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17.03.26 09:34 Uhr

Studie: 85 Prozent der Firmenkunden wenden sich künftig an

Nicht-Banken, Private Capital verschärft den Wettbewerb

Berlin (ots) -

- Banken wollen ihre KI-Kompetenz durch externe Neueinstellungen (40 Prozent)

stärken, da die Weiterqualifizierung sich als herausfordernd erweist

- Nur 29 Prozent der IT-Budgets fließen derzeit in transformative Technologien

- Führungskräfte von Corporate Investment Banken setzen auf tokenisierte

Produkte (51 Prozent), um die Performance zu verbessern

Steigende Kundenerwartungen und enttäuschende Tech-Initiativen bringen Corporate

und Investmentbanken (CIBs) in härteren Wettbewerb mit Nicht-Banken. Der erste

World Corporate und Investment Banking Report (https://www.capgemini.com/de-de/i

nsights/research/world-corporate-and-investment-banking-report/) von Capgemini

zeigt, dass 85 Prozent der Firmenkunden innerhalb der nächsten 12 Monate auf

Nicht-Bank-Finanzinstitute ausweichen wollen für transparentere und

reaktionsschnellere Dienstleistungen.

"Nicht-Banken schließen die Wettbewerbslücke zu etablierten Corporate und

Investmentbanken. Die Kundenanforderungen haben sich dramatisch verändert, und

obwohl Corporate und Investmentbanken stark in KI investiert haben, tun sich

viele schwer, über die Pilotphase hinauszukommen. Ein wichtiger Grund dafür ist

Governance - nur 26 Prozent der Banken arbeiten mit einer zentralisierten

KI-Governance, was Teams zögern lässt, geschäftskritische Prozesse zu

automatisieren", sagte Andreas von Kahlen, Leiter Corporate and Investment

Banking bei Capgemini Invent in Deutschland. "Um erfolgreich zu sein, müssen die

Banken einen disziplinierten Ansatz verfolgen: Sie müssen unternehmensweit

skalierbare Plattformen schaffen und ein Ökosystem aus vertrauenswürdigen

Partnern aufbauen. Frühe Anwender werden konkrete Vorteile in Form einer

stärkeren Kundenbindung, höherer Gebühreneinnahmen und deutlich geringerer

Kosten erzielen."

CIB-Kunden erwarten Echtzeit-Reaktionsfähigkeit (58 Prozent), personalisierte

Betreuung (49 Prozent) und innovative Lösungen (40 Prozent) - aber weniger als

jeder Vierte (23 Prozent) ist der Meinung, dass CIBs diese Anforderungen derzeit

erfüllen. Stattdessen bemängeln viele, dass CIBs nur eine begrenzte Integration

mit ERP- und Treasury-Systemen bieten. Das macht manuelle Workarounds

erforderlich (92 Prozent) und es fehlt ihnen an Personalisierung und

Flexibilität (89 Prozent). Zudem sind ihre Fähigkeiten im Bereich der

fortgeschrittenen Analytik und Prognose unzureichend (68 Prozent).

Zu diesen Herausforderungen kommt hinzu, dass Führungskräfte im CIB-Bereich

berichten, dass aktuelle Innovationsprogramme nicht die erwarteten Ergebnisse

liefern. Eine große Mehrheit (82 Prozent) gibt an, dass diese Bemühungen nicht

zu Umsatzsteigerungen durch neue Produkte führen, während 51 Prozent der

Befragten sagen, dass sie nicht die erwarteten Kosteneinsparungen gebracht

haben.

Angesichts steigender Kundenerwartungen stellen Banken fest, dass sie nur über

begrenzte Möglichkeiten verfügen, darauf zu reagieren. Führungskräfte geben an,

dass derzeit nur 29 Prozent ihrer IT-Budgets für transformative Technologien

aufgewendet werden, während 43 Prozent für den Betrieb und die Wartung von

Altsystemen verwendet werden. Darüber hinaus geben 61 Prozent der Führungskräfte

im CIB-Bereich an, dass sie durch hohe Compliance-Kosten eingeschränkt sind.

Die Ergebnisse stehen im Einklang mit einer Analyse von Capgemini, wonach sich

das Umsatzwachstum im CIB-Bereich verlangsamt und für die nächsten fünf Jahre

eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 5,4 Prozent

prognostiziert wird - nach 6,5 Prozent zwischen 2022 und 2024.

Trotz struktureller Herausforderungen erweitern die Banken weiterhin ihr

Produkt- und Dienstleistungsportfolio, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Führungskräfte im CIB-Bereich legen den Schwerpunkt auf

Echtzeit-Treasury-Funktionen für grenzüberschreitende Zahlungsströme (77

Prozent) und Marktprodukte der nächsten Generation mit Künstlicher Intelligenz

für den algorithmusbasierten Handel, wie z. B. KI-gesteuertes Hedging sowie

Research- und Analyse-Insights (65 Prozent). Mehr als die Hälfte untersucht

tokenisierte Produkte (51 Prozent), um durch digitale Verwahrung, Token-Ausgabe

und Premium-Dienstleistungen neue Einnahmequellen zu erschließen.

