Quiet Luxury

LVMH, Richemont, Burberry & Co.: Modetrend mischt Luxus-Aktien auf - Investoren setzen auf "stillen Luxus"

02.02.24 23:07 Uhr

LVMH, Richemont, Burberry & Co.: Modetrend mischt Luxus-Aktien auf - Investoren setzen auf "stillen Luxus" | finanzen.net

Der Modetrend "stiller Luxus" hat nicht nur in der Modewelt an Bedeutung gewonnen. Auch Investoren nehmen stille Luxusmarken immer mehr ins Visier.

• Modetrend "stiller Luxus" mischt Luxus-Aktien auf
• Langfristige Perspektive für den Erfolg von "stillen" Luxusmarken
• "Zu laute" Luxusmarken werden verdrängt

Was "stiller Luxus" bedeutet

Wie CNBC berichtet, gehörte der "stille Luxus" in den vergangenen Jahren zu den größten viralen Modetrends in den sozialen Medien. Die Stilbewegung "Quiet Luxury" zeichnet sich durch bestimmte Looks und Outfits aus, "die minimalistisch, klassisch-elegant und etwas spießig daherkommen", wie das Lifestyle-Magazin "Cosmopolitan" erklärt. Der Fokus des Trends liege also auf einer zurückhaltenden, subtilen Darstellung von Luxus, wobei populäre Shows wie die HBO-Serie "Succession" zur Popularitätssteigerung beigetragen hätten, wie CNBC weiter erklärt. Die Ära der lauten, auffälligen Präsentation von Reichtum in der Mode sei vorüber - heute stehe alles im Zeichen von Subtilität und Minimalismus. Dieser Trend hat jedoch nicht nur in der Modewelt an Bedeutung gewonnen. Auch Investoren achten immer stärker darauf, womit der Trend auch seinen Weg in die Anlegerportfolios gefunden hat und tatsächliche Renditen generiert.

Luxus-Aktien als Absicherung gegen Inflation

Schon seit längerem setzen einige Anleger auf Luxus-Aktien als wirksame Absicherung gegen hohe Inflationsraten. Diese Entwicklung lässt sich größtenteils auf die hochpreisigen Produkte des Segments zurückführen, deren Kosten seltener eine wohlhabende Kundschaft abschrecken und die zudem deutlich höhere Gewinnmargen aufweisen als viele andere Konsumgüter wie zum Beispiel Fernseher oder Smartphones.

Die grundlegenden Kennzahlen des Segments hätten sich im Laufe der Jahrzehnte im Wesentlichen nicht drastisch verändert, erklärt CNBC. Doch mit dem Einzug der stillen Luxusbewegung würden Investoren beginnen, gezielt Unternehmen auszuwählen, die diese Kriterien weitgehend erfüllen. Einige Unternehmen und ihre Marken würden in diesem Kontext genau das verkörpern, was Experten als die Essenz des stillen Luxus bezeichnen.

Südostasiens größter Kreditgeber, die DBS Bank, hat den Bloomberg Global Luxury Goods Index in seinen einzelnen Bestandteilen analysiert, um Marken zu identifizieren, die als "stiller Luxus" betrachtet werden können. Dafür muss ein Unternehmen laut der DBS Bank die folgenden Qualitäten aufweisen: (a) Fokus auf zurückhaltender Eleganz, mit einer starken Tradition und einem unerschütterlichen Engagement für Qualität, und (b) Beibehaltung von Exklusivität und Knappheit in ihrem Angebot.
"Wir glauben, dass Branchenakteure, die in der Lage sind, sich an die wechselnden Verbraucherpräferenzen anzupassen und eine Verbindung aufrechtzuerhalten, die über die materielle Befriedigung hinausgeht, erfolgreich vom neuen Zeitalter des Luxus profitieren werden", so die Bank.
Von den 30 Unternehmen im Index erfüllen sieben die genannten Kriterien. Hierzu zählen: Hermès, Moncler, LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton, Richemont, Swatch Group, Brunello Cucinelli und Ermenegildo.

