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14.07.2017 12:15
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Zahlenwirrwarr bei amtlicher Arbeitslosenquote - Woher kommen die unterschiedlichen Angaben?

Rekordbeschäftigung: Zahlenwirrwarr bei amtlicher Arbeitslosenquote - Woher kommen die unterschiedlichen Angaben? | Nachricht | finanzen.net
Rekordbeschäftigung
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Zurzeit läuft es gut am deutschen Arbeitsmarkt. Die derzeitige Arbeitslosenquote ist so niedrig wie seit 26 Jahren nicht mehr. Zumindest wenn es nach der Bundesagentur für Arbeit geht. Andere Statistiken behaupten jedoch etwas anderes.
Über die Arbeitslosenquote in Deutschland wird gerne mal spekuliert. Während die Tagesschau einmal im Monat die Zahl der Arbeitslosen meldet und sich dabei auf offizielle Zahlen der Agentur für Arbeit beruft, kursieren im Internet oder auch in diversen Statistiken andere Zahlen, die eine weitaus höhere Rate an Nicht-Beschäftigten zu Tage bringen. Diese betragen teilweise bis zu zwölf Prozent. Doch was stimmt? Und vor allem: Ab wann gilt man überhaupt als arbeitslos?

Das große Zahlenwirrwarr

Jeden Monat veröffentlichen das Statistische Bundesamt sowie die Bundesagentur für Arbeit offizielle Zahlen zu der Beschäftigungssituation in Deutschland. Und jedes Mal weichen diese beiden Statistiken teilweise stark voneinander ab. Gemäß den Angaben des Statistischen Bundesamtes sollen im Mai 2017 rund 1,78 Millionen Bürger erwerbslos gewesen sein (4,2 Prozent). Der aktuelle Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur für Arbeit meldet mit rund 2,49 Millionen Nicht-Beschäftigten allerdings eine Arbeitslosenquote von 5,6 Prozent. Eine Differenz von gut 700.000. Damit nicht genug, Oppositionsparteien behaupten, dass all diese Zahlen "geschönt" sind und die Quote der Erwerbslosen sogar noch höher ist. Die Rede ist von Schätzungen, die bis zu zwölf Prozent reichen. Wer hat nun recht?

Wer gilt als "arbeitslos"?

Die Frage lautet weniger, wer richtig liegt, sondern vielmehr, welche Vorgehensweisen für die einzelnen Statistiken angewendet wurden. Denn irgendwo haben alle Parteien recht. Im Statistischen Bundesamt werden die Zahlen beispielsweise nach dem Erwerbstatuskonzept der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ermittelt. Hierbei werden alle Menschen im Alter zwischen 15 und 74 Jahren als erwerbslos angesehen, die auch wirklich erwerbslos sind, sprich keinerlei bezahlten Tätigkeit nachgehen. Wer zum Beispiel eine Stunde am Tag Zeitungen austrägt oder Nachhilfe gibt, wird nicht dazu gezählt.

Auch die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit sind mit Vorsicht zu genießen. Bei den 2,47 Millionen Arbeitslosen werden all diejenigen ausgeschlossen, die den Unternehmen nicht unmittelbar zur Verfügung stehen. Personen, die zum Beispiel gerade einer Weiterbildung nachgehen, erkrankt sind oder einen Ein-Euro-Job ausüben, fallen aus der Statistik raus. Ein beträchtlicher Anteil von Menschen also, die unterbeschäftigt sind - und die von der Arbeitsagentur nicht ignoriert werden. Ihre Zahl beträgt 1,028 Millionen und wird im Arbeitsmarktbericht als "Unterbeschäftigungsquote" angeben.

Fazit

Leiden 1,78 Millionen, 2,49 Millionen oder gar 3,5 Millionen Menschen unter Arbeitslosigkeit? Sicher ist: Die genaue Zahl der Arbeitslosen kann nicht präzise angegeben werden. Dazu gibt es zu viele unterschiedliche Definitionen und Methoden. Welche die richtige ist, darüber kann man sich streiten. Würden allerdings noch weitere Gruppen von Menschen zu der offiziellen Zahl der Arbeitslosen zählen, wie beispielsweise solche, die aufgrund von Krankheit arbeitsunfähig sind, Ein-Euro-Jobber oder andere, wäre der Gesetzgeber mit einer viel höheren und sehr unpopulären Arbeitslosenquote konfrontiert.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: R by Matthias / pixelio.de
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