ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: SAP-Kurseinbruch zieht Dax ins Minus
FRANKFURT (dpa-AFX) - Vor allem belastet von massiven Verlusten der schwergewichtigen SAP-Aktie (SAP SE) hat der Dax am Donnerstag im frühen Handel nachgegeben. Der Softwarekonzern hatte mit seinen Quartalszahlen und dem Ausblick enttäuscht. Die US-Notenbanksitzung vom Vorabend ließ die Anleger hingegen kalt, da die Fed den Leitzins erwartungsgemäß unverändert ließ. Im Blick steht hier weiterhin die Unabhängigkeit der Fed, die sich der Angriffe von US-Präsident Donald Trump erwehren muss.
Der DAX knüpfte mit einem Minus von 0,8 Prozent auf 24.631 Punkte an seine jüngste Konsolidierung an. Der MDAX der mittelgroßen Börsenwerte stieg am Donnerstag hingegen um 0,4 Prozent auf 31.750 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um rund 0,3 Prozent nach oben.
Europas größter Softwarehersteller SAP kann seine Anleger mit einer angepeilten Beschleunigung des Umsatzwachstums nicht über die Enttäuschung um die aktuelle Lage hinwegtrösten. Ende 2025 konnten die Walldorfer nicht so viele Verträge im Wachstumsfeld mit Cloudsoftware abschließen wie erhofft. 2026 dürfte das Wachstum des Vertragsbestands auf Sicht der kommenden zwölf Monate im Vergleich mit dem Vorjahr zurückgehen. Um die Investoren bei Laune zu halten, steckt das Unternehmen die kommenden zwei Jahre bis zu 10 Milliarden Euro in Aktienrückkäufe.
Das SAP-Papier rutschte jedoch nach Handelsstart um rund 12 Prozent auf 173 Euro ab und markierte den tiefsten Stand seit Mitte 2024. Zuletzt belief sich das Minus beim klaren Dax-Schlusslicht auf 10,8 Prozent. Seit dem Rekordhoch vor knapp einem Jahr summiert sich der Verlust damit auf rund 40 Prozent.
Die Deutsche Bank verzeichnete 2025 ein Vorsteuerergebnis von 9,7 Milliarden Euro auf Rekordniveau. Damit erreichte das Geldhaus nicht nur sein Renditeziel, sondern übertraf auch die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Die Anteilseigner können sich nun auf eine Dividende von 1,00 Euro freuen, rund anderthalbmal so viel wie im Vorjahr. Zudem stellte das Institut weitere Aktienrückkäufe in Aussicht. Getrübt wird der Geschäftserfolg durch die erneuten Ermittlungen gegen Verantwortliche und Mitarbeiter der Bank wegen des Verdachts der Geldwäsche, die am Tag vor der Bilanzvorlage bekannt wurden. Die Aktie fiel um 2,3 Prozent, nachdem sie am Mittwoch bereits um rund 2 Prozent gefallen war.
Die Deutsche-Bank-Tochter DWS (DWS Group GmbHCo) übertraf 2025 ihre Ziele und legte die Latte für die kommenden Jahre höher. Zudem sollen die Aktionäre im Jahr 2027 eine Sonderdividende erhalten. Die DWS-Anteilsscheine erklommen ein Rekordhoch bei 63,20 Euro und verteuerten sich als MDax-Spitzenreiter zuletzt um 7,9 Prozent.
Der Softwarehersteller Nemetschek (Nemetschek SE) steigerte 2025 den Erlös um knapp ein Fünftel und knackte damit erstmals die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro. Umsatz und Profitabilität lagen den Angaben zufolge im Rahmen der Prognose des Unternehmens sowie der Analystenschätzungen. Nach deutlichen Anfangsgewinnen bröckelten die Nemetschek-Titel aber merklich ab und notierten zuletzt nur noch knapp im Plus.
Die Aktien von Siemens gewannen an der Dax-Spitze 2,9 Prozent und nähern sich damit ihrem Rekordhoch von Mitte Januar. Marktbeobachter verwiesen als Begründung auf den starken Auftragseingang des Konkurrenten ABB (ABB (Asea Brown Boveri)), der positive Rückschlüsse auf die Orderlage des deutschen Technologiekonzerns zulasse.
Die Titel von flatexDEGIRO setzten ihren jüngsten Rekordkurs mit einem weiteren Höchststand bei 41,60 Euro fort und notierten zuletzt 1,9 Prozent im Plus. Mit einem Plus von mehr als 12 Prozent in dem noch jungen Jahr 2026 gehören die Papiere des Online-Brokers zu den attraktivsten Werten im MDax./edh/mis