Laut Daten der DBS Bank konnten solche Marken im Jahr 2023 ihre "lauten" Gegenstücke übertreffen. "Da die stille Luxusbewegung die wachsende Vorliebe der Verbraucher für Subtilität im Luxuskonsum unterstreicht, werden Unternehmen, die sich auf dezente Eleganz und zeitlose Qualität konzentrieren, bei den Verbrauchern Anklang finden und von diesem Trend profitieren", zitiert CNBC Hou Wey Fook, Chief Investment Officer der DBS Bank. "Daher übertrafen stille Luxusunternehmen im Jahr 2023 ihre lauten Mitbewerber deutlich um 23 Prozentpunkte. Wir gehen davon aus, dass dieser anhaltende Wandel in der Dynamik der Branche dazu beitragen wird, diese Leistungsaufteilung aufrechtzuerhalten."

Langfristige Perspektive

Anders als kurzlebige virale Trends würden Investoren diese Unternehmen mit einem langfristigen Blickwinkel betrachten. "Es gibt dieses Element von: 'Ich habe den ganzen Kram mit den großen Logos satt'", sagte Markus Hansen, Portfoliomanager bei Vontobel Quality Growth Boutique gegenüber CNBC. Er stellte zudem fest, dass sich Verbraucher und Investoren jetzt ein Produkt mit höherer Qualität wünschen würden. "Es geht um die Tradition dieser Häuser, die am erfolgreichsten sind … und die, in die wir investieren, sind diejenigen, die eine sehr langfristige Perspektive haben."

Im asiatisch-pazifischen Raum könnte sich das Nachfrage-Szenario für Luxusgüter aufgrund der ungleichmäßigen Erholung Chinas nach der Pandemie und der schwachen Inlandsnachfrage verlagern. Obwohl das Interesse chinesischer Verbraucher an Luxusgütern noch nicht gänzlich erloschen sei, würden Luxusmarken ihren Fokus erweitern, um auch andere bedeutende Märkte in Asien anzusprechen. Reife Märkte in Asien wie Südkorea und Japan würden eine steigende Nachfrage nach Luxusgütern zeigen, erklärte Hansen gegenüber CNBC. Er betonte: "Indien stellt den letzten großen Markt dar, nicht nur aufgrund seiner Bevölkerungszahl, sondern auch aufgrund des zunehmenden Wohlstands der Bevölkerung." Ein jüngster Bericht von Goldman Sachs prognostiziert, dass bis 2027 etwa 100 Millionen Menschen in Indien als "wohlhabend" gelten werden - gemäß der Definition der US-Investmentbank als Personen mit einem jährlichen Einkommen von mehr als 10.000 US-Dollar. Derzeit verdienen laut dem Bericht bereits 60 Millionen Menschen in der fünftgrößten Volkswirtschaft der Welt mehr als 10.000 US-Dollar pro Jahr.

"Laute" Luxusmarken verlieren

Während Marken, die in die Kategorie von "stillem Luxus" fallen, profitieren, werden die "lauten" Konkurrenten allmählich verdrängt. So wurden ruhige Luxus-Aktien im letzten Jahr in den Portfolios hochgestuft, weshalb Marken, die als "zu laut" galten weichen mussten. Infolgedessen wurden Marken wie Gucci, das sich im Besitz von Kering befindet, in der weltweiten Rangliste der Luxus-Aktien nach unten gedrückt, wie CNBC in Berufung auf eine Untersuchung der Bank of America Securities erklärt. "Wir glauben, dass sich die Marken im Laufe des Jahres wieder auf modische Inhalte und Neuheiten konzentrieren sollten, um die Kunden wieder anzusprechen und den Handelsverkehr anzukurbeln", sagte BofA-Forschungsanalyst Ashley Wallace und merkte an, dass Unternehmen, die auf stillen Luxus ausgerichtet sind, in diesem Jahr besser aufgestellt seien. So bevorzuge die BofA Unternehmen wie LVMH und Hermès gegenüber Gucci-Eigentümer Kering und Burberry.

Redaktion finanzen.net

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