04.11.2021 15:44

Vonovia-Aktie fester: Vonovia hebt Gewinnziel für 2021 erneut an - Übernahme von ADLER Group ganz oder gar nicht

Starke Zahlen: Vonovia-Aktie fester: Vonovia hebt Gewinnziel für 2021 erneut an - Übernahme von ADLER Group ganz oder gar nicht | Nachricht | finanzen.net
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Die Geschäfte für Deutschlands größten Immobilienkonzern Vonovia laufen dank höherer Mieteinnahmen weiterhin rund.
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Zudem profitiert der DAX-Konzern von seinen Wohnungsverkäufen und Dienstleistungen rund um die Wohnimmobilie. "Wir können mit der bisherigen Unternehmensentwicklung in diesem Jahr zufrieden sein und erhöhen nochmals unsere Prognose für das Gesamtjahr", sagte Unternehmenschef Rolf Buch bei Vorlage der Neunmonatszahlen am Donnerstag in Bochum.

Das operative Ergebnis (FFO) soll 2021 jetzt auf 1,52 bis 1,54 Milliarden Euro steigen, wie das Unternehmen mitteilte. Zuvor hatte der Immobilienkonzern eine Bandbreite von 1,465 bis 1,515 Milliarden Euro im Visier. In der Prognose sei die Deutsche Wohnen noch nicht berücksichtigt, hieß es. Analysten rechnen für das Gesamtjahr mit einem FFO von rund 1,47 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr erhöhte sich der operative Gewinn im Jahresvergleich um elf Prozent auf 1,35 Milliarden Euro.

Allerdings mahnte Buch in einer Telefonkonferenz: "Die Erwartungshaltung sollte jetzt nicht sein, dass Vonovia jedes Quartal die Prognosen anpasst." Die Jahresziele für das Geschäftsjahr 2022 inklusive Deutsche Wohnen werde das Unternehmen voraussichtlich mit der Vorlage des Geschäftsberichts 2021 im März vorlegen. Auch für einen Dividendenvorschlag sei es aufgrund des jüngsten Zukaufs verfrüht. "Grundsätzlich halten wir an der Dividendenpolitik fest", fügte er hinzu. Demzufolge will Vonovia jedes Jahr die Dividende erhöhen.

In den ersten neun Monaten legte der operative Gewinn (FFO) im Jahresvergleich um 12,9 Prozent auf 1,15 Milliarden Euro zu. Die Deutsche Wohnen habe mit 25 Millionen Euro nur minimal dazu beigesteuert, sagte Buch in einer Telefonkonferenz. Die Miete erhöhte sich im Schnitt auf 7,34 Euro pro Quadratmeter - das waren 3,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In Deutschland habe die Miete 7,14 Euro pro Quadratmeter betragen, hieß es.

Zum Zuwachs trugen vor allem modernisierte Wohnungen bei. Die Kosten für energetische Sanierungen wie etwa Wärmedämmung sowie Austausch alter Heizungsanlagen und Fenster können die Konzerne teilweise auf die Miete umlegen. Die Mieten seien aufgrund der aktuellen Marktentwicklung um 1,1 Prozent gestiegen, hieß es. Der Umsatz kletterte um knapp zehn Prozent auf rund 3,5 Milliarden Euro.

Gleichzeitig steckte Vonovia in den neun Monaten mit knapp 1,4 Milliarden Euro etwas weniger in Modernisierung, Neubau und Instandhaltung als vor einem Jahr. Der Verkehrswert des Immobilienportfolios legte dank des jüngsten Zukaufs um 61,9 Prozent auf rund 95 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von knapp 3,9 Milliarden Euro, mehr als doppelt soviel wie im Vorjahr. Dazu trug vor allem die deutlich höhere Bewertung der Immobilien bei.

Aufgrund der hohen Nachfrage nach Wohnungen in Deutschland, aber auch in Schweden und Österreich sei der Wert des Immobilienportfolios inklusive Investitionen im dritten Quartal 2021 um rund 1,6 Milliarden Euro gestiegen. Darin seien die Immobilien der Deutsche Wohnen nicht mit eingerechnet, hieß es. Zum Jahresende rechnet Vonovia mit einer weiteren Wertsteigerung von 1,8 bis 2,6 Milliarden Euro.

Für das laufende Jahr wird Vonovia auch für den bereinigten Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) zuversichtlicher und peilt nun das obere Ende der Spanne von 2,055 bis 2,105 Milliarden Euro an nach 1,91 Milliarden Euro im Vorjahr. Vielleicht werde Vonovia auch etwas darüber liegen, sagte Buch. Beim Umsatz rechnen die Bochumer weiterhin mit 4,9 bis 5,1 Milliarden Euro. 2020 hatte das Unternehmen 4,37 Milliarden Euro erlöst.

