SENTIMENT/Selbst vor der Trump-Rede keine Bären-Stimmung
DOW JONES--Etwas abgenommen hat die Bullenlaune an der Wall Street in der vergangenen Woche. Das Bullenlager reduzierte sich auf 43,2 Prozent, wie die aktuelle Umfrage des US-Anlegerverbandes AAII zeigt. Jedoch spiegelt der Umfragezeitraum nicht mehr die Entspannung um die Grönland-Krise wider. Die ohnehin sehr hohen Bullenwerte dürften daher wieder deutlich anziehen. Historisch gesehen ist nur ein Umfang des Bullenlagers von 37,5 Prozent der Normalfall.
Das Bärenlager erhöhte sich auf 32,7 Prozent, was aber auch keine wirklich negative Trendwende darstellte. Denn auch hier sind Werte von 31,0 Prozent der historische Durchschnitt.
In Deutschland habe sich schon vor der Lösung der Grönland-Frage auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos ein Dreh ins Positive gezeigt, stellt Sentiment-Experte Joachim Goldberg fest: "Als hätten sie es gewusst". Denn auf die geopolitisch kritische Nachrichtenlage und fallende Aktienpreise reagierten professionelle Investoren mit Glattstellungen von Short-Engagements und Aktienkäufen gegen den Trend.
Der Sentiment-Index dieser Anlegergruppe stieg um 16 auf minus 2 Zähler. Goldberg sieht dahinter Gewinnmitnahmen von ehemaligen Bären, dazu seien günstigere Einstiegspreise zum Kauf genutzt worden. Anders habe es hingegen bei der Gruppe der Privatanleger ausgesehen. Sie hätten ihre Aktien verkauft und seien zum Teil sogar short gegangen. Bis vor der mit Spannung erwarteten Rede von US-Präsident Donald Trump sei die Ausgangslage neutral gewesen. Nur beim Ausbleiben einer Erholung danach hätten Profi-Anleger ihre Aktien wohl wieder abgestoßen, meint Goldberg.
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January 22, 2026 05:23 ET (10:23 GMT)