Förderung von CIB-Innovationen durch Technologie und Unternehmenskultur

Der Studie zufolge müssen CIBs an mehreren Fronten gleichzeitig vorgehen, um

sich dem Wettbewerbsdruck anzupassen. Banken müssen ihre Betriebsmodelle

kritisch hinterfragen, um eine reibungslosere Customer Journey zu ermöglichen,

ihre Daten- und Technologiegrundlagen neu aufbauen, um die Geschwindigkeit zu

verbessern und KI-Governance in alle wichtigen Entscheidungen einbetten. Ebenso

wichtig ist das Vertrauen der Kunden, das sich CIBs durch jahrzehntelange

regulatorische Verlässlichkeit aufgebaut haben. Dies stellt jedoch im Hinblick

auf KI-getriebener Innovationen weiterhin eine zentrale Herausforderung dar.

Viele Kunden (89 Prozent) stellen die Verlässlichkeit KI-generierter Ergebnisse

für Bankdienstleistungen infrage. Dies unterstreicht, warum Transparenz der

Schlüssel zu Vertrauen ist.

Die Umsetzung dieser Veränderungen erfordert mehr als nur Technologie. Die

Studie zeigt, dass kulturelle Aspekte ein bedeutendes Hindernis für die

Einführung von KI darstellen können. So gaben 39 Prozent der Befragten an, dass

eine konservative Kultur die Erprobung neuer Technologien verlangsamt. Darüber

hinaus haben Banken Schwierigkeiten, ihre Mitarbeiter weiterzubilden: 40 Prozent

der Befragten sagen, dass sie externe Fachkräfte einstellen wollen, um ihre

KI-Kompetenzen zu stärken, während nur 23 Prozent in interne Umschulungen

investieren.

Der World Corporate and Investment Banking Report 2026 stützt sich auf die

Perspektiven von 750 Führungskräften aus dem Bereich Corporate und Investment

Banking mit einem Jahresumsatz von mindestens 1 Milliarde US-Dollar.

Lesen Sie die vollständige Studie: The great inflection point: Why CIBs must

pivot now to adapt to the new paradigm (https://www.capgemini.com/de-de/insights

/research/world-corporate-and-investment-banking-report/)

Methodik der Studie

Der Capgemini World Corporate and Investment Banking Report 2026 stützt sich auf

Daten aus drei Hauptquellen: der Global CIB Executive Survey, der Global

Corporate Executive Survey und der Global Non-Bank Financial Institution

Executive Survey. Im Rahmen dieser Untersuchungen wurden 150 Führungskräfte aus

Unternehmens- und Investmentbanken sowie 600 Führungskräfte aus globalen

Unternehmen und Nichtbanken-Finanzinstituten mit einem Jahresumsatz von

mindestens 1 Milliarde US-Dollar zu den Themen digitale Transformation,

Wettbewerbsdruck und Innovationsherausforderungen im Corporate- und

Investmentbanking befragt. Die Führungskräfte repräsentieren wichtige Märkte in

drei globalen Regionen: Amerika, Europa und Asien-Pazifik.

Über Capgemini

Capgemini ist ein globaler Partner für die KI-gestützte Geschäfts- sowie

Technologietransformation. Das Unternehmen schafft messbaren Mehrwert für seine

Kunden, indem es die Zukunft von Organisationen gestaltet und im Zusammenspiel

von KI, Technologie sowie dem Mensch Realität werden lässt. Seit fast 60 Jahren

steht Capgemini für Verantwortung wie auch Vielfalt und beschäftigt über 420.000

Mitarbeitende in mehr als 50 Ländern. Das End-to-End-Leistungsspektrum gründet

auf einer umfangreichen Branchenexpertise, einem starken Partner-Ökosystem sowie

Kompetenzen in den Bereichen Strategie, Technologie, Design, Engineering und

Operations. Die Gruppe erzielte 2025 einen weltweiten Umsatz von 22,5 Milliarden

Euro.

Make it real | http://www.capgemini.com/de

Über das Capgemini Research

Das Capgemini Research Institute ist ein unternehmensinterner Think Tank, der

sich mit Themen aus den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Technologie

befasst, einschließlich deren Auswirkungen auf Banken,

Vermögensverwaltungsgesellschaften, Zahlungsdienstleister und Versicherer. Das

Institut veröffentlicht jährlich seine renommierte Reihe "Financial Services

World Reports", die sich auf Kundenbefragungen, CxO-Interviews und

Partnerschaften mit Technologieunternehmen sowie akademischen Einrichtungen

stützt, um neue Trends aufzudecken und zu untersuchen, wie KI, Cloud, Daten und

Digitalisierung transformative Geschäftsergebnisse vorantreiben. Unterstützt

durch globale Zeitreihendaten bieten unsere Branchenexperten umsetzbare

Erkenntnisse, Trendanalysen und innovative Lösungen, um den dynamischen

Herausforderungen von Finanzinstituten in einer sich schnell verändernden

Weltwirtschaft zu begegnen.

Pressekontakt:

Katharina Wilhelm

Tel.: + 49 151 4025 1678

E-Mail: mailto:katharina.wilhelm@capgemini.com

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