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06.05.2011 12:22
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Eurokritiker Baader: Deutschland wird zum Armenhaus

Spätestens seit der Einführung des Euro wird Deutschland zum Armenhaus, so der Eurokritiker Roland Baader. Wir merken es nur nicht richtig, weil der Kapitalverzehr durch Billionen Schulden überspielt wird.
Ein Kommentar von Roland Baader, Ökonom, Eurokritiker und Autor mehrerer Bücher zum klassischen Liberalismus

Wie sagte der französische Ökonom Frédéric Bastiat? Ökonomie ist die Lehre von dem, was man nicht sieht. Man sieht eben kaum, wie Europas Einheitszins die PIIGS-Staaten – Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien – in Blasenökonomien verwandelt hat. Wie die Einheitswährung dazu führt, dass Deutschland die Ersparnisse seiner Bürger über Leistungsbilanzüberschüsse an die Luderstaaten verschenkt, und wie der kreditfinanzierte Scheinreichtum im Bankrott münden wird. Erst bei den PIIGS, dann bei uns.

Mit der Aufgabe der Bindung des US-Dollars ans Gold im Jahr 1971 (Bretton Woods) begann der internationale Verschuldungs- und Geldvermehrungs-Tsunami. Mit der Einführung des Euro in den Jahren 1999 und 2000 wollten die europäischen Machteliten in die Fußstapfen des monetären Weltherrschaftswahns des Dollars treten. Die Revolte der Bevölkerung, die beim absehbaren Crash der Sozialsysteme eintreten dürfte, wird erfolglos bleiben. Mit demselben Zynismus, mit dem die politischen Kasten den multiplen Rechts- und Verfassungsbruch bei der Defizitgrenze, dem Staatsverschuldungslimit und dem No-Bail-out-Gebot begingen, werden sie auch die im EU-Vertrag verbotene gesamtschuldnerische Haftung über Euroanleihen und den Dauerfonds zur Eurorettung einführen. Sogar Eingriffe in das vom Bundesverfassungsgericht als unantastbar bezeichnete nationale Haushaltsrecht wird es geben. Der Marsch Europas in den Zentralismus, Sozialismus und letztlich Totalitarismus ist programmiert; auch wegen zeitgleichen Zusammenbruchs der Währungen und Staatsfinanzen.


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Was sich derzeit in den arabischen Ländern abspielt, wird – wenngleich unter ganz anderen Umständen – auch in Europa eintreten. Revolten werden das politische Gesetz bestätigen: Die Schweine werden gewechselt, aber der Saustall bleibt derselbe. Politik und Vernunft haben eben nichts gemeinsam. Politik folgt nur der Macht. Diese, egal ob mit Waffen, Geschenken (Sozialstaat) oder quasireligiösen Ideologien errungen und ausgebaut, kostet unendlich viel Geld. Und solange sich die Machteliten das Geld in beliebigen Mengen selbst erschaffen können, werden sie das tun – bis hin zur Verarmung ganzer Völker, inklusive des eigenen.

Mögen einige mutige Freiheitsrechtler – wie Wilhelm Hankel, Karl Albrecht Schachtschneider, Joachim Starbatty und andere – vor das Verfassungsgericht ziehen: Das verzögert den Niedergang bestenfalls. Wer dem Wüten der Machteliten gegen Freiheit, Recht, Frieden, Wohlstand und Moral ein Ende setzen will, der muss für freies Marktgeld eintreten, für das Ende des staatsmonopolistischen Geldsozialismus. Denn nur echtes Geld entzieht Leviathan sein beliebig vermehrbares Mastfutter.

Roland Baaders neues Buch heißt „Geldsozialismus. Die wirklichen Ursachen der neuen globalen Depression“ (168 Seiten, 13,90 €). Erschienen im Resch Verlag.

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