Erst jüngst war dem Bochumer Konzern die mehrheitliche Übernahme von Deutschlands zweitgrößtem Vermieter geglückt. Vonovia hält nun 87,6 Prozent an Deutsche Wohnen. Damit entsteht ein europäischer Immobilienriese mit rund 568 000 Wohnungen, ganz überwiegend in Deutschland. Der gemeinsame Marktanteil betrage in Deutschland rund zwei Prozent, hieß es. Umstritten ist der Deal vor allem in Berlin, wo Deutsche Wohnen rund 114 000 Wohnungen gehören. Um Kritiker zu besänftigen, hatte Vonovia-Chef Buch unter anderem eine Begrenzung der regulären Mietsteigerungen in Berlin bis zum Jahr 2026 angekündigt.

Der Wohnimmobilien-Konzern wächst schon seit längerem durch Übernahmen im In- und zuletzt auch im Ausland. Vonovia ist mit rund 354 000 Wohnungen der größte Vermieter in Deutschland. Damit hat der Konzern nach eigenen Angaben hierzulande einen Marktanteil von 1,5 Prozent. Weitere 60 000 Wohnungen besitzt das Unternehmen in Schweden und Österreich. Im Sommer 2020 war der Konzern beim niederländischen Immobilieninvestor Vesteda eingestiegen.

Vonovia will ADLER Group ganz oder gar nicht

Vonovia-Chef Rolf Buch hat nach der Übernahme von Deutsche Wohnen den kleineren Konkurrenten ADLER Group im Blick.

Der größte deutsche Wohnungskonzern hat sich eine Option auf 13,3 Prozent der ADLER-Anteile gesichert und will im nächsten Jahr über sein Vorgehen entscheiden. "Wir werden nicht nur ein paar ADLER-Aktien kaufen", sagte Buch am Donnerstag in einer Analystenkonferenz. "Wenn wir die Option ziehen, werden wir versuchen, ADLER unter Kontrolle zu bringen." Die Frage stelle sich aber erst 2022, wenn Vonovia die Deutsche Wohnen integriert habe.

Vonovia hat dem ADLER-Großaktionär Aggregate Holdings rund 250 Millionen Euro geliehen. Buch legte erstmals das Volumen des Lombardkredits offen, mit dem Vonovia im Oktober für Aufsehen gesorgt hatte. Das Darlehen sei mit dem kompletten Anteil von Aggregate an ADLER von 26,6 Prozent besichert. Das Aktienpaket hat an der Börse derzeit einen Wert von knapp 375 Millionen Euro. Im Zuge der Kreditvergabe hatte Aggregate Vonovia eine Kaufoption für die Hälfte seines Anteilspakets eingeräumt. Die Holding des österreichischen Investors Günther Walcher hatte mit dem Vonovia-Kredit ein Bankdarlehen (Margin Loan) abgelöst, das ebenfalls mit den ADLER-Aktien besichert war.

Die ADLER Group steht doppelt unter Druck: Zum einen fordern Investoren eine Entschuldung. Zum anderen erhebt der britische Leerverkäufer Fraser Perring Vorwürfe gegen das Unternehmen, die dessen Aktienkurs gedrückt hatten. Der Immobilien-Investor hatte bereits Verkäufe von Immobilien-Paketen unter anderem an den Wohnungskonzern LEG angekündigt. Vonovia-Titel halten sich im XETRA-Geschäft 0,86 Prozent im Plus bei derzeit 53,68 Euro.

BOCHUM / DÜSSELDORF (dpa-AFX / Reuters)

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26.01.2022Vonovia SE (ex Deutsche Annington) BuyUBS AG
14.01.2022Vonovia SE (ex Deutsche Annington) Sector PerformRBC Capital Markets
05.01.2022Vonovia SE (ex Deutsche Annington) BuyKepler Cheuvreux
22.12.2021Vonovia SE (ex Deutsche Annington) OverweightBarclays Capital
14.12.2021Vonovia SE (ex Deutsche Annington) BuyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
26.01.2022Vonovia SE (ex Deutsche Annington) BuyUBS AG
05.01.2022Vonovia SE (ex Deutsche Annington) BuyKepler Cheuvreux
22.12.2021Vonovia SE (ex Deutsche Annington) OverweightBarclays Capital
14.12.2021Vonovia SE (ex Deutsche Annington) BuyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
13.12.2021Vonovia SE (ex Deutsche Annington) Conviction Buy ListGoldman Sachs Group Inc.
17.12.2018Vonovia SE (ex Deutsche Annington) UnderperformCredit Suisse Group
14.06.2018Vonovia SE (ex Deutsche Annington) UnderperformCredit Suisse Group
23.01.2018Vonovia SE (ex Deutsche Annington) UnderperformCredit Suisse Group
08.06.2017Vonovia SE (ex Deutsche Annington) SellGoldman Sachs Group Inc.
25.05.2017Vonovia SE (ex Deutsche Annington) SellGoldman Sachs Group Inc.

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