ProSiebenSat.1: Gruseln gehört dazu

03.02.26 16:47 Uhr

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Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 verfehlt mit einem bereinigten EBITDA von rund 405 Mio. Euro die eigenen Ziele und liefert damit eine weitere Enttäuschung ab. Für die Aktie sind das keine guten Vorzeichen.

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ProSiebenSat.1 hat die eigenen Erwartungen erneut nicht erfüllt. Mit einem bereinigten EBITDA von rund 405 Mio. Euro für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 verfehlte der Konzern selbst das untere Ende der erst im November 2025 konkretisierten Zielbandbreite, die bei 420 Mio. Euro lag. Dabei hatte das Medienhaus seine Prognosen zuvor bereits mehrfach nach unten angepasst.

Unter den eigenen Zielen
Der Konzernumsatz belief sich nach vorläufigen Zahlen auf rund 3,68 Mrd. Euro, nach 3,92 Mrd. Euro im Vorjahr. Zwar betonte ProSiebenSat.1, dass organisch ein Wachstum von zwei Prozent erzielt worden sei und man damit innerhalb der eigenen Zielspanne liege. Diese Aussage kann jedoch kaum über die strukturelle Schwäche hinwegtäuschen. Der Umsatzrückgang spiegelt die anhaltende Krise des TV-Werbemarkts in Deutschland wider, der weiterhin die wichtigste Erlösquelle des Konzerns darstellt.

Besonders problematisch entwickelte sich das vierte Quartal, das traditionell die größte Bedeutung für den Medienkonzern hat. Laut dem Branchendienst Nielsen Media sanken die Bruttoinvestitionen in TV-Werbung in Deutschland im Gesamtjahr um rund vier Prozent auf 16,57 Mrd. Euro. Im vierten Quartal betrug der Rückgang ebenfalls etwa vier Prozent auf 5,49 Mrd. Euro. Diese Zahlen verdeutlichen, dass es sich nicht um ein unternehmensspezifisches Problem handelt, sondern um einen branchenweiten Strukturwandel, der das klassische Fernsehgeschäft zunehmend unter Druck setzt.

Rückläufige Verschuldung
Einen kleinen Lichtblick gibt es bei der bislang chronisch angespannten Verschuldungssituation. Die Nettoverschuldung verringerte sich auf rund 1,34 Mrd. Euro, nach 1,51 Mrd. Euro im Vorjahr. Der Verschuldungsgrad lag mit dem 3,3-Fachen des EBITDA innerhalb des angestrebten Korridors. Das zeigt, dass das Management trotz des schwierigen Umfelds den Fokus auf Cashflow-Generierung und Schuldenabbau nicht verloren hat. Über die schwache operative Entwicklung kann dieser Fortschritt jedoch nicht hinwegtäuschen.

Entscheidend bleibt die Frage, wie ProSiebenSat.1 dem strukturellen Wandel im Medienmarkt begegnen will. Der anhaltende Rückgang des klassischen TV-Werbegeschäfts ist kein temporäres Phänomen, sondern Ausdruck einer fundamentalen Verschiebung der Werbebudgets hin zu digitalen Plattformen. Investoren dürften daher besonders darauf achten, mit welchen strategischen Maßnahmen das Management darauf reagieren will.

Aktie in stabiler Seitenlage
Bis belastbare Antworten vorliegen, dürfte die Aktie von ProSiebenSat.1 bestenfalls ihre Seitwärtsbewegung fortsetzen. Dass es dem Papier zuletzt gelungen ist, die 50-Tage-Linie nach oben zu durchbrechen, ist zwar ein positives Signal, da es auf nachlassenden Abwärtsdruck hindeutet. Von einer nachhaltigen technischen Trendwende kann jedoch bislang noch nicht gesprochen werden.

Einer ganz anderen Dynamik erfreut sich derzeit der Bohrspezialist Daldrup & Söhne. Das Unternehmen sieht sich mit einer deutlich wachsenden Nachfrage konfrontiert, was im Jahr 2025 eine spürbare Neubewertung der Aktie an der Börse ausgelöst hat. Dieser Prozess scheint nun sogar weiter an Schwung zu gewinnen: zum Artikel

Einer positiven Neubewertung wurde in jüngster Zeit auch die Aktie von OHB unterzogen, zuletzt war die Lage dann aber spürbar überhitzt: zum Artikel

Autoren: Die SmartCaps-Redaktion. Erstellung am 03.02.26 um 15:08 Uhr. Über uns: Das Team von SmartCaps zählt seit mehr als zwei Jahrzehnten mit dem „Anlegerbrief“ zu den erfolgreichsten Nebenwerteinvestoren in Deutschland. Das Musterdepot des Anlegerbriefs hat seit 1999 eine Rendite von mehr als 3.322 Prozent oder 14,2 Prozent p.a. (Stand: 31.01.26) erzielt. Mehr dazu finden Sie hier.

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