STICHWORT: China ist drittwichtigster Handelspartner für Deutschland

28.08.12 12:42 Uhr

    WIESBADEN/FRANKFURT (dpa-AFX) - Auch wenn zuletzt etwas Sand im Getriebe war: Seit Jahren gewinnt China als Handelspartner für Deutschland an Bedeutung. Das Tempo ist rasant. 2011 erreichte der deutsch-chinesische Außenhandel nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes einen Umsatz (Ein- und Ausfuhren) von 144,3 Milliarden Euro - damit ist das Land der Mitte der drittwichtigste deutsche Handelspartner weltweit - nach Frankreich und den Niederlanden, aber vor den USA.

 

    China ist mittlerweile der fünftgrößte Abnehmer deutscher Exportprodukte (Ausfuhrwert 2011: 64,8 Milliarden Euro), und das zweitwichtigste Ursprungsland deutscher Importe (Einfuhrwert 2011: 79,5 Milliarden Euro).

 

    In keinem anderen Land stieg die Nachfrage nach deutschen Waren in den vergangenen Jahren so stark wie in China. Im Jahr 2007 lieferten deutsche Unternehmen noch 3,1 Prozent ihrer Exporte dorthin, im Jahr 2011 lag der Anteil bei 6,1 Prozent, berichten die Statistiker. Gemessen am Wert der ausgeführten Waren sind die Autoindustrie und die Maschinenbauer die wichtigste deutschen Exporteure nach China.

 

    Zu Jahresbeginn 2012 verordnete sich die Volksrepublik eine Wachstumsbremse. Auch der Handel geriet ins Stocken. Nach Zahlen von Germany Trade & Invest gingen Chinas Warenlieferungen nach Deutschland im ersten Halbjahr 2012 um 3,9 Prozent zurück, die Importe von Waren "Made in Germany" nahmen nur geringfügig um 1,0 Prozent zu. Damit bleibe Deutschland aber Chinas fünftwichtigster Handelspartner und der wichtigste in der EU.

 

    Die Außenhandelskammern des DIHK gehen "insgesamt von einem Exportwachstum für deutsche Hersteller von etwas mehr als zehn Prozent in den Jahren 2012 und 2013" aus - 2011 hatten die deutschen Exporte nach China noch um ein Fünftel zugelegt.

 

    Gleichzeitig produzieren immer mehr deutsche Unternehmen im Land der Mitte, während chinesische Firmen hierzulande zunehmend an Übernahmen und Beteiligungen interessiert sind. Jüngstes Beispiel: Der chinesische Baumaschinenproduzent Shandong Heavy Industry will beim Wiesbadener Gabelstaplerhersteller Kion einsteigen.

 

    Nach Daten von Germany Trade & Invest flossen im vergangenen Jahr aus China 1,1 Prozent der ausländischen Direktinvestitionen von 116 Milliarden US-Dollar nach Deutschland (1,28 Milliarden US Dollar, umgerechnet aktuell 1,02 Mrd Euro) - nach Angaben der Deutschen Bundesbank kletterten die unmittelbaren chinesischen Direktinvestitionen in Deutschland zwischen 2004 und 2010 Jahr für Jahr zweistellig, 2008 sogar um satte 39,6 Prozent./hqs/DP/jsl