltungsaufwendungen stiegen im Berichtszeitraum um 2,9 Prozent. Treiber war

insbesondere der Personalaufwand, der sich infolge der Tarifsteigerungen um 4,6

Prozent auf 9,8 Milliarden Euro erhöhte. Die Zahl der Beschäftigten wuchs um 1,9

Prozent auf 139.500. Die Ausbildungsquote erreichte 8 Prozent und damit erneut

einen Spitzenwert. Der Wettbewerb um Nachwuchskräfte bleibt in der

Finanzbranche intensiv, da Institute zunehmend Kompetenzen in Bereichen wie

Digitalisierung und KI aufbauen müssen.

Das operative Teilbetriebsergebnis erhöhte sich um 6,9 Prozent auf 10,7

Milliarden Euro. Die Aufwands-Ertrags-Relation (Cost-Income-Ratio) verbesserte

sich auf 62,1 Prozent nach 63,0 Prozent im Vorjahr. Das Betriebsergebnis vor

Bewertung wuchs um 6,3 Prozent auf 11,7 Milliarden Euro, während das

Bewertungsergebnis mit minus 2,2 Milliarden Euro auf hohem, aber stabilem Niveau

blieb. Abschreibungen auf Wertpapiere wurden in Höhe von minus 0,2 Milliarden

Euro vorgenommen, insbesondere wegen der Zinsentwicklung. Ihr bilanzielles

Eigenkapital steigerten die Genossenschaftsbanken 2025 um 3,7 Prozent auf 69

Milliarden Euro. Die Rücklagen legten um 3,3 Prozent auf 50 Milliarden Euro zu,

die Geschäftsguthaben - also das gezeichnete Kapital - wuchsen um 4,8 Prozent

auf 19 Milliarden Euro. Gerade angesichts des hohen Investitionsbedarfs im

Mittelstand etwa für energetische Sanierung und Digitalisierung ist diese gut

dotierte Eigenkapitalausstattung wichtig, um in der Kreditvergabe weiter zu

wachsen. Die regulatorischen Eigenmittel erhöhten sich um 5,8 Prozent auf 125,3

Milliarden Euro. Geprägt durch die CRR-III-Einführung sank die harte

Kernkapitalquote leicht um minus 0,28 Prozentpunkte auf 16,07 Prozent. Der

Jahresüberschuss vor Steuern stieg um 10,1 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro. Dem

Fonds für allgemeine Bankrisiken werden voraussichtlich 4,5 Milliarden Euro

zugeführt. Steuern wurden in Höhe von 2,8 Milliarden Euro gezahlt, so dass nach

Steuern ein voraussichtlicher Jahresüberschuss von 2,3 Milliarden Euro

verbleibt.

Pressekontakt:

Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)

Melanie Schmergal, Abteilungsleiterin Kommunikation und

Öffentlichkeitsarbeit / Pressesprecherin

Telefon: (030) 20 21-13 00, mailto:presse@bvr.de, http://www.bvr.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/40550/6232563

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